Politik : Deutschland startet furios in die WM

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Spielfreude und Einsatzbereitschaft zeichneten die deutsche Mannschaft von der ersten Spielminute an aus. Das hoch motivierte Team setzte Völlers Vorgaben um und ließ Saudi-Arabien mit seinem Tempo-Fußball kaum Zeit zum Luftholen. Überraschend gut spielte die deutsche Offensive, in der Klose mit drei Toren brillierte. In seinem 13. Länderspiel glückte dem Lauterer Torjäger sein drittes Drei-Tore-Spiel in diesem Jahr nach den Erfolgen gegen Israel und Österreich. An Kloses Seite bot Jancker eines seiner besten Spiele im Nationaltrikot. Der oft kritisierte Münchner rechtfertigte Völlers Vertrauen mit Laufbereitschaft und Engagement. Bereits in den ersten zehn Spielminuten erarbeitete sich Jancker drei Torchancen. Kurz vor der Pause wurde er mit einem Treffer belohnt – es war bereits das 4:0.

Zwei Flanken von Ballack auf Klose brachten Mitte der ersten Halbzeit die Vorentscheidung gegen den dreifachen Asien-Meister. Mit zwei platzierten Kopfbällen ließ Klose dem saudischen Torwart Mohammed Al-Deayea keine Chance. Kurz darauf kam die deutsche Mannschaft durch Ballack nach einer Flanke von Christian Ziege zum 3:0.

Nach einer Verschnaufpause drehten die Deutschen Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal auf und erzielten vier weitere Treffer. Wieder leitete Klose den Torreigen ein, danach traf Linke – ebenfalls per Kopf – zu seinem ersten Ländespiel-Tor. Der eingewechselte Bierhoff sowie Schneider mit einem spektakulären Freistoß-Treffer rundeten den sensationellen Auftritt ab. Höhere WM-Siege hatten bisher nur Ungarn (10:1 gegen El Salvador und 9:0 gegen Südkorea) sowie Jugoslawien (9:0 gegen Zaire) gefeiert.

Völler war diese Statistik egal. Der Teamchef versuchte nach dem Schlusspfiff, die Gemüter zu beruhigen. „Die Moral in der Mannschaft stimmt absolut“, meinte Völler, „aber jetzt ist es wichtig, dass wir den Ball flach halten.“ Fußballtrainer Christoph Daum sagte dem Tagesspiegel, das Ergebnis sei überraschend hoch, das Spiel aber eher schwach gewesen. „Solche enormen Leistungsunterschiede sollte es bei einer WM nicht geben“, sagte Daum. „Die deutsche Mannschaft hat sich den Frust heruntergespielt.“

In der deutschen Gruppe trennten sich die beiden anderen Teams, Kamerun und Irland, mit einem 1:1-Unentschieden. Kameruns Stürmer Patrick Mboma brachte die Elf des deutschen Trainers Winfried Schäfer in Führung. In der zweiten Halbzeit glichen die Iren aus. Matt Holland, der den suspendierten Kapitän Roy Keane ersetzte, traf mit einem Schuss aus 30 Metern Entfernung.

In Gruppe A kamen die Dänen zu einem 2:1-Sieg über Uruguay. Entscheidender Spieler war der dänische Stürmer Jon Dahl Tomasson, der zweimal traf. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Dario Rodriguez. Die Dänen führen nun die Gruppe A an, nachdem am Freitag Frankreich überraschend mit 0:1 gegen Senegal verloren hatte.

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