• Deutsche Umwelthilfe : Die Dienstwagen des politischen Spitzenpersonals werden klimafreundlicher

Deutsche Umwelthilfe : Die Dienstwagen des politischen Spitzenpersonals werden klimafreundlicher

Winfried Kretschmann liegt in der DUH-Umfrage vorn. Er bekommt eine „Grüne Karte“ für seinen Dienstwagen. Bayerische Politiker bleiben Schlusslichter im Länder- und Parteienranking. Klaus Wowereit bekommt wieder eine "Rote Karte".

Tycho Schildbach
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) in seinem Hybrid-Dienstwagen.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) in seinem Hybrid-Dienstwagen.Foto: dpa

Der Ärger ist programmiert. Aber die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sucht ihn auch jedes Jahr. Die Umweltorganisation hat einmal mehr das politische Spitzenpersonal nach ihren Dienstwagen befragt. Insgesamt gaben 228 Spitzenpolitiker Auskunft über CO2-Ausstoß, Spritverbrauch und Motorleistung ihrer Autos. Die DUH vergab grüne, gelbe und rote Karten abhängig von den CO2-Emissionen der Fahrzeuge. Als umweltfreundlich gilt ein CO2-Austoß pro Kilometer bis zum EU-Zielwert von 130 Gramm. Die DUH zückt die „Rote Karte“, wenn ein Fahrzeug mehr als 175 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstößt.

„Wir stellen erstmals in der achtjährigen Geschichte einen klaren Trend hin zu sparsameren Fahrzeugen mit weniger Klimagasemissionen fest. So konnten wir deutlich mehr Politiker für die Einhaltung des EU-Zielwerts mit einer ‚Grünen Karte' auszeichnen als wir ‚Rote Karten' verteilen mussten. Leider mussten wir fünf Ministerpräsidenten eine ‚Rote Karte' für ihre nicht mehr zeitgemäßen übermotorisierten Limousinen zeigen", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Die DUH zeigt allen Bundesministern die „Gelbe Karte“. Im Vergleich der Ministerien kristallisiert sich deutlich ein unterschiedlich ausgeprägtes Umweltbewusstsein heraus. So erzeugen die Dienstwagen im Umweltministerium im Durchschnitt ein Viertel weniger CO2 als im Finanzministerium.

Wowereit sieht wieder die „rote Karte“

Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erhielt wieder die "rote Karte" beim Umweltschutz.
Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erhielt wieder die "rote Karte" beim Umweltschutz.Foto: dpa

Bei den Landesregierungen hat sich der positive Trend aus dem Vorjahr deutlich beschleunigt. Erstmals hält mit Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ein Ministerpräsident den EU-Grenzwert ein. Der baden-württembergische Landesvater fährt einen Mercedes Benz S 300 mit Hybrid-Antrieb und einem CO2-Ausstoß von 115 Gramm pro Kilometer. Berlins regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zeigt die DUH hingegen die rote Karte – wie auch schon in den letzten Jahren. Sein hoch gesicherter Audi A8 liegt deutschlandweit auf den letzten Plätzen. Im Länderranking belegt der Berliner Senat den siebten Platz. Schlusslicht ist das CSU-regierte Bayern mit einem Durchschnittswert von 178 Gramm CO2 pro Kilometer.

CSU wieder Schlusslicht im Parteienvergleich

Besonders interessant ist das Ranking der CO2-Emmission nach Parteien auf Landesebene: Spitzenpolitiker der Grünen erreichen exakt den EU-Grenzwert (130 Gramm CO2 pro Kilometer), gefolgt von den Linken und der SPD. Die FDP liegt gleichauf mit der CDU. Das Schlusslicht im Klimaschutz bilden wie in den Vorjahren die Spitzenpolitiker der CSU.

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