Politik : Deutschland-Trend: Schlechte Noten für die Regierung

Für den Deutschlandtrend hat Infratest dimap vom 30. August bis 4. September 1300 Personen befragt.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping ist wegen seiner Flugaffäre stark unter Druck geraten. Sein Image hat deutlich gelitten, denn im September sind nur noch 34 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. Im Februar waren es noch 42 Prozent. Die Vorwürfe werden von der Bevölkerung allerdings als nicht so schwerwiegend erachtet, dass sie einen Rücktritt rechtfertigen. Nur knapp ein Drittel der Bürger (30 Prozent) teilt die Rücktrittsforderungen der Opposition. Die Teilnahme der Bundeswehr an dem Nato-Einsatz in Mazedonien wird von einer knappen Mehrheit der Deutschen befürwortet (55 Prozent). Grafiken: Politiker in der Wählergunst
Die Sonntagsfrage
Flugaffäre Scharping Die anhaltend schlechten Konjunktur- und Arbeitsmarkzahlen haben die wirtschaftliche Stimmung weiter eingetrübt: Das Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung hat weiter abgenommen und im Zeitraum der letzten beiden Jahre einen Tiefstand erreicht. Dies wirkt sich auch auf die Beurteilung der Bundesregierung aus, mit deren Leistungen nur noch ein Drittel (33 Prozent) zufrieden ist.

Schlechte Noten auch für Union

Von der Kritik an der rot-grünen Bundesregierung kann die Union jedoch nicht profitieren, da auch sie an Vertrauen eingebüßt hat: Nur jeder Fünfte ist derzeit mit der Oppositionsarbeit der CDU/CSU zufrieden. 77 Prozent dagegen sind unzufrieden. Selbst unter CDU/CSU-Anhängern ist die Kritik an der Arbeit der Union weit verbreitet. Nahezu 60 Prozent halten sie für unzureichend. Im Vergleich zum Juni diesen Jahres hat die CDU/CSU damit noch einmal deutlich an Vertrauen eingebüßt und einen neuen Tiefstand erreicht. Das Verhalten der Union in der Debatte um den Mazedonien-Einsatz dürfte die kritische Stimmung noch verstärkt haben, denn mehr als die Hälfte aller Wähler (55 Prozent) und der Unions-Anhänger (52 Prozent) wertet den Kurs der CDU-Führung in der Mazedonien-Frage als ein Zeichen von Führungsschwäche.

Schröder bleibt populär

Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist indes nicht auf mangelnde Popularität des Bundeskanzlers zurückzuführen. Zwei Drittel der Wähler halten Gerhard Schröder für einen guten Kanzler. Er gilt als jemand, der sympathisch, führungsstark und glaubwürdig ist.

Die Zwischenbilanz der ersten drei Jahre der Regierung Schröder sehen 46 Prozent der Befragten positiv. Eine Mehrheit von 51 Prozent dagegen ist der Meinung, die Bundesregierung habe ihre Sache "in den letzten drei Jahren im Großen und Ganzen nicht so gut gemacht".

Stoiber vor Merkel

Hätten die Bundesbürger die Gelegenheit, den Kanzler direkt zu wählen, dann ginge die Abstimmung klar zugunsten des Amtsinhabers aus. Bei der Entscheidung zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel entfielen 60 Prozent der Stimmen auf den Sozialdemokraten, 25 Prozent würden für die CDU-Vorsitzende votieren. Wenn der Herausforderer Edmund Stoiber hieße, dann wären Gerhard Schröder 53 Prozent sicher, der bayerische Regierungschef könnte mit 36 Prozent der Stimmen rechnen.

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