DESIGNIERTER GEHEIMDIENSTCHEF : Maaßen: FU-Professur ist mir schnurz

„Der Professorentitel ist mir schnurz“, hat Hans-

Georg Maaßen erklärt, nachdem im Akademischen Senat (AS) der Freien Universität (FU) keine Mehrheit für seine Honorarprofessur zusammenkam. Der AS habe ohne Rückhalt des FU-Präsidiums gehandelt, sagte der designierte

Verfassungsschutzchef
. Das Gremium werde von politisch statt von akademisch denkenden Personen dominiert. FU-Angehörige reagierten am Freitag gelassen auf Maaßens

Kritik: „Das ist nicht schön, aber ach du meine Güte, beschädigt ist die FU deswegen nicht“, sagt eine Professorin, die anonym bleiben will. In der Studierendenvertretung ist man mit dem Vorgang sehr zufrieden: „Herr Maaßen

verhält sich wie ein pöbelndes kleines Kind, das sein Spielzeug nicht bekommt und dann behauptet, es wolle es auch gar nicht“, sagt ein Asta-Vertreter. Die Entscheidung sei richtig gewesen: „Maaßen hat vom Schreibtisch aus dafür gesorgt, dass ein unschuldiger Mensch im

Foltergefängnis
sitzt.“ Maaßens Wahrnehmung, der AS habe politisch und nicht akademisch entschieden, wird von mehreren FU-Mitgliedern bestätigt. Tatsächlich habe es über seine akademische Qualifikation keine Zweifel gegeben, ist zu hören. Eine Mehrheit von zwölf Mitgliedern in dem Gremium sei aber der Auffassung

gewesen, er habe sich

moralisch
in der Affäre

um den Bremer Guantanamo-Häftling Murat

Kurnaz diskreditiert. 2002 habe Maaßen mit einem Rechtsgutachten die Entscheidung der damaligen rot-grünen Bundesregierung legitimiert, den

jahrelang unschuldig

einsitzenden Kurnaz im Falle einer Freilassung nicht einreisen zu lassen. Hingegen hätten zehn

Mitglieder gemeinsam mit dem FU-Präsidium die

Meinung vertreten,

Maaßen habe nach Recht und Gesetz gehandelt, ihm sei nichts vorzuwerfen. akü

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