Deutsch-russische Gespräche : Putin reist nach Iran

Der russische Präsident Putin wird heute Abend von Deutschland aus nach Iran weiter reisen. Er beendete Spekulationen über eine Absage. Russische Medien hatten berichtet, er werde wegen mehrerer Anschlagswarnungen nicht fahren.

Deutsch-russische Regierungskonsultationen
Wladimir Putin und Angela Merkel. -Foto: dpa

Moskau/Teheran/WiesbadenDer russische Präsident Wladimir Putin hält an seiner geplanten Reise nach Teheran fest. Er werde "natürlich" wie geplant in den Iran reisen, sagte Putin in Wiesbaden. "Wenn ich dauernd auf alle Drohungen reagieren und auf die Empfehlungen des Sicherheitsdienstes hören würde, dürfte ich nicht aus dem Haus gehen." Die russische Presse hatte am Sonntag Informationen veröffentlicht, wonach im Iran ein Anschlag auf den russischen Staatschef geplant werde.

Am Vorabend hatten russische Medien unter Berufung auf Geheimdienstquellen berichtet, gleich mehrere iranische Selbstmordkommandos planten Anschläge auf Putin. Bisher hatte es wiederholt geheißen, der Kremlchef wolle dennoch am Abend von Deutschland aus nach Iran fliegen. Neben der Teilnahme am Treffen der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres sollte Putin am Dienstag in Teheran auch über das umstrittene iranische Atomprogramm sprechen.

Zusammenarbeit mit Deutschland intensivieren

Bei den Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte Putin an, dass Russland über die kommenden Parlaments- und Präsidentenwahlen hinaus eng mit Deutschland zusammenarbeiten werde. "Ich bin überzeugt, dass es hier keine Veränderungen geben wird", sagte er. Der Kremlchef hatte zuletzt gesagt, dass er nach einem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt im Frühjahr weiter in der Politik bleiben könnte, beispielsweise als Ministerpräsident.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Energieversorgung gemeinsame Interessen Deutschlands und Russland. Deutschland sei abhängig von russischen Lieferungen, gleichzeitig biete der Modernisierungsbedarf der russischen Wirtschaft Chancen für deutsche Unternehmen, sagte Merkel.

Über die Lage in Russland vor den Wahlen hatten Merkel und Putin bei einem ersten Treffen am Vorabend gesprochen. In dem Weinort Hattenheim berieten sie auch über internationale Konflikte wie das iranische Atomprogramm, das Kosovo und den Nahen Osten. (mit dpa, AFP)

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