Politik : Der wahre Franz

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In der rechten Ecke seines neuen Büros mit Blick auf die Spree findet sich das wahre Ich des Franz Müntefering. Zum Ersten hängen da mehrere Fanschals des FC Schalke 04, weil „alle Sauerländer blauweiß geboren werden“, wie er sagt. Darunter liegen zwei Fußbälle, von denen der SPD-Franz einen aufnimmt, über die Spitze aufs Knie bringt und dort locker zehn Mal zwischen beiden hin und her tanzen lässt. Ja, er wäre gerne Profi geworden, aber dafür hat es nicht gereicht. Also ist er Polit-Profi geworden. Und seine Karriere kann sich sehen lassen: Arbeits- und Sozialminister in NRW, Landesvorsitzender dort, Generalsekretär der Bundespartei, Chef der Bundestagsfraktion. 62 Jahre ist Müntefering, nach dieser Legislaturperiode will er kürzer treten – obwohl er das gar nicht kann. „Münte“ arbeitet immer, und wenn der Schreibtisch leer ist, fragt er nach mehr. Müntefering, der Kumpel, der Sozialdemokrat für alle Fälle, kann ganz schön zupacken. Seine Position nennt er nicht umsonst „Vorstopper“. Aber er kann auch anders: In der Ecke, schwarz-weiß, fast übersehen, hängt ein Bild von Charlie Chaplin. Und der ist Franz Münteferings wahrer Held. cas

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