Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 15 Prozent zurück gegangen. Während der 2007 eingeführte Sprachtest für manchen potenziellen Bewerber eine echte Herausforderung zu sein scheint, haben vor allem ausländische Jugendliche mit ganz anderen Barrieren zu kämpfen.
Die Zahl der Eingebürgerten in Deutschland ist vergangenes Jahr unter 100.000 gesunken. Dies geht aus Antworten auf Parlaments-Anfragen der Linkspartei und einer Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" in einzelnen Ländern hervor.
Alle neun Bundesländer, von denen die Daten bislang herausgegeben wurden, verzeichnen demnach deutlich weniger Neu-Bürger als ein Jahr zuvor, wie die Zeitung berichtet. Allein in Nordrhein-Westfalen, welches etwa ein Viertel der Einbürgerungen erteilt, wurde ein Minus von etwa 20 Prozent registriert. Im bundesweiten Schnitt sank die Zahl um 15 Prozent. Das Amt für Statistik Berlin Brandenburg teilte tagesspiegel.de auf Anfrage mit, dass auch hier die Anzahl der Einbürgerungen zurückgegangen ist. In Berlin lag das Minus bei elf Prozent und in Brandenburg bei 13.
Jugendliche scheitern an krimineller Vergangenheit
Grund für die rückläufigen Zahlen ist offenbar eine Reihe von Voraussetzungen, die die Bewerber erfüllen müssen und die eine bürokratische Hürde zu sein scheinen. Dazu zählt vor allem auch der 2007 von Bund und Ländern eingeführte Sprachtest. Neben flüssigem Deutsch müssen die Einbürgerungswilligen zudem sieben weitere Nachweise erbringen.
Fotostrecke: Einbürgerungstest (20 Bilder)
Wer beispielsweise seine Familie ohne staatliche Zuschüsse nicht ernähren kann, ist ebenfalls von der Einbürgerung ausgeschlossen. Auch, wer einmal zu einer Strafe von 90 Tagessätzen verurteilt wurde, muss sich vom Traum eines deutschen Passes verabschieden. Dieser Nachweis trifft, so die "Süddeutsche Zeitung", vor allem Jugendliche.
EU-Ausländer haben kein Interesse an deutschem Pass
Zwar wirbt die Bundesregierung unter Zuwanderern dafür, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen. Doch mit dem Anforderungskatalog und den bürokratischen Hürden hat sie die Latte für viele offenbar zu hoch gehängt.
Dem gegenüber stehen jedoch auch zahlreiche EU-Ausländer, die per se kein Interesse am deutschen Pass haben. Ihnen genügen Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, wie aus einer Studie der Caritas hervorgeht.
(Zeit online/ jz)
Welche Bedingungen erfüllt und welche Nachweise für eine Einbürgerung vorgelegt werden müssen, können unter der Website der Bundesregierung eingesehen werden. Wer nicht in Deutschland zur Schule gegangen ist, wird zum Beispiel einem Einbürgerungstest unterzogen.
Kommentare [ 83 ] Kommentar hinzufügen »
Anforderungen...bürokratische Hürde...Latte zu hoch gelegt: nicht kriminell zu sein und als DEUTSCHER Staatsbürger die deutsche Sprache zu beherrschen? Häh?
Vielleicht verteilen wir Blankopässe..so zum Selbstausfüllen...erhältlich auf dem Grabbeltisch oder bei KIK.
Da warte ich ja nur auf den ersten Grünen - Ratzmann vor! - der dagegen vors Bundesverfassungsgericht zieht.
Sonderschüler verzichten aufs Abitur
Sie verzichten nicht, sie erfüllen die Bedingungen nicht.
- sich ohne staatliche Zuschüsse ernähren kann
- zu keiner Strafe von 90 oder mehr Tagessätzen verurteilt wurde und
- die deutsche Sprache kann
ist nun wirklich nicht zu viel verlangt. Abgesehen davon ist Deutschland dicht besiedelt und die Prognosen hinsichtlich der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen sind ungünstig. Wer mag, kann sich mal den polemischen Artikel in der Süddeutschen antun:
http://www.sueddeutsche.de/politik/184/466763/text/
Man hat den Eindruck, für die Presse kommt es nur auf hohe Einwanderungszahlen an, wer da kommt, ist offenbar egal.
Und, mit Verlaub, einigermaßen flüssig deutsch sollte man schon können, wenn man deutscher Staatsangehöriger werden möchte.
Jeder weiß, dass ein Großteil der eingebürgerten türkischstämmigen Menschen sich gleich nach Erhalt des deutschen Passes den türkischen Pass erneut beim türkischen Konsulat beantragt und erhält und somit faktisch die doppelte Staatsbürgerschaft erhält. Das haben tausende schon so gemacht. Offiziell ist das nicht erlaubt, wird aber geduldet. Deutsche Behörden hätten die Möglichkeit, solche Menschen aus der deutschen Staatsbürgerschaft wieder zu entlassen, was aber faktisch so gut wie nie passiert. Wozu also die Aufregung.
Abgesehen davon wird der deutsche Pass nach wie vor auf sonderbare Art Leuten förmlich hinterhergeworfen, die weder ausreichende Sprachkenntnisse haben noch richtige Berufsverhältnisse. Ich habe in Kreuzberg Nachbarn gehabt, deren "Einkommen" sich auf ein Scheinarbeitsverhältnis beim Cousin beschränkte und deren Frauen ÜBERHAUPT keine Sprachkenntnisse hatten, weil sie überhaupt so gut wie nie das Haus verlassen haben. Aber die hatten den deutschen Pass. Die offizielle Denkart geht wohl so, dass deren Kinder die Altenpfleger und Ingenieure von Morgen sind. Andererseits weiß ich von extrem gut integrierten Menschen, die massive Probleme haben, den deutschen Pass zu bekommen, was aber teilweise an den türkischen Behörden liegt, die sich weigern, diese Menschen aus der türkischen Staatsbürgerschaft zu entlassen. Offenbar überlegen sich die türkischen Behörden sehr genau, wen sie an Deutschland "loswerden" wollen und wen nicht.
Allein der Satz im Artikel " Ihnen genügen Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis" besagt doch schon alles.
Es lebe der patriotische Deutsche, der auch einmal zu seinem Land, s e i n e r Kultur, und seinen Idealen steht.
Nur wer dass laut sagt gilt als Rassist. Komisch die Millionen Rassisten im Ausland gegen andere hat noch keiner entdeckt.
enttäuschend das Sie sich diese Frage nicht selbst beantworten können, ich gebe Ihnen ein paar Beispiele:
- die Feuerwehr bringt im Falle eines Unfalls Verletzte in ein Krankenhaus, wo diese behandelt werden. Dann erst wird eine Rechnung erstellt.
- Frauen können einen Mini-Rock tragen
- Homosexuelle können ihre Orientierung outen.
- demokratische Wahlen
- Asylrecht für Verfolgte
- weitestgehende Meinungsfreiheit
- unabhängige Richter und Gerichte
ich könnte stundenlang weiterschreiben, aber vielleicht kommen Sie ja selbst auf das eine oder andere kulturelle "Highlight"
Sie dozieren an einer Universität?
mfg
was ist daran "deutsch"???
aber nicht mal 'ne deutsche Malerei,
gar eine "deutsche" Militärgeschichte...
und ein paar tausend anderer interessanter Menschen, die gedacht, gelebt, geliebt, geschrieben, komponiert, gedichtet, gesungen, Filme gemacht und Theater inszeniert haben.
Sie armer Deutscher "Forist", Sie. Ohne zu wissen, was deutsche Kultur ist, das ist wie ein Dahinvegetieren im leeren Raum der Sinnlosigkeit, lieblos und seelenlos. Horror.
Übrigens: auf die Frage, wer die "Mauer" gebaut hat, geben viele junge Leute als Antwort "Adolf Hitler". Ist das nicht lustig?
Mit der Logik kann man Frisch, Heller, aber auch den Postkartenhändler aus Braunau zu "Deutschen" machen.
Im "Römischen Reich Deutscher Nation" waren die Sprachen in unseren Gebieten so vielfältig, wie es nun mal Friesland bis Sizilien sind.
Seit dem Hochmittelalter waren alle stets bestrebt, ihre Partikularinteressen, auch die sprachlichen und kulturellen, durchzusetzen.
Erst ein Luther schuf überhaupt eine Schriftsprache die weithin gelesen werden konnte.
Dennoch würde die Gegend nicht weniger partikular.
Die nun Herrschenden Kaiser herrschten noch immer über Vielvölkerstaaten.
1806 war gar das "Reich" ganz weg.
Das erste Deutschland, wie wir es verstehen, hat Bismarck geschafften. Es hielt 60 Jahre,
danach verstand einer unter "Deutschland" die halbe Welt,
was dazu führte, dass wir hier auch wieder zwei Kulturen (wie man ja noch heute schmerzlich erfahren kann).
"Deutsche Kultur"
sind sehr unterschiedliche Sprach- und Ausdrucksformen, die sich zu einer Verfassungseinheit zusammengeschlossen haben.
Eine kulturelle Einheit war es nie...
Zu diesen Ergebnissen kommen fast alle Prognosen. seit den 70zigern ist die Zahl der Geburten kleiner als die der Sterbefälle.
Ohne Zuwanderung und der damit verbundene größere Kindersegen hätten wir schon lange eine rückläufige Einwohnerzahl.
Was wäre daran schlecht?
In Deutschland beschreibt die Überschreitung der Sterberate gegenüber der Geburtenrate seit Mitte des 20. Jahrhunderts.
Dadurch verlieren die so genannten industrialisierten Staaten, Länder oder Kommunen an Bevölkerung.
Dies stellt beispielsweise Rentenversicherungssysteme vor neue Probleme. Der Begriff "Demografischer Wandel" ist sehr stark auf die jüngeren Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung festgelegt (insbesondere die natürliche Schrumpfung der Bevölkerung bei relativ starker demografischer Alterung).
Die Gesetzliche Rentenversicherung ist das Kernstück der Sicherung im Alter und muss es auch bleiben.
Manchmal ist weniger mehr.
In den kommenden Sechzigerjahren werden laut Hochrechnung aufgrund eines "Kindersegens" die muslimischen Bürger die Mehrheit im Land stellen. Na, das werden dann tolle Renten werden. Endlich mit einer Regierung, die das umsetzt, was sie verspricht. Ich bin gespannt, wie dann die Kommentare ausfallen werden, falls es noch welche geben wird.
Schon 2006 verließen rund 77 000 junge Menschen die Schule ohne Hauptschulabschluss.
Das waren 7,9 Prozent eines Altersjahrgangs. Vor zehn Jahren betrug diese Quote 8,7 Prozent.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert deswegen ein abgestimmtes Bund-Länder-Konzept gegen den Schulabbruch.
Zunächst stünden die Länder mit mehr Förderung und einer besseren Ausstattung der Schulen in der Pflicht.
Unter den Schulabbrechern finden sich deutlich mehr junge Männer als Frauen. So geht fast jeder zehnte deutsche Junge (9,1 Prozent) ohne Abschluss von der Hauptschule. Bei den deutschen Mädchen ist dies nur etwa jedes zwanzigste (5,3 Prozent). Bei Jungen aus Migrantenfamilien hat fast ein Viertel (22,1 Prozent) keinen Abschuss. Bei den ausländischen Mädchen ist dies etwa jedes siebte (13,1 Prozent).
Wo ist also das Problem?
Das kann man aber nur verbessern, wenn Zuwanderer (auch ohne deutschen Pass) ach in die Sozialkassen einzahlen und diesen zusätzlich noch auf der Tasche liegen.
Wenn diese Zuwanderer aber nicht mal in der Lage sind, 33 Fragen aus einem vorher bekannten Katalog zu beantworten und ein paar Unterlagen beizubringen, kann man aber wohl eher von letzterem ausgehen und froh sein, dass ihnen der deutsche Pass verwehrt bleibt.
Lesen Sie sich doch mal die Einbürgerungsbedingungen der USA durch:
General Naturalization Requirements
Die USA kann sich über mangelnden Zulauf Einbürgerungswilliger nicht beklagen. An den deutschen Einbürgerungsbedingungen, die im Vergleich zu den USA ja ein Lacher sind, kann es also nicht liegen. An den phantastischen Sozialleistungen der USA eher auch nicht.
Kann es sein, dass die hiesigen Zuwanderer zum Teil einfach ein übersteigertes Anspruchsdenken an den Tag legen bzw. es ihnen von Medienberichten wie diesem eingetrichtert wird?
(5) Malta (6) Bahrain( 7) Bangladesch (8) Nauru (9) Barbados
(10) Taiwan(11) Mauritius (12) Palästinensische Gebiete
(13) Südkorea (14) San Marino (15) Tuvalu (16) Niederlande (17) Ruanda (18) Libanon (19) Indien (20) Israel (21) Belgien (22) Komoren (23) Japan (24) El Salvador (25) Sri Lanka
(26) Haiti(27) Philippinen(28) Burundi
(29) St. Vincent und die Grenadinen (30) Grenada (31) Vietnam (32) St. Lucia (33) Jamaika (34) Großbritannien
(35) Deutschland
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden in Deutschland im Verlauf des Jahres 2007 rund 113 000 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert.
Das waren 11 800 Einbürgerungen weniger als im Vorjahr (– 9,5%).
Im Jahr 2000 hatten die Einbürgerungen mit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts den Höchststand von knapp 186 700 Personen erreicht.
In den Folgejahren nahm ihre Zahl jeweils ab, lediglich unterbrochen von einer Zunahme um + 6,5% im Jahr 2006.
wir haben die missverständliche Überschrift soeben editiert.
Mit freundlichen Grüßen, die Online-Redaktion