Politik : Deutsche Behörden prüfen Atomschmuggel-Verdacht

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Hamburg/Berlin - Im Zusammenhang mit dem Giftmord an dem russischen Ex-Spion Alexander Litwinenko prüfen deutsche Sicherheitsbehörden auch mögliche Hinweise auf illegalen Atomschmuggel über das Gebiet der Bundesrepublik. „Neben allen anderen Thesen zum Hintergrund dieses Verbrechens nehmen wir auch die Möglichkeit ernst, dass Litwinenkos Tod im Zusammenhang mit Nuklearschmuggel stehen könnte“, sagte ein Sicherheitsbeamter der „Berliner Zeitung“ vom Mittwoch.

Für illegalen Atomschmuggel gebe es zwar „keine wirklich belastbaren Indizien“. Aber Geheimdienstkreise schlössen die Möglichkeit nicht aus, dass das Polonium, an dem Litwinenko gestorben war, über Deutschland nach London geschmuggelt wurde, um dort einen Verkauf anzubahnen. „Wir wissen, dass es seit einigen Jahren in terroristischen Kreisen einen Bedarf an Nuklearmaterial gibt“, sagte der Beamte. Es sei „nicht völlig abwegig“, dass Litwinenkos Kontaktleute in Schmuggelgeschäfte verstrickt sein könnten. Unterdessen wird auch über eine Spur nach Berlin spekuliert.

Der russische Geschäftsmann Andrej Lugowoj ist nach seiner Auffassung bereits am 16. Oktober in London mit Polonium 210 vergiftet worden. Er verwies genau wie der Litwinenko-Kontaktmann Kowtun darauf, dass beide sich im Oktober in London mit dem an Polonium gestorbenen Litwinenko getroffen hatten. „Wir haben nur ein Mal am 16. Oktober die Sicherheitsfirma in London besucht, bei der dann Spuren von Polonium 210 gefunden wurden“, sagte Lugowoi. Am 1. November sei er nicht dort gewesen. „Das heißt, dass man uns schon bei der ersten Reise vergiftet hat.“ Die britische Polizei geht davon aus, dass Litwinenko beim Treffen der drei Russen in London am 1. November vergiftet wurde. AFP/dpa

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