• Desaströses Abschneiden bei Dresdner OB-Wahl: CDU räumt Versäumnisse in Großstädten ein

Desaströses Abschneiden bei Dresdner OB-Wahl : CDU räumt Versäumnisse in Großstädten ein

Nach der Pleite bei der Oberbürgermeister-Wahl in Dresden sucht die CDU die Ursachen für ihre Probleme in den bundesdeutschen Großstädten.

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Nach dem desaströsen Abschneiden der CDU bei der Oberbürgermeister-Wahl in Dresden haben Unionspolitiker Versäumnisse eingeräumt. Seine Partei schaffe es derzeit nicht, die guten Ergebnisse aus dem Bund auf OB-Wahlen zu übertragen, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg am Montag im "Deutschlandradio Kultur". Zudem gelinge es nicht, mit Kandidaten und Programmen in Großstädten zu überzeugen.
Die Union wisse nicht, ob sie in großen Städten eine moderne und liberale Stadtpartei sein oder das Konservative und Bürgerliche stärker betonen solle, um die Stammwählerschaft zu mobilisieren, sagte der Politiker. Es gebe in Großstädten eine Unsicherheit in seiner Partei über das "richtige Auftreten". Er glaube weiterhin daran, dass die Union in Großstädten noch punkten könne. Die Partei müsse aber einen Spagat hinbekommen zwischen konservativen Werten und modernen Politikfeldern wie Umweltschutz und Kinderbetreuung.

Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Dresden hatte die CDU am Sonntag eine herbe Schlappe erlitten. Sachsens Innenminister Markus Ulbig, der für die Christdemokraten antrat, landete nach dem vorläufigen Endergebnis abgeschlagen auf Platz drei. In einem zweiten Wahlgang will er nicht wieder antreten. Damit verliert die CDU mit Dresden eine weitere Großstadt. Die bisherige Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hatte ihr Amt im Februar aus gesundheitlichen Gründen abgegeben.
Die meisten Stimmen erhielt bei der Wahl die SPD-Politikerin Eva-Maria Stange, die derzeit Wissenschaftsministerin in der Landesregierung ist. Die Kandidatin der anti-islamischen Pegida-Bewegung, Tatjana Festerling, holte 9,6 Prozent. Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, ist am 5. Juli ein zweiter Wahlgang nötig.
Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Frank Kupfer, räumte ein, dass seine Partei ein Problem in Großstädten habe. Das sei aber nicht neu, sagte er am Montag dem Radiosender MDR info. Kupfer sieht für die CDU nach den Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Sachsen dennoch keinen Bedeutungsverlust. Insgesamt seien "hervorragende Ergebnisse" eingefahren worden. Zehn Landräte seien im ersten Wahlgang gewählt worden. "Die CDU hat überhaupt kein Problem", so Kupfer.

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