Politik : Deutsche Bahn kündigt Beitritt zur Stiftungsinitiative an

Die Deutsche Bahn AG will sich an der Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter beteiligen. Wie das Unternehmen am Freitag in Berlin ankündigte, wird es der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft beitreten. Dies geschehe, obwohl die Deutsche Bahn nicht die Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn sei, "die seinerzeit unter den Zwängen der politischen und militärischen Diktatur stand", unterstrich das Unternehmen. Rechtsnachfolger der Reichsbahn sei das Bundeseisenbahnvermögen.

Welchen Beitrag die Deutsche Bahn leisten will, blieb offen. Die Unternehmensführung habe das Ziel, zu einer "angemessenen Beteiligung" zu kommen, hieß es in einer Erklärung. Das Unternehmen unterstütze damit auch den Aufruf des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft. Diese Vereinigung, in der 15 Verbände zusammengeschlossen sind, hatte die gesamte deutsche Wirtschaft aufgerufen, sich unabhängig von juristischer Schuld an der Initiative zu beteiligen. "Diese moralische Verantwortung der deutschen Wirtschaft als Ganzes sieht auch die Deutsche Bahn AG", erklärte das Unternehmen.

Die deutsche Wirtschaft hatte bis Anfang Januar erst knapp zwei Milliarden der vereinbarten fünf Milliarden Mark für die Entschädigung zusammen. Die fehlenden drei Milliarden Mark seien sehr viel Geld und es gebe noch "sehr, sehr viel zu tun", erklärte der Sprecher der Stiftungsinitiative, Wolfgang Gibowski. Rechnerisch müssten 3000 Firmen jeweils eine Million Mark einbringen. Die Bundesregierung hatte bei der Einigung mit den Opferanwälten weitere fünf Milliarden Mark für den Fonds zugesagt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar