• Deutschland und die Türkei: Botschafter besucht deutsche Journalistin Mesale Tolu in der Haft

Deutschland und die Türkei : Botschafter besucht deutsche Journalistin Mesale Tolu in der Haft

Tolu sitzt mit ihrem zweijährigen Sohn im Gefängnis. Ihr wird Mitgliedschaft in einer verbotenen Linksextremen Partei vorgeworfen.

Mesale Tolu muss bis zum Beginn ihres Prozesses im Oktober in Haft bleiben.
Mesale Tolu muss bis zum Beginn ihres Prozesses im Oktober in Haft bleiben.Foto: Stefan Puchner, dpa

Der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, hat am Mittwoch die deutsche Journalistin Mesale Tolu in Haft besucht. Es gehe ihr und ihrem Sohn den Umständen entsprechend gut, teilte das Auswärtige Amt am Abend in Berlin mit. Die Journalistin und Übersetzerin war Ende April in ihre Istanbuler Wohnung festgenommen worden und sitzt mit ihrem zweijährigen Sohn im Frauengefängnis Bakirköy.


Auch Tolus türkischer Ehemann sitzt in Haft. Ihr wird die Mitgliedschaft in der verbotenen linksextremen Gruppierung MLKP vorgeworfen. Der Prozess soll am 11. Oktober beginnen. Tolu drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Über eine Stunde Gespräch mit Steudtner


Erdmann hatte am Dienstag bereits den inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel und den Menschenrechtler Peter Steudtner im Gefängnis besucht. Yücel sitzt seit Mitte Februar in Haft, Steudtner wurde Anfang Juli zusammen mit acht türkischen Menschenrechtlern und dem schwedischen IT-Spezialisten Ali Gharavi während eines Seminars festgenommen.


Es war Erdmanns erster Besuch bei Steudtner, obwohl er ebenso wie Tolu als deutscher Staatsbürger ein Anrecht auf konsularische Betreuung hat. Vom Auswärtigen Amt hieß es am Dienstag, der Botschafter habe im Gefängnis Silivri "intensive" Gespräche von jeweils "über einer Stunde" mit Yücel und Steudtner geführt. Ihnen gehe es "den Umständen entsprechend gut".


Wie aus Steudtners Umfeld verlautete, reichte sein Anwalt für ihn und Gharavi separat Beschwerde gegen ihre Festnahme beim türkischen Verfassungsgericht ein. Steudtner halte sich durch Laufen fit und sei froh, wieder einen Mitbewohner in seiner Zelle zu haben. Da er auch Englisch spreche, könnten sie gut kommunizieren, hieß es aus seinem Umfeld. AFP

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