Politik : Der Vater des kubanischen Flüchtlingsjungen und 27 weitere Personen beantragen US-Visum

Im monatelangen Streit um den sechsjährigen kubanischen Flüchtlingsjungen Elian Gonzalez haben dessen Vater und 27 weitere Personen nach US-Angaben am Montag die Einreise in die USA beantragt. Die Delegation soll nach kubanischen Angaben den Jungen so lange in den USA betreuen, bis der Rechtsstreit über dessen Rückkehr nach Kuba entschieden ist. Vater Juan Miguel Gonzalez sei auch bereit, allein in die USA zu fliegen, falls er seinen Sohn sofort mit zurücknehmen könne, teilte Präsident Fidel Castro am Sonntag mit. Elian war am 25. November vor der Küste des US-Bundesstaats Florida gerettet worden, nachdem seine Mutter und sein Stiefvater auf der Flucht aus Kuba ertrunken waren.

Die US-Interessenvertretung in Kubas Hauptstadt Havanna teilte mit, sie habe 28 Visa-Anträge und Reisepässe erhalten. Die USA seien seit langem bereit, dem Vater ein Visum auszustellen, über die anderen Anträge müsse gesprochen werden, sagte ein Sprecher der US-Vertretung. Unter den Kubanern, die jetzt die Einreise beantragt haben, befinden sich ein Halbbruder Elians, Schulkameraden, Lehrer, Ärzte und Psychologen. Auch ein Vertreter der kubanischen Regierung soll der Delegation angehören.

Elian darf zunächst bis Dienstag bei seinen Verwandten in Miami bleiben. Zuvor sollen noch einmal Rechtsanwälte und die Einwanderungsbehörde versuchen, den Fall zu klären. Ein US-Gericht hatte Ende März eine Entscheidung der Einwanderungsbehörde für rechtens erklärt, die dem Vater in Kuba das Sorgerecht für Elian zugesprochen hatte. Die Behörde hatte daraufhin angekündigt, Elian die Aufenthaltserlaubnis zu entziehen. Gegen dieses Urteil legten die US-Verwandten Beschwerde ein. Die Verhandlung ist auf Anfang Mai festgelegt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben