Politik : Der Westen verlangt konkreten Demokratie-Plan

Nach der Ankündigung des pakistanischen Militärmachthabers General Musharraf, das Land zur Demokratie zurückzuführen, haben die USA und Japan einen Zeitplan verlangt. Der US-Botschafter in Islamabad, Milam, sagte am Montag, es sei enttäuschend, dass Musharraf keinen Zeitplan vorgelegt habe. Pakistans größtes Geberland Japan forderte die Militärmachthaber auf, konkret zu erklären, wie und wann es sich die Rückkehr zur Demokratie vorstellt. Milam hob hervor: "Wir sind zuversichtlich, dass General Musharraf ein moderater Mann ist, der aus patriotischen Motiven dazu provoziert wurde, das zu tun, was er getan hat."

In London wurde am Montag laut Aussagen des britischen Außenministers Cook die Aussetzung der Mitgliedschaft Pakistans im Commonwealth erwartet, dem Staatenbund früherer britischer Kolonien und Großbritanniens. Für eine solchen Entschluss gibt es einen Präzedenzfall: Nigerias Mitgliedschaft wurde erst nach dem Übergang zur Demokratie wiederhergestellt.

Eigenen Angaben zufolge hat Pakistan am Montag damit begonnen, einen Teil seiner Truppen von der Grenze zu Indien abzuziehen. Mit dem Rückzug wollen die Militärs einem Armeesprecher zufolge die Spannungen zwischen Indien und Pakistan abbauen. Militärmachthaber Musharraf hatte bei einer Rundfunkansprache eine einseitige militärische "Deeskalation" an der Grenze zu Indien angekündigt. Die Kontrolllinie, die die umstrittene Region Kaschmir zwischen Indien und Pakistan teilt, sei davon jedoch ausgeschlossen.

Militante pakistanische Gruppen, die für ein autonomes Kaschmir kämpfen, zeigten sich unterdessen optimistisch. Auch ein Regierungswechsel in Islamabad könne den Kampf der moslemischen Mujahedin nicht beeinflussen.

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