Politik : Deutscher in Riad ermordet?

-

Riad/Berlin In Saudi-Arabien ist am Sonntag möglicherweise ein weiterer westlicher Ausländer tot aufgefunden worden. Aus saudischen Sicherheitskreisen in Riad hieß es, es handele sich bei dem Toten mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Deutschen. Von der Polizeidirektion der Region wurde indes dementiert, dass überhaupt eine Leiche gefunden worden sei. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin war zunächst keine Bestätigung für den Tod eines Deutschen zu bekommen. Die deutsche Botschaft in Riad sei eingeschaltet und stehe in ständigem Kontakt zu den saudischen Behörden, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Sonntagabend mit.

Am Samstag hatten militante Islamisten des Al-Qaida-Netzwerks einen US-Amerikaner erschossen und einen zweiten entführt. Eine zur Al Qaida gehörende Gruppe bekannte sich zu dem Mord an dem Amerikaner. Auf ihrer Website veröffentlichte die „Al-Qaida-Organisation auf der Arabischen Halbinsel“ ferner den Pass von Paul M. Johnson Jr. und drohte ihm die gleiche Behandlung wie „unseren Brüdern in Guantanamo und Abu Ghraib“ an. Johnsons arbeitete für den US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.

US-Außenminister Colin Powell äußerte sich besorgt über das Schicksal Johnsons. „Wir werden alle unsere Möglichkeiten einsetzen, um ihm zu helfen“, sagte Powell dem US-Fernsehsender ABC. Washington forderte alle Amerikaner auf, Saudi-Arabien zu verlassen. Die britische Regierung stellte zunächst Angehörigen britischer Arbeitnehmer in Saudi-Arabien die Ausreise aus dem Ölstaat frei. dpa

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben