Politik : Deutsche Leopard-Panzer für Saudi-Arabien?

Berlin – Deutschland will offenbar erstmals schwere Kampfpanzer des Typs „Leopard“ nach Saudi-Arabien liefern. Der Bundessicherheitsrat habe den Export gebilligt, berichtet der „Spiegel“. Ein Regierungssprecher verwies am Sonntag in Berlin auf die strikte Geheimhaltung im Bundessicherheitsrat und nahm zu dem Bericht weiter keine Stellung. Der Rat ist ein Ausschuss des Kabinetts und das höchste Organ für die Sicherheitspolitik der Bundesrepublik.

Laut „Spiegel“ hat Saudi-Arabien Interesse an mehr als 200 neuen Panzern des Typs „2A7+“, einer aufgerüsteten Variante des „Leopard 2“, des Standardpanzers der Bundeswehr. Hersteller Krauss-Maffei Wegmann preist den „2A7+“ als „Kampfpanzer des 21. Jahrhunderts“ an, der auf die neuen Aufgaben der Streitkräfte vorbereitet sei: „Nicht mehr die klare Front des Kalten Krieges, sondern viele lokale Brennpunkte auf dem ganzen Globus zählen zu den Einsatzszenarien moderner Armeen.“ Der Panzer mit 1500 PS verfügt demnach über eine „verbesserte Aufklärungsfähigkeit“ und einen Räumschild.

Der Rüstungsexperte der Linksfraktion, Jan van Aken, kritisierte den möglichen Waffenhandel scharf. „Die schlimmsten Unterdrücker bekommen die tödlichsten deutschen Panzer – das ist Merkels Beitrag zum arabischen Frühling“, erklärte er am Wochenende in Berlin. „Saudi-Arabien schlägt den Aufstand in Bahrain nieder und gehört zu den schlimmsten Menschenrechtsverletzern der Region. Trotzdem baut Deutschland den Saudis eine Sturmgewehrfabrik, bildet saudische Grenzer aus und will jetzt auch noch Panzer liefern.“ Die Linke werde zu dem Vorgang eine aktuelle Stunde im Bundestag beantragen. dapd

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