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Verfassungsgericht

Karlsruhe kippt Hartz-IV-Sätze

UPDATE Auf die schwarz-gelbe Koalition kommen viel Arbeit und möglicherweise Mehrkosten in Milliardenhöhe zu. Die Hartz-IV-Regeln für Kinder und Erwachsene sind verfassungswidrig.
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Kinder haben andere Bedürfnisse als Erwachsene. - Foto: ddp
Karlsruhe -  Die Bundesregierung muss die Regelsätze für alle gut 6,5 Millionen Hartz-IV-Bezieher neu berechnen und damit noch höhere Sozialausgaben einplanen. Die bisherige Regelung verstoße gegen das Grundgesetz, entschied das Bundesverfassungsgericht am Dienstag in Karlsruhe. Besonders für Kinder in Hartz-IV-Familien könnte es nun mehr Geld geben. Deutschlands höchste Richter ließen aber offen, ob Bezieher des Arbeitslosengeldes II generell höhere Leistungen bekommen müssen.

Die noch von der rot-grünen Bundesregierung eingeführte Berechnungsbasis sei nicht nachvollziehbar. Die Kalkulation sei nicht transparent und orientiere sich nicht genug an der Realität. Das Gericht forderte den Gesetzgeber auf, bis zum 31. Dezember eine Neuregelung zu schaffen.

Damit muss bei einer der größten Sozialreformen in der deutschen Nachkriegsgeschichte erheblich nachgebessert werden. Erfolgreich geklagt hatten drei Familien aus Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Sozialverbände: "Schallende Ohrfeige" für die Regierung

Die schwarz-gelbe Bundesregierung kündigte eine schnelle Umsetzung an. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wollte aber nicht kommentieren, ob es zu Mehrausgaben kommen wird. Sozialverbände sprachen von einer "schallenden Ohrfeige" für die Regierung, da nun das gesamte Hartz-IV-System reformiert werden müsse.

Für die SPD ist damit auch die Mindestlohn-Debatte neu eröffnet. Es könne nicht sein, dass jemand ohne Arbeit mehr Geld bekommt als jemand, der den ganzen Tag einer Arbeit nachgeht, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann.

Besonderer Bedarf

Bis zur Änderung bleibt die bisherige Regelung gültig. Ab sofort können Hartz-IV-Empfänger jedoch einen besonderen Bedarf geltend machen, der durch die bisherigen Zahlungen nicht gedeckt wird. Voraussetzung: Es handelt sich um einen Bedarf, der laufend besteht und nicht durch Einsparungen oder Unterstützung Dritter gestemmt werden kann. Das könnte zum Beispiel beim Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung der Fall sein.

Alle in durch diese Zahlungen für den besonderen Bedarf drohen dem ohnehin schwer gebeutelten Staat in diesem Jahr höhere Ausgaben für Hartz IV. Bereits jetzt liegt die Neuverschuldung auf der Rekordhöhe von fast 100 Milliarden Euro.

"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen"

In Deutschland beziehen mehr als 6,5 Millionen Menschen Hartz-IV-Leistungen, darunter 1,7 Millionen Kinder. Besonders sie sollten bessergestellt worden, forderten die Richter. Bei der bisherigen Berechnung werde der Realität wenig Rechnung getragen. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", monierten die Karlsruher Richter.

Nach dem Urteil durfte der Gesetzgeber zur Sicherung eines "menschenwürdigen Existenzminimums" zwar feste Regelsätze schaffen. Aber deren Berechnung ist nach Ansicht der Karlsruher Richter nicht korrekt gewesen. So sei nicht nachvollziehbar, dass die Ausgaben für Bildung und das gesellschaftliche Leben ausgeklammert worden seien - etwa für Internetnutzung, Kino und Theater oder die Mitgliedschaft im Sportverein.

Berechnung muss neu erfolgen

Die Berechnung müsse nun in einem transparenten und sachgerechten Verfahren nach dem tatsächlichen Bedarf neu erfolgen. Geschätzte Abschläge "ins Blaue hinein" seien nicht angemessen. Da die Grundlage bei den Regelsätzen für Erwachsene nicht stimmt, schleppt sich der Fehler bis zur Berechnung der Kinder-Sätze durch.

Bei der neuen Berechnung kann der Gesetzgeber laut Urteil an dem Statistikmodell festhalten, das er bislang gewählt hat. Grundlage für die neuen Berechnung könnten dann die Ergebnisse der Einkommens- und Verbraucherstichprobe 2008 sein, die das Statistische Bundesamt im Herbst 2010 vollständig vorlegt.

Bei Kindern müssten sich die Regelsätze an deren speziellen Bedürfnissen orientieren, betonte das Gericht. Alltagserfahrungen deuteten auf einen besonderen kinder- und altersspezifischen Bedarf hin. Das gelte vor allem für schulpflichtige Kinder. Könnten sie notwendige Materialien wie Bücher, Hefte oder einen Taschenrechner nicht zahlen, drohe den hilfebedürftigen Kindern der "Ausschluss von Lebenschancen". Es bestehe die Gefahr, dass sie später nicht in der Lage seien, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Die sei mit dem Prinzip des Sozialstaates nicht vereinbar.

Der Hartz-IV-Regelsatz für Erwachsene liegt bisher bei 359 Euro monatlich, bei Inkrafttreten des Gesetzes Anfang 2005 waren es noch 345 Euro. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Leistungen gestaffelt, und zwar ausgehend vom Regelsatz: Unter sechs Jahren gibt es 60 Prozent (215 Euro), unter 14 Jahren 70 Prozent (251 Euro), darüber 80 Prozent (287 Euro).

Existenzsicherung nicht verwirklicht

Die Diakonie lobte die Entscheidung aus Karlsruhe. "Die vom Grundgesetz garantierte Existenzsicherung ist nicht verwirklicht", sagte Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik. Jetzt müsse der Gesetzgeber schnellstmöglich handeln und die Regelsätze kindgerecht und existenzsichernd ausgestalten.

Allein höhere Kinderregelsätze lösen nach Einschätzung des Kinderschutzbundes bestehende Systemmängel der Familienförderung nicht. "Dieses System ist insgesamt sozial ungerecht, bürokratisch und intransparent", sagte der Vorsitzende Heinz Hilgers. (sf/dpa/AFP)
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Kommentare [ 329 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von hansen hansen ist gerade offline | 9.2.2010 10:14 Uhr
und was sagen die Kleinverdiener dazu?
ich möchte gerne wissen, was jetzt die vielen Menschen denken, die für wenig Geld viel arbeiten gehen.
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von Reginald Reginald ist gerade offline | 9.2.2010 10:46 Uhr
tja, wenn diese Minimallöhner schlau sind, @hansen
-- werden sie sich in den Gewerkschaften organisieren und reelle Löhne einfordern,
-- werden sie sich für Parteien entscheiden, die einen generellen Mindestlohn konsequent einfordern.

Nicht Hartz_4 ist zu hoch - die Löhne und Gehälter sind zu niedrig!
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von deejay deejay ist gerade offline | 9.2.2010 12:16 Uhr
Niedriglöhne auch verfassungswidrig
Eigentlich sind die Niedriglöhne auch verfassungswidrig!

Aber das wird von der Regierung natürlich geduldet. Oder ist sogar gewollt.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 9.2.2010 13:17 Uhr
Menschenunwuerdig uns Verfassungswiedrig
Ja, dann klagen wir einfach beim Verfassungsgericht, dass die Realitaet menschenunwuerdig und verfassungswiedrig ist. Vieleicht verklagen wir gleich die Natur, wieso Haeuser und Autos nicht auf Feldern wachsen, und wieso uns keine gebratenen Haenchen in den Mund fliegen? Es ist ja wirklich menschenunwuerdig dass man fuer's Leben arbeiten muss, und dass es keinen Gratisurlaub zwei Mal im Jahr auf Mallorca gibt.
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von oliver111 oliver111 ist gerade offline | 9.2.2010 16:07 Uhr
@jetbundle
Sklavenarbeit ist menschenunwürdig für ein so reiches Land wo es einen kleinen Anteil Reicher gibt, die Menschen ausbeuten um ihre Konten zu füllen, sich aber selbst nur ein Leben gönnen im Luxus und der Arbeitnehmer soll hungern, der ihnen diesen Reichtum erst ermöglicht, dass ist asozial.
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von zacha zacha ist gerade offline | 9.2.2010 16:55 Uhr
@oliver
Es gibt keine Sklavenarbeit. Außer in der Kampfrhetorik der Linken. Sklaven sind nicht frei. Bei uns sind alle (mündigen und nicht strafrechtlich verurteilten) Menschen frei. Niemand wird gezwungen zu irgend etwas, außer von der Natur.
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von blitzableiter blitzableiter ist gerade offline | 9.2.2010 18:20 Uhr
@zacha
Schon im Mittelalter galt der "Vogelfreie" weniger als der Leibeigene.
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von zacha zacha ist gerade offline | 10.2.2010 11:19 Uhr
@blitzableiter
Der "Vogelfreie" war rechtlos, meistens wohl ein geflohener Straftäter, den konnte man grundlos töten ohne jede Strafe. So etwas gibt es ebensowenig.
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von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 9.2.2010 17:24 Uhr
@oliver
In Deutschland gibt es keine Sklavenarbeit und von Ausbeutung kann auch nicht die Rede sein. Wenn ihnen das Prinzip nicht passt dass man erwirtschaften muss was man konsumiert, dan fahren Sie doch nach Nordkorea.
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von zacha zacha ist gerade offline | 9.2.2010 12:40 Uhr
@Reginald
Tja, und wenn diese Menschen dann nicht mehr ihrem Arbeitgeber einbringen als sie ihm indsgesamt kosten, sind sie bald ihren Arbeitgeber los.
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von titanic titanic ist gerade offline | 9.2.2010 12:42 Uhr
@Reginald
"Nicht Hartz_4 ist zu hoch - die Löhne und Gehälter sind zu niedrig!"

Damit bringen Sie es treffend auf den Punkt, @Reginald!

Wenn bereits Hunderttausende trotz Vollzeitarbeit nicht einmal mehr soviel Nettoverdienst haben, dass sie davon existieren können, und sie deswegen mit Grundsicherung "aufstocken" müssen, dann ist hier etwas grundsätzlich faul, in unserer (eigentlich unermesslich reichen) Bundesrepublik!

Allerdings glaube ich längst nicht mehr an rotes Klassenkampfgeschwätz und linke oder rechte Heilsversprechen, und ich vergesse auch nicht, dass es die linke rot-grüne Regierung Schröder war, die unsere Republik in besonderem Maße ins teutonisch-asoziale Denken und Handeln hat regredieren lassen!

Wir haben es hier bei uns hauptsächlich mit einem deutschen Mentalitätsproblem zu tun, dass uns blockiert und daran hindert, sowohl humanistisch, als auch Lösungsorientiert zu denken und zu handeln.

Wären wir Deutsche nicht noch immer so erbärmlich staatsfixierte und feige Untertanen, so hätten wir uns (im Rahmen der tollen Möglichkeiten der uns geschenkten Demokratie) schon längst Mindestlöhne und menschenwürdige Sozialleistungen politisch erkämpft und gesichert.

Doch die hierzulande noch immer tief sitzende Geringschätzung für die individuelle wie gesellschaftliche Freiheit, und unsere übergroße Konfliktscheu, wenn es um das sich Anlegen mit Obrigkeiten geht, lassen uns immer wieder von Neuem zu Opfern einer gesellschaftspolitischen Endlosschleife werden, weil es uns nach wie vor an verinnerlichter Humanität und verinnerlichtem Demokratiebewusstsein fehlt.

Michael Hanekes Film "Das weiße Band" zeigt sehr anschaulich, woher diese unsere deutsche Mentalität kommt.

Sie ist leider immer noch verdammt wirkungsmächtig.
Comment
von ImmerOptimist ImmerOptimist ist gerade offline | 9.2.2010 19:40 Uhr
Wahlversprechen und die Umsetzung in Land Berlin
Berliner Senat muß endlich gutbezahlte Arbeitsplätze schaffen,
den Niedriglohnsektor verbieten und
sich schnellstens für die Einführung und Einhaltung von Mindestlöhnen einsetzen.
Nicht in einem Jahr, sondern jetzt und sofort.

Wahrsager gibt es schon genug in der politischen Szene




Comment
von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 9.2.2010 19:48 Uhr
... die Gesellschaft wächst nur durch Sozialisierung!
@titanic
"""Doch die hierzulande noch immer tief sitzende Geringschätzung für die individuelle wie gesellschaftliche Freiheit, und unsere übergroße Konfliktscheu, wenn es um das sich Anlegen mit Obrigkeiten geht, lassen uns immer wieder von Neuem zu Opfern einer gesellschaftspolitischen Endlosschleife werden, weil es uns nach wie vor an verinnerlichter Humanität und verinnerlichtem Demokratiebewusstsein fehlt."""

... hier teile ich Ihre Meinung!

Wie schon in der Vergangenheit muss wieder das Verfassungsgericht die Bürgerrechte stärken, da der Bürger entweder zu feige ist oder wegen Vorenthalten von Bildung nicht in der Lage ist, für sich selbst einzugestehen!

Das Verfassungsgericht vertritt den Bürger ... und wird dafür noch beschimpft. Ich fass' es nicht!

ro
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von teerpaul teerpaul ist gerade offline | 9.2.2010 20:05 Uhr
Höhere Löhne/Gehälter
...sind, das ist die Erfahrung der letzten 30 Jahre in Deutschland, Ursache für Arbeitzplatzabbau und eine höhere Arbeitslosigkeit.
Comment
von oliver111 oliver111 ist gerade offline | 9.2.2010 22:19 Uhr
@teerpaul
Ja das haben die Unternehmer der Politik erzählt und die haben danach gehandelt oder wie erklären Sie sich den Reichtum vieler Unternehmer und Hungerlöhne für die Arbeitnehmer, dass ist Meinungsmache um Menschen in den Niedriglohnsektor stecken zu können und Unternehmer zu subventionieren, die armen Unternehmer im Land, haben Ihr Mitleid- Gratulation so wollen es die Unternehmen ,solche Menschen brauchen die- Zeit zu erwachen- sage ich da nur.
Comment
von teerpaul teerpaul ist gerade offline | 9.2.2010 23:57 Uhr
oliver 111
...mit Polemik kommt man nicht weiter.

Schauen Sie sich die Lohnentwicklung und die Arbeitsplatzentwicklung der letzten 30 Jahre an, dann wissen Sie wovon ich spreche.

Übrigens, die Unternehmer werden durch die hohen Löhne nicht ärmer, weil sie, wollen sie nicht insolvent werden, Gegenstrategien entwickeln müssen.
Fest steht jedenfalls, daß die relativ hohen Löhne und Gehälter in Deutschland (auch im Vergleich zu anderen Ländern in Europa) die Ersetzunmg der menschlichen Arbeitskraft durch Maschinenleistung erheblich gefördert haben. Das Ergebnis war und ist Arbeitsplatzabbau.

Das sind die Fakten unabhängig von jeder Ideologie, egal ob uns das gefällt oder nicht. Sie sollten sich mit Wirtschaftswissenschaft beschäftigen und nicht nur Ideologie als Wahrheit ansehen.
Comment
von oliver111 oliver111 ist gerade offline | 10.2.2010 9:28 Uhr
@Teerpaul
Das es in einigen Bereichen nicht genügend Arbeit gibt und diese durch Maschinen ersetzt werden ist klar. Hier geht es um den erzwungenen Niedriglohnsektor = Schröder-Blair-Abkommen.

Wäre der Ausverkauf der Arbeitnehmer nicht von der Politik geschürt worden, sondern faire Bedingungen erlassen worden gebe es diese Probleme heute nicht, denn was in den letzten Jahren in Milliardenhöhe an Steuervergünstigungen und Aufstockergelder für Unternehmer gezahlt wurde, steht in keinem Verhältnis.

Wie erklären Sie sich, dass Steuereinsparungen und Dumpinglöhne zu ernormen Reichtum geführt hat für viele Unternehmen während das Volk arm geblieben ist, diese Kluft ist das Problem.

Auf der anderen Seite wird immer erzählt, es gebe genügend Arbeit, stimmt wahrscheinlich nur will niemand etwas dafür bezahlen.

Einfacher wäre es Menschen in dem öffentichen Dienst zu beschäftigen mit guten Löhnen, dann würden wir in allen Bereichen ob Kita, Altenpflege, Jugendämter, Krankenhäusern etc. enorme Verbesserungen haben und kein Hartz IV mehr in diesem Umfang bezahlt müssen und allen würde es besser gehen.

Nur da die Privatisierung das Übel vieler Dinge ist, werden wir das Problem nicht lösen, denn der Markt regelt nichts selbst, er schreit nach Vater Staat wenn er alles vor die Wand gefahren hat und das hat mit Verantwortung nichts zu tun.
Comment
von demokratorius demokratorius ist gerade offline | 10.2.2010 13:42 Uhr
... wo bleibt denn Ihre Logik?
An alle!

... es gibt keine entgeltliche Arbeit für jeden Menschen auf der Welt!!!! Das ist allseits bekannt und nicht widerlegbar!

Jenseits von jeglicher politischer Couleur und Ideologie.
Das sind mathematische Fakten, jeder Volkswirt sollte es wissen!

Dass wir immer auf endloses Wachstum setzen, ist eine Herabwürdigung der Millionen Menschen, die hungern und keinen Zugang zu Trinkwasser haben.

Es ist der Wunsch nach dem Perpetuum Mobile. Der Wunsch nach einer höheren Macht, die alles richten wird.

.... das gibt es aber nicht! Punkt!
Ende der Fahnenstange!
Nüchtern, aber die unverblümte Wahrheit!

ro

P.S.
Aber wer die Wahrheit sagt, muss immer ein gesatteltes Pferd neben sich stehen haben!(Alte Weisheit)

Comment
von loddib loddib ist gerade offline | 9.2.2010 10:55 Uhr
was heißt hier Kleinverdiener ?
Das geht für Familien mit Kindern bis über den Durchschnittsverdienst der Deutschen. Beispiel: Familie mit 3 Kindern: 5 Personen, ca 1500,- monatlich HartzIV + Miete 1000,00 (in Berlin nicht zuviel) macht monatlich 2500,-- NETTO, das muss erstmal verdient sein. Dabei noch nicht eingerechnet sind Sonderleistungen für Klassenfahrten, etc... Im Grunde ist man schön blöd...
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von angel angel ist gerade offline | 9.2.2010 11:30 Uhr
2500,-- monatlich ?
Ein 5-Personen-Haushalt mit Hartz IV-Anspruch bekommt nicht 1000,-- für die Wohnung. In Berlin liegt der Richtwert bei 705,--.

Bei drei Kindern bekommt man zum Nettolohn noch ca. 560,-- Kindergeld.

Um auf den Hartz IV-Satz von ca. 2200,-- zu kommen, muss man also ca. 1640,-- netto verdienen. Ist in der heutigen Lage immer noch schwer umsetzbar, aber doch wesentlich weniger als der von Ihnen genannte Betrag.
Comment
von soldier soldier ist gerade offline | 9.2.2010 12:12 Uhr
@dali
Sie sagen es. Zehn von zehn Punkten.
Comment
von Peligro Peligro ist gerade offline | 9.2.2010 13:01 Uhr
@soldier
Was hat dali denn gesagt? Ich finde den Beitrag nicht.
Comment
von soldier soldier ist gerade offline | 9.2.2010 14:08 Uhr
@Peligro
Sorry, da muss mir was verrutscht sein. Ich meinte den @dali-Beitrag von 11:20 Uhr.
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 9.2.2010 13:12 Uhr
1640 Netto...
...macht gut 2000 Brutto. Das verdient man als Lehrer mit Staatsexamen, promovierter Wissenschaftler an Unis, Handwerker mit Ausbildng und reichlich Berufserfahrung, Assistenzarzt, Architekt.
Comment
von angel angel ist gerade offline | 9.2.2010 13:52 Uhr
Traurig
Traurig, dass selbst gut ausgebildete Menschen keine Familie mehr allein ernähren können.
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 9.2.2010 14:57 Uhr
Anders herum
Es ist traurig, dass die Menschen zunehmend den Bezug zur Realitaet verlieren.

Ich wuerde die genannten Einkommen nicht gerade als besonders ueppig betrachten und natuerlich werden dank Sozialstaat die Abgaben und Lebenshaltungskosten nach oben gedrueckt, aber sie sind genug um ueber die Runden zu kommen. Wenn der zweite Ehepartner noch einen Teilzeit-Job hat sogar einigermassen gut.

Zu behaupten dies sei die Grenze zur Menschenunwuerdigkeit ist schlichtweg eine Perversion.
Comment
von zacha zacha ist gerade offline | 9.2.2010 14:41 Uhr
@jetbundle
Meinen Sie das man als genanntes recht genau 2000€ Brutto verdient, doer das man 2000€+ Brutto verdient? Weil was wissenschaftliche Mitarbeiter an Unis und Lehrer angeht, kann ich aus erster Hand sagen das es zwar nicht wirklich viel ist, aber doch deutlich mehr als 2000€ brutto.
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 9.2.2010 15:16 Uhr
@zacha
Sorry, Sie haben recht. ich dachte faelschlicher Weise TV-L 13 und BAT IIa seien so um die 2400 brutto (oder 1700 netto) -- anscheinend war ich zu lange im Ausland ;)
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 9.2.2010 15:24 Uhr
P.S.
Trotzdem finde ich (auch wenn ich jetzt als arrogant bezeichnet werde), dass man mit den genannten Ausbildungen deutlich verdienen sollte wie jemand der keine (Aus)Bildung hat und nichts tut. Da sollte liber mehr Freiheit bezueglich Schonvermoegen gegeben werden (fuer jene die lange gearbeitet haben) und Hilfe und Freiheit fuer (Fort-)Bildung und Jobsuche gestellt werden. Insbesonder braucht Deutschland strengere Antidiskriminierungsgesetze und eine andere Mentalitaet. Es kann nicht sein dass z.B. ein Lehramtsanwaerter mit 40 aufgrund des Alters abgelehnt wird.
Comment
von dirkschneider dirkschneider ist gerade offline | 9.2.2010 18:43 Uhr
Haben Sie sich verschrieben?
und meinten eigentlich 3000 brutto? Oder in welchem Staat leben Sie?

2100 brutto (als Handwerksmeister, geschieden mit einem halben Kind) macht 1400 netto...
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 10.2.2010 4:51 Uhr
Sorry...
Ich wohne nicht in Deutschland, von daher sind mir die gegenwaertigen Abgaben aus der Praxis nicht gelaeufig.
Fakt ist, dass man in einem guten Job mit guter Ausbildung und anstaendigem Bruttoeinkommen Netto kaum mehr hat als auf Hartz IV.
Comment
von angel angel ist gerade offline | 10.2.2010 9:28 Uhr
Kinder
Fakt ist, dass man in einem guten Job mit guter Ausbildung und anstaendigem Bruttoeinkommen Netto kaum mehr hat als auf Hartz IV.

Wenn man mehrere Kinder hat ...

Als Single wohl kaum.
Comment
von angel angel ist gerade offline | 10.2.2010 9:26 Uhr
Handwerksmeister
Der Handwerksmeister - geschieden, mit einem halben Kind - würde nicht 1400,-- Hartz IV bekommen, sondern ca. die Hälfte.
Comment
von zacha zacha ist gerade offline | 9.2.2010 13:32 Uhr
@angel
"Bei drei Kindern bekommt man zum Nettolohn noch ca. 560,-- Kindergeld." afaik ist das so falsch, man kriegt nur die Differenz aus Steuerfreibetrag und Kindergeld. Ergo gilt dies nicht für jedes Nettoeinkommen sondern allenfalls für sehr niedrige. Ich traue ir jetzt aber nicht zu mal eben auszurechnen, inwieweit dieser Effekt hier greift.

Der Punkt ist, es ist für viele Menschen nicht möglich eine hinreichend produktive Arbeit zu finden für die sie geeignet sind die die Transferleistungen einkommensmäßig übertrifft. Und das ist ein großes Problem.
Comment
von angel angel ist gerade offline | 9.2.2010 14:25 Uhr
@zacha
Grundsätzlich besteht für alle Kinder ab der Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Kindergeld - unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Das Kindergeld ist zum Teil Ausgleich für die Besteuerung des Existenzminimums von Kindern und zum Teil Sozialleistung.

Bei sehr hohen Einkommen ist die Anrechnung des Steuerfreibetrages günstiger, d.h. gut verdienende Eltern bekommen über die Steuerentlastung mehr als den Kindergeldsatz.

Ich stimme Ihnen zu, dass es immer aussichtsloser wird, eine Arbeit zu finden, mit der eine Familie ernährt werden kann.
Comment
von zacha zacha ist gerade offline | 9.2.2010 16:51 Uhr
@angel
Also wenn es nur um das ernähren gehen würde, da bräuchte man fast gar nichts, da gibt es ja auch völlig kostenfreie Angebote. Das sollte wirklich gar kein Problem sein. Natürlich sind das nicht die Anspräche, die Frage ist, was für Ansprüche sind "angemessen".
Comment
von angel angel ist gerade offline | 10.2.2010 9:27 Uhr
ernähren
Natürlich geht es nicht nur um das reine Ernähren. Eine Familie ernähren - damit meint man eine Familie finanzieren, also mit allen Ausgaben, nicht nur Ernährung.
Comment
von zacha zacha ist gerade offline | 10.2.2010 11:22 Uhr
@angel
Und "mit allen Ausgaben" ist natürlich völlig undefiniert. Daher nimmt man so gerne das "ernähren", da ist das Empörungspotential am größten. Aber diese "alle Ausgaben" werden jetzt ja neu bestimmt werden müssen, da bin ich mal selbst gespannt.
Comment
von loddib loddib ist gerade offline | 9.2.2010 14:36 Uhr
also
ich kenne mindestens 2 Familien, für die sogar mehr als 1000,-- EURO monatlich Miete gezahlt wird. Daneben Kosten für den umzug, Renovierung, Fernseher, etc... in Saus und braus kann man damit natürlich nicht leben, aber wenn man nebenbei ein wenig dazu verdient hat man auf jeden fall eine bessere "Work-Life-Balance" ;-)
Comment
von PetraPassbohrung PetraPassbohrung ist gerade offline | 9.2.2010 10:57 Uhr
Garnichts,
weil das BVefG nicht den Betrag, sondern den Rechenweg bemängelt.

Alkohol und Zigaretten für Säuglinge, dafür aber keine Windeln, ist unbestreitbar keine seriöse Berechnung.

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