Politik : Deutschland legt bei Rüstungsexporten zu

Berlin - Deutsche Rüstungsfirmen haben ihren Anteil am boomenden Weltmarkt zuletzt weiter gesteigert. In den vergangenen fünf Jahren stammte ein Zehntel aller weltweit exportierten Gewehre, Panzer und Kriegsschiffe aus Deutschland – in den Jahren 2001 bis 2005 waren es sieben Prozent. Damit gehören die Waffenschmieden zwischen Flensburg und Garmisch-Patenkirchen zu den exportstärksten überhaupt: Sie liegen auf Rang drei der weltgrößten Rüstungsexporteure, hinter den USA und Russland, auf die mehr als die Hälfte der weltweiten Lieferungen entfällt. Das geht aus einem Bericht des Stockholmer Instituts für Friedensforschung Sipri hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.

Wichtigste Absatzmärkte waren Griechenland, Südafrika und die Türkei. Vor allem die militärischen Ambitionen der asiatischen Mächte China und Indien waren es, die der Waffenindustrie volle Auftragsbücher bescherten. Das Volumen der Rüstungsgeschäfte insgesamt stieg in den vergangenen fünf Jahren um 24 Prozent im Vergleich zum Zeitraum 2001 bis 2005. Laut Sipri leisteten sich die Waffenherstellerfirmen und -länder einen „intensiven Konkurrenzkampf“ beim Verkauf von Rüstungsgütern. Dabei seien der Nahe Osten und die Staaten Nordafrikas, wo es in den vergangenen Wochen Massenproteste gegen die Regierungen gegeben hatte und noch gibt, als „potenziell lukrative Märkte“ betrachtet worden. Besonders die Vereinigten Arabischen Emirate, Israel, Ägypten und Algerien hätten viele Waffen importiert. Auch Libyen sei ein begehrtes Ziel der Waffenexporteure gewesen, Frankreich, Italien, Russland und Großbritannien hätten sich einen Wettstreit um Waffenverkäufe geliefert. Libyen habe aber trotz des Endes eines UN-Waffenembargos 2003 keine größeren Aufträge ausgeschrieben. mis

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