Politik : Der Papst wird künstlich ernährt

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Rom Der Gesundheitszustand des stark geschwächten Papstes verschlechtert sich offenbar weiter. Johannes Paul II. wird inzwischen mit einer Magensonde künstlich ernährt. Das bestätigte der Vatikan am Mittwoch, ohne anzugeben, seit wann genau der 84-Jährige so ernährt wird. Die Sonde, die dem an Schluckbeschwerden leidenden Papst die Nahrungsaufnahme erleichtern soll, besteht aus einem Schlauch, der ihm durch Nase und Speiseröhre in den Magen geleitet wird. Unklar ist, ob der Papst die Sonde ständig trägt oder zeitweise. Am Mittwoch zeigte er sich überraschend am Fenster seiner Wohnung über dem Petersplatz. Beim Versuch, zu den Gläubigen zu sprechen, versagte ihm aber die Stimme.

Vatikansprecher Joaquín Navarro- Valls widersprach Berichten über eine gesundheitliche Verschlechterung. Jedoch räumte der Vatikan ein, dass die Genesung des Papstes nur langsam voranschreite. Johannes Paul II. leidet an Parkinson und erhielt vor gut einem Monat wegen akuter Atemnot einen Luftröhrenschnitt. Seitdem trägt er eine Kanüle im Hals, die ihm das Atmen erleichtert, das Sprechen aber stark erschwert. Bei seinem überraschenden Auftritt am Fenster machte der Papst am Mittwoch erneut einen extrem erschöpften und geschwächten Eindruck. Er wirkte fahrig, mehrfach gerieten seine Gesichtszüge außer Kontrolle. Es gelang ihm aber, die Gläubigen mehrfach mit der Hand zu segnen. Als ein Mitarbeiter ihm aber ein Mikrofon reichte, brachte er erneut kein Wort heraus. Ähnliche Szenen hatten Millionen Gläubige weltweit bereits am Ostersonntag erschüttert. Johannes Paul II. war am 13. März aus der Klinik gekommen. Damals richtete er einige kurze Worte an die Gläubigen. Seither hat er nicht mehr öffentlich gesprochen. dpa

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