Politik : "Der Verbrecher ist noch der Präsident"

KÖLN/BONN (AFP).Trotz der Anklage gegen den jugoslawischen Präsidenten rechnet der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Volmer (Grüne), damit, daß die Kosovo-Verhandlungen mit Milosevic geführt werden."Auch wenn er nun als Schwerverbrecher diagnostiziert wird, ist er immer noch Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Jugoslawien.Uns bleibt nichts anderes übrig, als mit ihm zu verhandeln", sagte Volmer am Freitag in der ARD.Der Grünen-Politiker fügte jedoch hinzu: "Die Politik der Angebote an ihn (Milosevic) persönlich ist damit gescheitert." Milosevic könne für den Westen weiterhin ein Gesprächspartner sein, hatte auch Minister Fischer gesagt.Verteidigungsminister Scharping sagte, die Anklage habe die Lage auf dem Balkan "schwieriger" gemacht.Die Entscheidung des Tribunals spiegele aber die Realität wider.Milosevic sei für 200 000 Tote verantwortlich.

Auch FDP-Generalsekretär Westerwelle geht davon aus, daß trotz der Anklage weiter mit Milosevic verhandelt wird: "Ich fürchte, man muß.So widerlich das ist", sagte er im Deutschlandfunk.Der SPD-Sicherheitsexperte Egon Bahr hält die Anklage gegen den jugoslawischen Präsidenten Milosevic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für berechtigt, befürchtet als Konsequenz aber eine militärische Eskalation.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben