Politik : Deutscher Islamist in Pakistan festgenommen

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Berlin - Die pakistanischen Sicherheitsbehörden haben Anfang der Woche einen deutschen Islamisten festgenommen, der offenbar die Terrorszene verlassen und nach Deutschland zurückkehren wollte. Nach Informationen des Tagesspiegels handelt es sich um einen Mann namens Rami M., der früher in Hamburg gelebt haben soll. Seine Eltern sind offenbar aus einem arabischen Land zugewandert, aufgewachsen ist er offenbar in Hessen. „Er ist ein Aussteiger“, hieß es in Sicherheitskreisen. Rami M., etwa 30 Jahre alt, war in eine Burka gehüllt, als er in der Region Bannu festgenommen wurde. Bannu grenzt im Osten an Nordwasiristan, wo sich mehrere islamistische Terrororganisationen eingenistet haben. Rami M. sei eine Kontaktperson für an- und abreisende Islamisten gewesen, sagten Sicherheitsexperten.

In Begleitung von M. befanden sich nach Angaben der pakistanischen Polizei zwei Stammesangehörige und ein etwa sechs Jahre altes Mädchen. Rami M. soll mit einer Pistole bewaffnet gewesen sein. Nach Bannu kam er offenbar aus Nordwasiristan. In der Grenzregion zu Afghanistan halten sich mehrere deutsche Islamisten auf, die zum Teil als „Deutsche Taliban Mujahedeen“ auftreten. Ende April hatten pakistanische Sicherheitskräfte in einem Gefecht zwei mutmaßliche Mitglieder erschossen. Einer war der Saarländer Eric Breininger, der zum Umfeld der Sauerlandgruppe zählte, die in Deutschland Anschläge mit Autobomben verüben wollte. Der zweite Tote wurde als Danny R. identifiziert. Er war aus Berlin ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gereist.

Warum Rami M. aussteigen wollte, ist offen. Mehrfach haben Islamisten aus Deutschland, die sich in die raue Welt der Terrorgruppen in Wasiristan begeben hatten, über die harten Lebensbedingungen dort geklagt. Frank Jansen

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