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Hessen

Chaos Computer Club prangert dubiose Wahlpraktiken an

Das Geschrei ist groß. Wahlhelfer haben in Hessen Wahl-Computer einen Tag vor der Abstimmung mit nach Hause genommen. Der Chaos Computer Club kritisiert den Umgang mit den Zählmaschinen und spricht von "großflächigem Versagen".
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Berlin -  Einer der Grundpfeiler der Demokratie ist die Transparenz. Wenn gewählt wird, dann ist das Ergebnis nachvollziehbar. Die Stimmen werden ermittelt und können im Zweifel noch einmal nachgezählt werden. Das ist nicht nur ein haptisches Erlebnis sondern auch eine vertrauensbildende Maßnahme. Beim Einsatz von Wahlmaschinen entfällt leider genau diese Funktion. Die Zahl, die der Computer ausspukt ist nicht nachprüfbar, weder für Wähler, Öffentlichkeit oder Wahlvorstände.

Nun hat der Chaos Computer Club (CCC) in Hessen auf Unregelmäßigkeiten hingewiesen. In Niedernhausen gab es den Sündenfall. Wahlhelfer haben die Abstimmungsgeräte bereits am Vorabend mit nach Hause genommen. Das Bild eines Lokalpolitikers, der in seinem Hobbykeller versucht mit Hilfe von Zange, Schraubenzieher und einem Software-Programm seine Pfründe zu sichern, drängt sich unwillkürlich auf.

Gibt es Sicherheitsmechanismen?

Doch ist es möglich die Abstimmungsboxen zu überlisten? Hessens Landeswahlleiter Wolfgang Hannappel gibt zu: Wahl-Computer sind "theoretisch manipulierbar". Der CCC beschreibt die Situation drastisch: "Ein Student im ersten Semester kann in wenigen Minuten die Ergebnisse fälschen." Das streitet Hannappel vehement ab: "Um einen Wahl-Computer zu manipulieren, bedarf es einer Vorbereitungszeit von mindestens sechs Wochen".

Doch wie sieht es mit der technischen Sicherheit der Wahl-Computer aus? Der CCC sieht keine technischen Hürden für eine Manipulation der Ergebnisse einer Wahl-Box. "Das Einzige, was eine gewisse Hürde darstellt, ist ein Siegel an der Rückseite des Gerätes", so ein Sprecher des CCC.

Saubere Wahl in Hessen?


Das Fazit des CCC und des Landeswahlleiters fällt sehr unterschiedlich aus. "Das System hat großflächig versagt", erklärt ein CCC-Sprecher. Dies sieht der Landeswahlleiter anders. Es gebe keinen Grund für eine Wiederholung der Abstimmung. Das Ergebnis in Niedernhausen liege schließlich voll im Trend, da gebe es keine Auffälligkeiten. Aber in einem Punkt herrscht Einigkeit. Sowohl der Landeswahlleiter, als auch der CCC, beurteilen den Umgang mit den Wahl-Computern als nicht korrekt. "Die Gemeinde muss die Geräte lagern", so Hannappel.

(Von Amir El-Ghussein)
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Kommentare [ 8 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 29.1.2008 8:06 Uhr
wer diese Maschinen
wo lagert, ist völlig egal: Manipulationen sind nirgends ausgeschlossen.
Der CCC hat völlig recht und Hannappel keine Ahnung.
Dies ist der eigentliche Skandal.
Comment
von olli olli ist gerade online | 29.1.2008 8:53 Uhr
Manipulation möglich?
Träume ich? Manipulation ja, aber lange Vorbereitungszeit?
Egal. Wo es um Grundsätze unserer Demokratie geht, ist jede Manipulation auszuschließen.
Alle Ergebnisse müssen nachprüfbar sein, sonst können wir bald falten wie zu DDR-Zeiten.

Olli
Comment
von spital8katz spital8katz ist gerade offline | 29.1.2008 8:54 Uhr
"Ausspukt"
Sehr gut getroffen!
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von mitteninmitte mitteninmitte ist gerade offline | 29.1.2008 9:08 Uhr
wahlmaschinen erleichtern die entscheidung
zumindest meine.
habe ich mir bei den letzten Wahlen immer wieder vorgenommen, nicht wählen zu gehen und es am Wahltag dann aber doch getan, werden mir diese Computer die Entscheidung mit Sicherheit erleichtern, GAR NICHT wählen zu gehen.
Comment
von jsrahe jsrahe ist gerade offline | 29.1.2008 10:15 Uhr
Gegen Wahlcomputer
Hiermit spreche ich mich eindeutig gegen die Wahlcomputer aus. Sie sind leicht zu manipulieren und das hat der CCC bereits vor langer Zeit nachweisen können. Sind Stimmen nicht nachvollziehbar ist die Demokratie in Gefahr!
Es liegt an EUCH! Geht zur Wahl, aber besteht darauf mit einem herkömmlichen Stimmzettel zu wählen und boykotiert Wahlcomputer!
Zumindest ich werde das tun!
Schönen Tag noch.
Comment
von d.reflect d.reflect ist gerade offline | 29.1.2008 11:10 Uhr
Bedienung der Wahlcomputer
In einem Wahlbezirk wurden 3% ungültige Stimmen gezählt. Gewollt oder Fehlbedienung? Diese Technik steht wohl erst noch am Anfang.
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von lindblom lindblom ist gerade offline | 29.1.2008 17:37 Uhr
@jsrahe
Ich unterstütze Ihren Aufruf.
Comment
von datatoddle datatoddle ist gerade offline | 29.1.2008 22:54 Uhr
Mehr Aufklärung zur Sache
Bevor ich mir eine Meinung bilden kann, muss ich erst wissen, wie so ein mysteriöser Wahlcomputer arbeitet bzw. was der Bediener zu tun hat. Muss man PC-Erfahrung haben?

Leider geht da nie ein Zeitungsartikel drauf ein!

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