Politik : Deutscher in Somalia entführt

Mogadischu - Bewaffnete haben im Norden Somalias einen Deutschen und dessen somalische Ehefrau entführt. Das Paar sei am Samstagabend in der Region Puntland gekidnappt worden, teilte die örtliche Polizei am Sonntag mit. Die beiden hielten sich demnach in der Hafenstadt Bosasso auf, als die Entführer sie in die umliegenden Berge verschleppten. Ein Berater des Präsidenten von Puntland bestätigte die Angaben. Der Mann hatte sich nach seinen Angaben bereits mehrere Wochen in Somalia aufgehalten. Er habe die Familie seiner Frau besuchen wollen. „Uns wurde gesagt, dass er ein Muslim ist, dessen somalische Ehefrau aus Bosasso stammt.“

Die Zahl der Entführungen von Ausländern hat in den vergangenen Monaten in Somalia stark zugenommen. Meist verlangen die Entführer Lösegeld. Seit Ende August werden in dem Land am Horn von Afrika eine kanadische Journalistin, ein australischer Fotograf und ein somalischer Journalist sowie deren somalischer Fahrer festgehalten. Die meisten Entführungen in Somalia gehen jedoch auf das Konto von Piraten, die immer wieder ausländische Schiffe und Boote im Indischen Ozean und im Golf von Aden angreifen. Am Sonntag erklärte das griechische Handelsmarineministerium in Athen, dass vor Somalia das zweite griechische Schiff binnen einer Woche von Piraten attackiert worden sei. Ob es sich um eine Entführung handelte, war zunächst unklar.

In Somalia herrscht seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 Bürgerkrieg, es gibt keine Staatsgewalt mehr. Die Region Puntland, die ihre Unabhängigkeit erklärt hat, blieb bisher von Gewalt weitgehend verschont. Sie ist aber Rückzugsort für Piraten und Schmuggler. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar