Politik : Der Verteidiger blieb der Verhandlung fern

fan

Eklat im "Hetzjagd-Prozess": Nach zehn Minuten musste die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Cottbus den gestrigen Verhandlungstag abbrechen. Eine Viertelstunde vor Beginn hatte der Angeklagte Daniel R. einen Brief vorgelegt, in dem die Abwesenheit seines Verteidigers Helmut Dittberner wie auch von dessen Vertreter angekündigt wurde. Das Schreiben war allerdings, wie R. auf eine Frage des Vorsitzenden Richters Joachim Dönitz einräumte, bereits am Vortag aufgesetzt worden. Der sichtbar verärgerte Richter belehrte R., ein weiterer Anwalt hätte rechtzeitig hinzugezogen werden können. Als Konsequenz wollte Dönitz noch gestern R. einen dritten Pflichtverteidiger beiordnen.

Die Anwältinnen der Nebenkläger bezeichneten Dittberners Abwesenheit als "Unverschämtheit". Das Manöver sei ein weiterer Versuch, den Prozess um die tödliche Hetzjagd auf den Algerier Farid Guendoul zu verschleppen. Dittberner hat in der Anfang Juni gestarteten Hauptverhandlung zahlreiche Unterbrechungen verursacht, unter anderem durch Befangenheitsanträge gegen Richter Dönitz und die Strafkammer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben