Politik : Deutsche sollen für Abzug der US-Truppen zahlen Verhandlungen in dieser Woche

Hohe Belastungen für Eichel?

Malte Lehming

Washington. Die Regierung der USA will, dass sich ihre Verbündeten an der geplanten Umstrukturierung der im Ausland stationierten amerikanischen Streitkräfte auch finanziell beteiligen. „Wir werden mit allen betroffenen Ländern darüber reden, inwieweit sie selbst die Kosten dafür übernehmen können“, sagte am Dienstag in Washington der Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Douglas Feith.

Insbesondere auf Deutschland könnten dadurch erhebliche Belastungen zukommen. Rund 80 000 der insgesamt 119 000 in Europa stationierten US-Soldaten befinden sich in Deutschland. Etwa zwanzig Prozent davon sollen angeblich abgezogen werden. Genaue Zahlen wollte Feith nicht nennen. „Die USA planen die größte globale Umstrukturierung ihrer Sicherheitskräfte, seit sie eine Supermacht sind“, sagte er. Außerdem kündigte er an, gemeinsam mit dem Staatssekretär des US-Außenministeriums, Mark Grossman, bereits in der kommenden Woche in Deutschland die Verhandlungen aufzunehmen. Natürlich verändere sich durch die Umsetzung des neuen Stationierungskonzepts auch die Infrastruktur der in Deutschland stationierten US-Truppen, sagte Feith.

Abschließende Entscheidungen indes seien noch nicht gefällt worden. Die Konsultationen mit den Verbündeten seien „real“. Das Ziel sei klar: Die militärischen Fähigkeiten der amerikanischen Streitkräfte müssten vergrößert und deren Zahl gleichzeitig drastisch gesenkt werden. Seit dem Amtsantritt von Präsident George W. Bush sei an diesen Plänen gearbeitet worden. Die treibende Kraft sei Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gewesen. Jetzt sei die Zeit der Umsetzung gekommen.

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