Politik : Der Papst ist tot

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Um 21 Uhr 37 ließ der Vatikan die Glocken läuten Rom erwartet hunderttausende Pilger zu den Trauerfeiern Auf der ganzen Welt beten Menschen für Johannes Paul II. Seine letzte Botschaft galt den jungen Menschen:Ichdanke euch

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Rom - Papst Johannes Paul II. ist tot. Das Oberhaupt der katholischen Kirche starb nach Angaben des Vatikans am Samstag um 21 Uhr 37 in seiner Wohnung im Apostolischen Palast. Die Nachricht wurde den Gläubigen während des Rosenkranzes auf dem Petersplatz mitgeteilt, wo Zehntausende Gläubige in Stille für den Verstorbenen beteten. Überall in Rom läuteten die Glocken, um den Tod des Papstes zu verkünden, der immer auch Bischof von Rom ist. Vor den Gläubigen auf dem Petersplatz betete der vatikanische Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano das Totengebet „De profundis“. Zunächst gab es aus Anerkennung für den Toten langen Beifall, dann herrschte Schweigen. Nur die Totenglocke des Vatikans läutete. Viele brachen in Tränen aus und knieten nieder. Sodano sagte: „Wir fühlen uns alle als Waisen.“ Priester forderten die Menschen zu Stille auf, „um den Papst bei seinen ersten Schritten in den Himmel zu begleiten“. In Rom brach der Verkehr teilweise zusammen, weil sich viele auf den Weg zum Petersplatz aufgemacht hatten. In den nächsten Tagen rechnet die Stadt mit hunderttausenden Pilgern.

Der Gesundheitszustand des Papstes hatte sich seit Freitagabend dramatisch verschlechtert. Sein Herz-Kreislauf-System brach zusammen, die Nieren versagten. Zudem hatte er eine Blutvergiftung. Der 84-Jährige, der am 18. Mai 1920 als Karol Wojtyla in Polen geboren wurde, stand seit dem 16. Oktober 1978 an der Spitze der Katholiken – mehr als 26 Jahre. In Polen hielten Tausende in den Kirchen Nachtwache, ebenso in vielen anderen Ländern. Auch die Münchner Frauenkirche und der Kölner Dom waren für Gebete geöffnet. Nach Angaben von Vatikan-Sprecher Navarro-Valls galt die letzte Botschaft des Papstes den jungen Menschen. Die Anwesenheit Tausender junger Leute auf dem Petersplatz habe er mit den Worten kommentiert: „Ich habe nach euch gesucht. Jetzt seid ihr zu mir gekommen. Und ich danke euch.“

Nach den Regeln der Kirche wird der Leichnam nun im Petersdom aufgebahrt. Die Beisetzung erfolgt nach vier bis sechs Tagen. Jetzt laufen auch die Vorbereitungen zur Wahl eines Nachfolgers an. Im sogenannten Konklave sind 117 Kardinäle wahlberechtigt. Johannes Paul II., der 264. Papst der Kirchengeschichte, war seit Jahren schwer krank. Er litt an der Parkinson-Krankheit und eines Attentats 1981. Er konnte nicht mehr gehen und saß zuletzt im Rollstuhl. Nach einem Luftröhrenschnitt Ende Februar verschlechterte sich sein Zustand weiter. Ostern konnte er den Segen Urbi et Orbi mit der Hand nur noch andeuten, aber nicht mehr selbst sprechen.

Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger, einer seiner engsten Mitarbeiter, hatte am Samstag gesagt, dem Papst sei bewusst, „dass er zum Herrn geht“. Die letzten Tage seines Lebens hatte Johannes Paul II. in einem Zimmer mit Blick auf den Petersplatz verbracht; in die Klinik wollte er nicht mehr.

Johannes Paul II. prägte die Kirche wie kaum ein anderer Papst. Neben seinen 104 Auslandsreisen machte er etwa mit seinem Widerstand gegen den Irak-Krieg 2003 weltweit Schlagzeilen. Er versuchte mit eindringlichen Appellen, den Krieg zu verhindern. Tsp

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