Politik : Der Tonmeister

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Wenn einer Chef der SPD-Fraktion ist, bleiben die Vergleiche nicht aus. Herbert Wehner, Hans-Jochen Vogel. Das waren nicht nur führungsstarke Herren, das waren auch Politiker, die den Begriff "Zuchtmeister" prägten. Peter Struck, der am 24. Januar 1943 in Göttingen geborene Jurist, ist ein anderer Typus. Der Vater dreier Kinder lacht gern, am liebsten über kesse Bemerkungen mit doppeltem Boden. Er liebt die Zwischentöne. Seine feingliedrigen Finger eignen sich weniger, um mit der Faust auf den Tisch zu hauen, als zum Skizzieren von Nuancen. Nach der Promotion arbeitete er für die Hamburger Verwaltung. Dann ging er in seinen heutigen Wahlkreis Uelzen, wo er stellvertretender Stadtdirektor wurde. 1980 kam Peter Struck in den Bundestag. Bis 1998 war er Parlamentarischer Geschäftsführer. Seither ist er als Fraktionschef das Scharnier zwischen Gerhard Schröders Regierung und dem Parlament. Einen seiner politisch ärgerlichsten Tage erlebte er am 29. August 2001, als der Bundestag zwar den Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr beschloss, es im eigenen Regierungslager jedoch nicht zur Mehrheit reichte. Seitdem steckt mehr Wehner in Struck.

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