Politik : Der Streit um den vorläufigen Stopp der Ausstellung reisst nicht ab

Der Historiker Rolf-Dieter Müller hat Bundespräsident Johannes Rau und Kultur-Staatsminister Michael Naumann (SPD) aufgefordert, die Initiative für eine völlig neu gestaltete Wehrmachtsausstellung zu ergreifen. In der Zeitung "Die Woche" sagte Müller, der beim Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam arbeitet, das Hamburger Institut für Sozialforschung sei mit der Schadensbeseitigung völlig überfordert.

Auch eine Woche nach dem vorläufigen Stopp der Wehrmachtsausstellung reißt der Streit um die umstrittene Bilderschau nicht ab. Der Kieler Historiker Prof. Karl Heinrich Pohl sprach von "einer Art Stellvertreterkrieg". Er warf konservativen Kollegen vor, mit Kritik an den Mängeln die Gesamtaussage der Ausstellung zu diskreditieren. Das von Jan Philipp Reemtsma geleitete Institut - Ausrichter der Ausstellung "Vernichtungskrieg: Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" - wollte sich am Mittwoch zur Kritik nicht äußern. Nach heftiger Kritik von Historikern war die Ausstellung in der vergangenen Woche zurückgezogen worden.

Müller sagte in der "Woche" weiter, die Ausstellung gehört zusammen mit "dem Buch von Daniel Goldhagen und den Entwürfen für ein Holocaust-Mahnmal in Berlin" ins Museum. Spätere Generationen könnten durch diese Exponate darüber aufgeklärt werden, "welche Probleme die Deutschen in den späten 90er Jahren damit gehabt haben, sich mit ihrer Geschichte auseinander zu setzen". Eine Sprecherin des Instituts stellte klar, dass der Leiter der umstrittenen Ausstellung, Hannes Heer, weiterhin am Institut beschäftigt sei. Dass Heer wie andere Mitarbeiter des Instituts dem Gremium zur Überarbeitung der gestoppten Ausstellung nicht angehört, ist nach ihren Worten keine Vorentscheidung für Heers künftiges Tätigkeitsfeld.

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