Politik : Deutschland für Fachkräfte attraktiver Bilanz nach einem Jahr Anerkennungsgesetz

Berlin - Die vor einem Jahr beschlossene stärkere und raschere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse hat Deutschland aus Sicht des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) für Fachkräfte attraktiver gemacht. Das zeige die Zahl von 337 000 Anfragen bisher, von denen 40 Prozent aus dem Ausland kämen, erklärte die SVR-Vorsitzende Christine Langenfeld. Allerdings gebe es noch viel zu wenige Anträge: Berechtigt seien etwa 285 000 Menschen, doch erst einige Zehntausend hätten die Anerkennung ihres Abschlusses beantragt. Das Angebot müsse dringend bekannter werden. Die Wirtschaft und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) nannten das Gesetz einen Erfolg. BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser sprach von einem wichtigen Beitrag zur Milderung des drohenden Fachkräftemangels in Deutschland.

Das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“, kurz „Anerkennungsgesetz“, trat am 1. April 2012 in Kraft. Während es bis dahin verschiedensten Behörden und Kammern überlassen war, ob sie ausländische Examen oder Berufserfahrung überhaupt prüften, gibt es seither einen Rechtsanspruch darauf.

In Deutschland haben etwa drei Millionen Menschen ausländische Abschlüsse. Viele können aber wegen fehlender Anerkennung nicht in ihren Berufen arbeiten oder werden bezahlt, als seien sie nicht ausreichend qualifiziert. Ob das neue Gesetz gewirkt hat, soll erst 2016 abschließend beurteilt werden; bis zum kommenden Herbst dürften erste bundesweite Zahlen vorliegen. Weil es mehr als 1000 zuständige Stellen gebe, seien die aktuellen Zahlen noch nicht sehr aussagekräftig, sagte die Leiterin des zentralen Informationsportals „anerkennung-in-deutschland.de“, Claudia Moravek, dem „Mediendienst Integration“. ade

0 Kommentare

Neuester Kommentar