Politik : Deutsches Vorauskommando für Kabul gestartet

Zum Thema Online Spezial: Die Bundeswehr im Einsatz
Orangerot schimmert die aufgehende Wintersonne und taucht die Rollbahn in ein glänzendes Licht. Für das Naturschauspiel hat Dirk Schulze jedoch keinen Sinn. "Es ist ein komisches Gefühl für uns alle", sagt der 30-jährige Oberleutnant. Im Hintergrund laufen die Motoren von zwei Transall-Maschinen warm. Gemeinsam mit 69 weiteren Soldaten fliegt Schulze vom Militärflughafen Köln-Wahn nach Bagram bei Kabul - als Mitglied des Vorauskommandos für die internationale Afghanistan-Schutztruppe (Isaf).

"Soldatenglück und Gottes Segen" wünschte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Friedrich Riechmann. 30 Niederländer, 15 dänische Minen-Experten und zwei Österreicher werden die Bundeswehr-Soldaten begleiten. Bis zu 270 Personen wird das internationale Vorauskommando insgesamt umfassen. Sie sollen die Ankunft des Isaf-Hauptkontingents Ende Januar vorbereiten. "Ein spartanisches Leben kommt auf uns zu", sagt Schulzes Chef, Brigadegeneral Carl Hubertus von Butler. Beheizte Zelte werden das Zuhause der Soldaten sein. Von einem leergeräumten Warenhaus hat Schulze auch gehört. "Vielleicht werden wir dort untergebracht." Seine Eltern hätten Angst um ihn. "Wir haben Weihnachten ganz besonders intensiv gefeiert."

Sieben Jahre älter und an Auslandserfahrung reicher ist Schulzes Kamerad Hermann Falter, Hauptfeldwebel aus Bayern. "Ich war schon in Somalia und auf dem Balkan dabei", sagt der Familienvater. Für den Afghanistan-Einsatz habe er sich "routinemäßig" vorbereitet: "Da schreibt man halt das Testament noch mal neu." Seit dem Wochenende warteten die 70 Soldaten auf ihren Abflug. "Ihre Sicherheit steht bei allen Überlegungen im Vordergrund", versicherte Generalleutnant Riechmann zum Abschied.

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