• Deutsche Firmen machten bei Atomgeschäften mit Fischer bestätigt Vorwürfe von Pakistans Außenminister

Politik : Deutsche Firmen machten bei Atomgeschäften mit Fischer bestätigt Vorwürfe von Pakistans Außenminister

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(dpa). Angesichts des Atomskandals in Pakistan hat Außenminister Joschka Fischer zu verstärkten Anstrengungen gegen die illegale Weitergabe von Nukleartechnologie aufgerufen. Zu den Vorwürfen Islamabads, in den pakistanischen Atomhandel seien drei Deutsche involviert gewesen, sagte Fischer am Montag, es handele sich um „Altfälle aus früheren Jahren“, die bereits strafrechtlich geahndet worden seien.

Nach einem Treffen mit Pakistans Außenminister Khurshid Mehmoud Kasuri sagte Fischer in Berlin, eine „enge und dauerhafte Zusammenarbeit“ mit der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien (IAEO) sei „von extremer Bedeutung“.

Kasuri sagte in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“, Pakistan habe die Namen von drei Deutschen. Es gehe um „Aktivitäten in den 80er und 90er Jahren, als das pakistanische Atomprogramm geheim war“, fügte der pakistanische Außenminister hinzu. Nach Angaben des Auswärtigen Amts hat sich 1988 bis 1990 ein Bundestagsausschuss mit den Fällen beschäftigt. Sie seien gerichtlich aufgearbeitet worden. Kasuri sagte, die Namen der in die Weitergabe von Atomtechnologie involvierten Deutschen habe Pakistan von der IAEO und von Iran erhalten. Er rechtfertigte den Umgang der pakistanischen Führung mit dem Atomskandal. Pakistan stehe unter immensem Druck. Niemand sei bei den Ermittlungen geschont worden. Zugleich sagte Kasuri „volle Kooperation mit der IAEO“ zu.

In der vergangenen Woche hatte der als Nationalheld geltende pakistanische Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan die Verantwortung für die Weitergabe von Technologie an Iran, Libyen und Nordkorea übernommen. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hatte ihn daraufhin begnadigt.

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