Deutschland : Immer älter, immer weniger

Die Bevölkerungszahl in Deutschland wird voraussichtlich von derzeit 82,4 Millionen Einwohnern bis 2050 auf 69 bis 74 Millionen zurückgehen. Dies zeigen Varianten einer Bevölkerungs-Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes.

Berlin - Bei diesen Varianten, die sich nur in der Höhe der Zuwanderung unterscheiden, wird eine Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung angenommen. Der Prognose zufolge wird es auch weniger Kinder geben - und noch mehr ältere Menschen. Die Zahl der 60-Jährigen werde 2050 mit gut einer Million Menschen doppelt so hoch sein wie die Zahl der Neugeborenen. Im vergangenen Jahr gab es noch fast genauso viele Neugeborene wie 60-Jährige.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) betonte: "Die Zahlen führen uns die Dramatik der demografischen Entwicklung in Deutschland ganz klar vor Augen." Die gegenwärtige Mentalität sei auch die Folge der "über Jahrzehnte gewachsenen systematischen und strukturellen Benachteiligung der Menschen, die Kinder bekommen und erziehen".

Schäuble: Folge muss Rente mit 67 sein

Von der Leyen fügte hinzu: "Damit ist auch das natürliche Empfinden untergegangen für die Glücksgefühle, die Zuversicht und die Kraft, die Kinder mit sich bringen." Es sei entscheidend, dies wieder zu entdecken. Die Bundesregierung habe mit der Einführung des Elterngeldes die Möglichkeit für Paare geschaffen, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, ohne Benachteiligungen im Berufsleben befürchten zu müssen.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte: "Wir leben immer länger - und es wachsen immer weniger Kinder nach. Deutschland wird deshalb in den nächsten Jahrzehnten deutlich altern." Zuwanderung könne diesen Trend zwar abschwächen, aber nicht aufhalten. Notwendig seien deshalb "grundlegende Anpassungen in Wirtschaft und Gesellschaft". Eine "logische Folge" der gestiegenen Lebenserwartung sei die schrittweise Anhebung des Renteneintrittalters auf 67 Jahre. (tso/ddp)

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