Politik : Der Papst mahnt zu Gerechtigkeit und Frieden

Zu Frieden und Gerechtigkeit in aller Welt hat Papst Johannes Paul II. in seiner Osterbotschaft gemahnt. In der traditionellen Ostermesse am Sonntagmittag vor 150 000 Gläubigen beklagte das Oberhaupt der katholischen Kirche Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Millionen von Gläubigen auf der ganzen Welt haben an den Ostertagen an Gottesdiensten der christlichen Kirchen teilgenommen. Deutsche Kirchenvertreter forderten in ihren Osterpredigten die Einhaltung der Grenzen in der Genforschung.

"Möge Ostern die Härte in unseren Herzen überwinden", sagte der Papst auf dem Petersplatz in Rom. Er rief die Kriegsparteien in Konfliktgebieten wie Afrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Asien und einigen Teilen Europas zum Dialog miteinander auf. Anschließend spendete er den Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis) und entbot in 60 Sprachen Ostergrüße. "Frohe, gesegnete Ostern. Der Friede des Auferstandenen sei mit Euch", sagte er auf Deutsch.

Der pfälzische Kirchenpräsident Eberhard Cherdron warf der Genforschung vor, ein unwürdiges Bild vom Menschen zu zeichnen. Der Mensch erscheine als "Objekt, das hemmungslos manipuliert werden kann", und als Sache, die, "wenn sie nicht gut gelungen ist, einfach wieder beseitigt wird". Cherdron sagte, bei allem wissenschaftlichen Fortschritt dürfe die Menschenwürde nicht auf der Strecke bleiben.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz, der Mainzer Bischof Karl Lehmann, wandte sich dagegen, dass es bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms letztlich um finanzielle Interessen gehe. Es werde eine der härtesten Fragen der Zukunft sein, wieweit die Wissenschaft den Versuchungen werde standhalten können, sagte das Oberhaupt der deutschen Katholiken der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er räumte ein, dass das deutsche Embryonenschutz-Gesetz im internationalen Vergleich besonders hart sei, warnte aber davor, das Gesetz aufzuweichen.

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