Politik : Deutschland streitet mit Italien über „Cap Anamur“

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Rom/Berlin Die Affäre um das deutsche Flüchtlingsschiff „Cap Anamur“ beschäftigt nun die Regierungen von Italien und Deutschland. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) und die Menschenrechtsbeauftragte Claudia Roth (Grüne) forderten am Dienstag die Freilassung des „Cap-Anamur“-Chefs Elias Bierdel. Er war zusammen mit Kapitän Stefan Schmidt und dem Ersten Offizier festgenommen worden, nachdem die „Cap Anamur“ nach dreiwöchiger Wartezeit im sizilianischen Porto Empedocle anlegen durfte. Das Auswärtige Amt nahm Kontakt zum römischen Außenministerium auf.

Nach Ansicht des Europaabgeordneten Armin Laschet (CDU) verdeutlichen die Ereignisse die Notwendigkeit eines europaweiten Asylrechts. Wieczorek-Zeul sagte, Bierdel dürfe nicht dafür bestraft werden, dass er Menschen helfen wollte. „Cap-Anamur“-Gründer Rupert Neudeck wies Vorwürfe zurück, Bierdel habe das Flüchtlingsdrama ausgenutzt, um Werbung für seine Organisation zu machen: „Die Aktion war nicht inszeniert“, sagte er dem Tagesspiegel.

In Italien wird den Aktivisten Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen. Die Flüchtlinge befinden sich in einem Aufnahmelager bei Agrigent, wo sie Asyl in Italien beantragt haben. Die „Cap Anamur“ hatte nach eigenen Angaben die Männer südlich von Sizilien aus Seenot gerettet. Italien behauptet, dies sei in maltesischen Hoheitsgewässern geschehen, deshalb sei Italien nicht zuständig. Tsp

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