Politik : Deutschland weiter – Millionen feiern

Klinsmanns Team im WM-Viertelfinale / Bundesweit Riesenansturm und Besucherrekorde bei Fanfesten

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Berlin - Der deutsche Rausch hält an, ein Ende ist vorerst nicht absehbar. Etwa eine Million Menschen drängten sich rund um die Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule in Berlin. Drei Stunden vor Anpfiff des Achtelfinales der deutschen Mannschaft gegen die Schweden waren weite Teile des Boulevards verstopft. Und nahezu alle, mit Ausnahme der schwedischen Fans, wurden belohnt. Die deutsche Nationalmannschaft erreichte das Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft, 2:0 hieß am Ende das Ergebnis, ein souveräner Sieg, vor 66 000 Zuschauern in München ermöglicht durch zwei Tore von Lukas Podolski. Im Viertelfinale am kommenden Freitag trifft die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann nun auf Argentinien, das sich gegen Mexiko überraschend schwer tat und sich erst in der Verlängerung mit 2:1 (1:1, 1:1) durchsetzte.

Die Begeisterung im Land kennt kaum Grenzen. In Berlin ließ die Polizei eine Stunde vor Anpfiff sämtliche Zugänge sperren, viele Fans feierten vor den Absperrungen mit. Auch in München, wo 100 000 Menschen unterwegs waren, um im Olympiapark das Fanfest zu feiern, wurden die Zugänge zwei Stunden vor Anpfiff geschlossen. 35 000 Zuschauer fanden vor der Großbildleinwand am Olympiasee Platz, weitere 25 000 im Olympiastadion. Überfüllt waren auch die Public-View-Stätten in anderen Städten wie etwa Frankfurt am Main, wo 80 000 Menschen in der Main-Arena die Übertragung verfolgten. Die Stimmung in München und Berlin sowie an anderen Übertragungsstätten war gelöst, heiter und auch den schwedischen Gästen gegenüber freundlich. Einzig in Stuttgart gerieten deutsche und englische Anhänger aneinander. Die Polizei, mit einer Reiterstaffel im Einsatz, trennte die Randalierer.

Die Fußball-Party geht weiter. Die Verkaufsstände, die auf den Fan-Meilen schwarz-rot-goldene Devotionalien anbieten, waren umlagert. Besucher, die sich nicht optisch zu Deutschland bekennen, bilden eine Minderheit. Das Gros singt: „Wir singen schwarz-rot-gold.“ Nach dem Sieg gab es in etlichen Städten bis spät in die Nacht Hupkonzerte, Tanzfeste auf öffentlichen Plätzen und Autocorsi. Auf dem Berliner Kurfürstendamm ging über Stunden gar nichts.

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