Politik : Deutsche Geisel in Mali kommt frei

Bamako/Berlin - Drei Monate nach ihrer Entführung im Grenzgebiet zwischen Mali und Niger ist die Deutsche Marianne P. wieder frei. Nach Angaben eines malischen Offiziellen wurde die pensionierte Lehrerin im Norden Malis am Mittwoch zusammen mit einer Schweizer Touristin und zwei kanadischen UN-Diplomaten freigelassen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte hat die Freilassung der Frau. Sie befinde sich derzeit in der Obhut von malischen Stellen, sei „von den Strapazen der Verschleppung“ gezeichnet und werde medizinisch betreut, erklärte Steinmeier am Mittwochabend.

Die 77-jährige frühere Lehrerin aus Darmstadt war am 22. Januar mit einem Ehepaar aus der Schweiz und einem Briten verschleppt worden. Der Mann der Schweizerin und der Brite werden den malischen Angaben zufolge weiter von den Entführern festgehalten. Die Reisegruppe der Touristen befand sich auf der Fahrt von einem Tuareg-Kulturfest im malischen Anderamboukane in die nigrische Hauptstadt Niamey, als die Angreifer den Fahrzeugkonvoi im Grenzgebiet zum Niger stoppten. Vor anderthalb Monaten hatte sich der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerks Al Qaida der Entführung bezichtigt. Die Kanadier waren schon im Dezember entführt worden. Die Entführer forderten zunächst die Freilassung von zwei in Mali festgehaltenen Komplizen. Einer von ihnen kam nach malischen Angaben aber bei einem Gefängniswechsel durch einen Verkehrsunfall ums Leben. Später wollten die Entführer ihre Geiseln gegen in Europa inhaftierte Islamisten austauschen. AFP/dpa

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