Politik : Deutsche Marine soll führen

Christoph Link

Die deutsche Marine soll nach dem Wunsch der USA in die Führung der Operation "Enduring Freedom" eingebunden werden und internationale Seestreitkräfte am Horn von Afrika leiten. Dies teilte der deutsche Flottillenadmiral Gottfried Hoch nach einem Besuch im US-Stützpunkt in Bahrein mit. Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte auf Anfrage diese Nachricht und erkläre, Verteidigungsminister Rudolf Scharping werde nächste Woche mit seinem US-Kollegen Donald Rumsfeld darüber beraten und Bedingungen stellen.

Mit einiger Genugtuung ist die Nachricht bei den 1250 deutschen Marinesoldaten in Dschibuti aufgenommen worden. Die von den USA gewünschte "Beförderung" der Deutschen in der Anti-Terroroperation wird als Anerkennung der mühseligen Aufklärungsarbeit gewertet, die die zwölf Kriegsschiffe der Marine am Roten Meer und im Golf von Aden seit Januar leisten. Konkret lautet der von US-Admiral Timothy J. Keating den Deutschen angetragene Auftrag, dass sie für das Gebiet am Horn von Afrika die verantwortliche Befehlsgewalt erhalten. In der Operation "Enduring Freedom" sind insgesamt rund 90 Schiffe aus 16 Nationen beteiligt.

Es geht in den Seegebieten am Horn von Afrika und in der Nordarabischen See darum, Seewege freizuhalten und Terroristen Seeverbindungen abzuschneiden. Sollte Berlin das Angebot annehmen, würde der Kommandeur des deutschen Einsatzverbandes - der jetzige "Commander Task Group" - aufrücken zum Kommandeur der maritimen Koalitionsstreitkräfte - zum "Commander Task Force".

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