Deutsch-polnisches Verhältnis : Warschau: Deutsche Medien Schuld am schlechten Klima

Nach Ansicht von Polens Außenministerin sind die deutschen Medien verantwortlich für die jüngsten Verstimmungen zwischen Berlin und Warschau. Aber auch das Titelbild einer polnischen Zeitschrift mit der barbusigen Angela Merkel sei "geschmacklos".

WarschauDie polnische Außenministerin Anna Fotyga hat angesichts der jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Warschau und Berlin die Haltung ihrer Regierung verteidigt. Polen führe keine antideutsche Politik, sagte sie in einem Interview mit der konservativen Zeitung "Rzeczpospolita". Nach einer am Vortag in der Zeitung veröffentlichten Umfrage glauben dies 56 Prozent der Deutschen.

An dieser Entwicklung seien die deutschen Medien Schuld, sagte Fotyga. Diese hätten vor dem Brüsseler EU-Gipfel einen solchen Eindruck polnischer Politik vermittelt. "Nur einzelne deutsche Blätter räumten uns das Recht zum Kampf um eigene Interessen ein und wollten unsere Argumente hören", sagte die polnische Chefdiplomatin.

Kein dauerhafter Einfluss auf das deutsch-polnische Verhältnis

"Uns liegt an besten bilateralen Kontakten mit unseren westlichen Nachbarn", betonte Fotyga. Manchmal komme es in der Politik aber zu Interessenkollisionen. Solche Diskussionen sollten jedoch keinen dauerhaften Einfluss auf die Beziehungen zwischen Staaten haben.

Die Ministerin nahm auch polnische Medien nicht von Kritik aus. Die am Montag auf dem Titelblatt des Magazins "Wprost" veröffentlichte Fotomontage einer barbusigen Angela Merkel als "Stiefmutter Europa" sei geschmacklos gewesen, sagte sie. (mit dpa)

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