Es ist ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik: Erstmals tritt in Nordrhein-Westfalen eine Wählergemeinschaft an, die ausschließlich aus Migranten besteht.
Anzeige
Köln -
So etwas wie ein Organisationsbüro oder eine Wahlkampfzentrale gibt es nicht. Noch nicht. Vielleicht bei der nächsten Wahl? "Wir sind noch nicht so professionell. Das Wichtigste für uns ist, dass wir jetzt zu dieser Wahl zugelassen wurden. In unserer Stadt!", sagt Kamuran Kayhan.
Was der 34-jährige Nachwuchspolitiker und 15 weitere türkischstämmige Akademiker aus Köln fast unbemerkt am Rande der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen angestoßen haben, ist nach 50 Jahren Einwanderung immer noch eine politische Novität. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wurde eine ausschließlich von Türken initiierte Wählergemeinschaft für eine Wahl zugelassen.
Innerhalb weniger Monate hat es diese "Alternative Bürgerinitiative Köln" (ABI Köln) geschafft, genug Unterschriften zu sammeln, um sich für die Wahl der Bezirksvertretungen von sieben der neun Kölner Bezirke aufzustellen. Seitdem wird auch mal kurzerhand ein türkisches Restaurant an der bekannten Kölner Venloer Straße zur "Zentrale" ernannt. Denn hier, in Bezirken mit einem hohen Migrantenanteil wie Ehrenfeld, Nippes oder Mühlheim, ist ihr Wirkungsgebiet. Hier lebt ihre Zielgruppe.
"Wir glauben, dass wir hier eine Chance haben, weil wir die Probleme der Menschen kennen, ihre Sprache sprechen", sagt Kayhan. Wie die meisten Kandidaten von ABI stammt auch er aus einer typischen "Gastarbeiterfamilie": Anfang der siebziger Jahre verließen seine Eltern ihre kleine Heimatstadt Burdur in Zentral-Anatolien, der Vater fand Arbeit bei Ford in Köln – zu einer Zeit, in der noch einzig die Arbeitskraft für die Einwanderung nach Deutschland zählte. Als es noch keine Diskussion um Integration, Sprachkurse oder Einbürgerungstests gab. Als es noch keine Migranten gab, sondern nur Ausländer.
Und als an Wählerlisten mit türkischstämmigen Kandidaten noch gar nicht zu denken war. Der Gedanke, sich politisch zu engagieren, ist für viele der etwa 500 Mitglieder und Unterstützer der Kölner Nischenorganisation jedoch nicht neu. Doch bislang fehlte die passende politische Heimat, wie sie sagen und meinen: Das Gefühl, politisch etwas bewirken zu können, in ihrer Stadt. "Der Versuch war da, aber wir haben uns weder von den Massenparteien noch von den einzelnen Politikern verstanden und vertreten gefühlt", sagt ABI-Vorsitzender Kayhan, der jahrelang FDP-Mitglied war und sich eine Zeit lang auch im "Deutsch-Türkischen Forum" der CDU engagiert hat.
Samih Alphan, der für ABI für das Bezirksparlament in Mühlheim kandidiert, war bei der SPD; Engin Topal, Politikwissenschaftler wie Kayhan und Kandidat im Bezirk Nippes, war CDU-Mitglied. Für alle drei hat ein Schlüsselerlebnis das Vertrauen in die etablierten Parteien zerrüttet: "Als die CDU das erste Mal einen Türken als Bundestagskandidaten aufstellen wollte, hat die Basis einfach nicht mitgemacht, sagt Topal. Er spielt auf ein Ereignis an, das mehr als acht Jahre zurückliegt. Auf dem Landesparteitag sollte Bülent Arslan, ein in NRW sehr aktiver Christdemokrat und Vorsitzender des Deutsch-Türkischen Forums, als Bundestagskandidat aufgestellt werden. Doch es regte sich Widerstand: Als Moslem und Türke, so hieß es damals aus dem CDU-Kreisverband Hagen, könne Arslan die Partei nicht im Bundestag vertreten. Er zog seine Kandidatur zurück. Und Engin Topal seine CDU-Mitgliedschaft. Die Enttäuschung darüber sitzt noch immer tief, auch wenn Arslan später doch noch zu seiner Kandidatur gekommen ist.
Noch hat auch von den ABI-Machern keiner je ein wichtiges Parteiamt bekleidet. Sie wissen, dass sie noch viel lernen müssen. Ihr Programm liest sich wie ein Katalog schnell, unbedacht und unkonkret formulierter und nur auf Migranten bezogener Forderungen idealistischer Politik-Studenten. Da ist etwa die Forderung nach "besseren Freizeitmöglichkeiten und Beschäftigungskonzepten für Jugendliche in Brennpunkten und Einsatz von Jugendberatern mit Migrationshintergrund" oder die bereits bestehende Forderung der SPD nach einem kommunalen Wahlrecht für Ausländer, die seit drei Monaten in Deutschland leben; so auch Vorschläge, die längst umgesetzt worden sind, wie die Errichtung einer Antidiskriminierungsstelle in den Ämtern. Es ist sicher nicht das Programm, das die anderen Parteien fürchten werden. Auch nicht der handgemachte Wahlkampf, den die Kandidaten in "jeder freien Minute, nach Feierabend und am Wochenende" (Alphan) mit selbst gestalteten und gedruckten Broschüren zu Fuß in Ehrenfeld, Nippes und Mühlheim führen.
Es ist die bloße Existenz einer Wählergemeinschaft wie der ABI. Zwar gibt es bislang nur wenige Untersuchungen des Wahlverhaltens von Eingebürgerten. Aber grundlegend kann gesagt werden: Für Migranten macht es nicht nur einen Unterschied, welche Partei sich ihrer Belange annimmt, sondern auch welche Personen. Im Zweifel entscheiden sie sich für den Vertreter ihrer Community. Das ist der Joker von Wählergemeinschaften wie der ABI-Köln.
Die etablierten Parteien haben, so scheint es, diese potenzielle Wahlkraft von eingebürgerten Türken und anderen Migranten noch nicht erkannt. Nicht im Bund – nicht in Köln, einer Stadt mit mehr als 300.000 Migranten, darunter 70.000 eingebürgerten Türken. Es gab im Vorfeld der Kommunalwahlen viel Gezerre um die wenigen Kandidaten, die eine nicht-deutsche Herkunft haben. Während die Kölner FDP und die Grünen gar keine Kandidaten haben, konnte sich die CDU nicht zu einer Nominierung ihres Mitgliedes Efkan Kara auf einen sicheren Listenplatz durchringen. Die SPD dagegen schickt immerhin mit Gonca Mucuk-Edis und Malik Karaman zwei Kandidaten ins Rennen.
Für Kayhan von der ABI-Köln sind das "Quoten-Bekenntnisse". "Jede Partei versucht mit einem Migranten auf einem sicheren Listenplatz den Bereich abzudecken. Aber sogar das kostet sie meist viel Kraft und Auseinandersetzung", sagt er. Die größte Einwanderergruppe mit den meisten Eingebürgerten ist völlig unterrepräsentiert: Gerade mal zwei von 90 Mandaten im Stadtrat sind mit türkischstämmigen Politikern besetzt.
Viele wahlberechtigte Türken könnten bei den Kommunalwahlen am kommenden Sonntag für ABI-Köln stimmen – weil sie die Kandidaten als "ihre" Repräsentanten sehen, besonders in "ihren" Stadtteilen. Dennoch versuchen ABI-Vorsitzender Kayhan und seine Mitstreiter den politischen Schwerpunkt nicht ausschließlich auf Migrantenthemen zu legen – auch im Hinblick auf zukünftige Wahlen. Zu deutlich besteht die Gefahr, als "Türkenpartei" totgeboren zu werden und nach einem Versuch wieder in der politischen Versenkung zu verschwinden.
Bewusst lässt die Initiative religiöse Punkte oder patriotische Bezüge zum Herkunftsland außen vor. Auch nehmen sie für sich nicht in Anspruch, eine direkte Reaktion auf die anti-islamische Initiative "Pro Köln" zu sein. "Natürlich sind wir gegen diesen Extremismus wie gegen jeden anderen. Aber wir wollen nicht polarisieren. Was wir wollen, ist uns an der lokalen Politik beteiligen. Mitreden und mitbestimmen, und nicht nur die Stimme der Muslime sein oder gar "türkische" Politik machen", sagt der gebürtige Braunlagener Alphan, der als Islamkunde-Lehrer arbeitet. Schließlich wolle man auch von Spaniern, Griechen, Italienern und Deutschen gewählt werden.
Und wahrgenommen werden. "Als Kölner, von der ganzen Kölner Gesellschaft", sagt Kayhan. Nicht umsonst ziert ihr Logo (das Wappen von Köln auf rot-weißem Hintergrund) ein eindeutiger, fast trotziger Spruch: "Wir sind auch dabei".
ZEIT Online
Was der 34-jährige Nachwuchspolitiker und 15 weitere türkischstämmige Akademiker aus Köln fast unbemerkt am Rande der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen angestoßen haben, ist nach 50 Jahren Einwanderung immer noch eine politische Novität. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wurde eine ausschließlich von Türken initiierte Wählergemeinschaft für eine Wahl zugelassen.
Innerhalb weniger Monate hat es diese "Alternative Bürgerinitiative Köln" (ABI Köln) geschafft, genug Unterschriften zu sammeln, um sich für die Wahl der Bezirksvertretungen von sieben der neun Kölner Bezirke aufzustellen. Seitdem wird auch mal kurzerhand ein türkisches Restaurant an der bekannten Kölner Venloer Straße zur "Zentrale" ernannt. Denn hier, in Bezirken mit einem hohen Migrantenanteil wie Ehrenfeld, Nippes oder Mühlheim, ist ihr Wirkungsgebiet. Hier lebt ihre Zielgruppe.
"Wir glauben, dass wir hier eine Chance haben, weil wir die Probleme der Menschen kennen, ihre Sprache sprechen", sagt Kayhan. Wie die meisten Kandidaten von ABI stammt auch er aus einer typischen "Gastarbeiterfamilie": Anfang der siebziger Jahre verließen seine Eltern ihre kleine Heimatstadt Burdur in Zentral-Anatolien, der Vater fand Arbeit bei Ford in Köln – zu einer Zeit, in der noch einzig die Arbeitskraft für die Einwanderung nach Deutschland zählte. Als es noch keine Diskussion um Integration, Sprachkurse oder Einbürgerungstests gab. Als es noch keine Migranten gab, sondern nur Ausländer.
Und als an Wählerlisten mit türkischstämmigen Kandidaten noch gar nicht zu denken war. Der Gedanke, sich politisch zu engagieren, ist für viele der etwa 500 Mitglieder und Unterstützer der Kölner Nischenorganisation jedoch nicht neu. Doch bislang fehlte die passende politische Heimat, wie sie sagen und meinen: Das Gefühl, politisch etwas bewirken zu können, in ihrer Stadt. "Der Versuch war da, aber wir haben uns weder von den Massenparteien noch von den einzelnen Politikern verstanden und vertreten gefühlt", sagt ABI-Vorsitzender Kayhan, der jahrelang FDP-Mitglied war und sich eine Zeit lang auch im "Deutsch-Türkischen Forum" der CDU engagiert hat.
Samih Alphan, der für ABI für das Bezirksparlament in Mühlheim kandidiert, war bei der SPD; Engin Topal, Politikwissenschaftler wie Kayhan und Kandidat im Bezirk Nippes, war CDU-Mitglied. Für alle drei hat ein Schlüsselerlebnis das Vertrauen in die etablierten Parteien zerrüttet: "Als die CDU das erste Mal einen Türken als Bundestagskandidaten aufstellen wollte, hat die Basis einfach nicht mitgemacht, sagt Topal. Er spielt auf ein Ereignis an, das mehr als acht Jahre zurückliegt. Auf dem Landesparteitag sollte Bülent Arslan, ein in NRW sehr aktiver Christdemokrat und Vorsitzender des Deutsch-Türkischen Forums, als Bundestagskandidat aufgestellt werden. Doch es regte sich Widerstand: Als Moslem und Türke, so hieß es damals aus dem CDU-Kreisverband Hagen, könne Arslan die Partei nicht im Bundestag vertreten. Er zog seine Kandidatur zurück. Und Engin Topal seine CDU-Mitgliedschaft. Die Enttäuschung darüber sitzt noch immer tief, auch wenn Arslan später doch noch zu seiner Kandidatur gekommen ist.
Noch hat auch von den ABI-Machern keiner je ein wichtiges Parteiamt bekleidet. Sie wissen, dass sie noch viel lernen müssen. Ihr Programm liest sich wie ein Katalog schnell, unbedacht und unkonkret formulierter und nur auf Migranten bezogener Forderungen idealistischer Politik-Studenten. Da ist etwa die Forderung nach "besseren Freizeitmöglichkeiten und Beschäftigungskonzepten für Jugendliche in Brennpunkten und Einsatz von Jugendberatern mit Migrationshintergrund" oder die bereits bestehende Forderung der SPD nach einem kommunalen Wahlrecht für Ausländer, die seit drei Monaten in Deutschland leben; so auch Vorschläge, die längst umgesetzt worden sind, wie die Errichtung einer Antidiskriminierungsstelle in den Ämtern. Es ist sicher nicht das Programm, das die anderen Parteien fürchten werden. Auch nicht der handgemachte Wahlkampf, den die Kandidaten in "jeder freien Minute, nach Feierabend und am Wochenende" (Alphan) mit selbst gestalteten und gedruckten Broschüren zu Fuß in Ehrenfeld, Nippes und Mühlheim führen.
Es ist die bloße Existenz einer Wählergemeinschaft wie der ABI. Zwar gibt es bislang nur wenige Untersuchungen des Wahlverhaltens von Eingebürgerten. Aber grundlegend kann gesagt werden: Für Migranten macht es nicht nur einen Unterschied, welche Partei sich ihrer Belange annimmt, sondern auch welche Personen. Im Zweifel entscheiden sie sich für den Vertreter ihrer Community. Das ist der Joker von Wählergemeinschaften wie der ABI-Köln.
Die etablierten Parteien haben, so scheint es, diese potenzielle Wahlkraft von eingebürgerten Türken und anderen Migranten noch nicht erkannt. Nicht im Bund – nicht in Köln, einer Stadt mit mehr als 300.000 Migranten, darunter 70.000 eingebürgerten Türken. Es gab im Vorfeld der Kommunalwahlen viel Gezerre um die wenigen Kandidaten, die eine nicht-deutsche Herkunft haben. Während die Kölner FDP und die Grünen gar keine Kandidaten haben, konnte sich die CDU nicht zu einer Nominierung ihres Mitgliedes Efkan Kara auf einen sicheren Listenplatz durchringen. Die SPD dagegen schickt immerhin mit Gonca Mucuk-Edis und Malik Karaman zwei Kandidaten ins Rennen.
Für Kayhan von der ABI-Köln sind das "Quoten-Bekenntnisse". "Jede Partei versucht mit einem Migranten auf einem sicheren Listenplatz den Bereich abzudecken. Aber sogar das kostet sie meist viel Kraft und Auseinandersetzung", sagt er. Die größte Einwanderergruppe mit den meisten Eingebürgerten ist völlig unterrepräsentiert: Gerade mal zwei von 90 Mandaten im Stadtrat sind mit türkischstämmigen Politikern besetzt.
Viele wahlberechtigte Türken könnten bei den Kommunalwahlen am kommenden Sonntag für ABI-Köln stimmen – weil sie die Kandidaten als "ihre" Repräsentanten sehen, besonders in "ihren" Stadtteilen. Dennoch versuchen ABI-Vorsitzender Kayhan und seine Mitstreiter den politischen Schwerpunkt nicht ausschließlich auf Migrantenthemen zu legen – auch im Hinblick auf zukünftige Wahlen. Zu deutlich besteht die Gefahr, als "Türkenpartei" totgeboren zu werden und nach einem Versuch wieder in der politischen Versenkung zu verschwinden.
Bewusst lässt die Initiative religiöse Punkte oder patriotische Bezüge zum Herkunftsland außen vor. Auch nehmen sie für sich nicht in Anspruch, eine direkte Reaktion auf die anti-islamische Initiative "Pro Köln" zu sein. "Natürlich sind wir gegen diesen Extremismus wie gegen jeden anderen. Aber wir wollen nicht polarisieren. Was wir wollen, ist uns an der lokalen Politik beteiligen. Mitreden und mitbestimmen, und nicht nur die Stimme der Muslime sein oder gar "türkische" Politik machen", sagt der gebürtige Braunlagener Alphan, der als Islamkunde-Lehrer arbeitet. Schließlich wolle man auch von Spaniern, Griechen, Italienern und Deutschen gewählt werden.
Und wahrgenommen werden. "Als Kölner, von der ganzen Kölner Gesellschaft", sagt Kayhan. Nicht umsonst ziert ihr Logo (das Wappen von Köln auf rot-weißem Hintergrund) ein eindeutiger, fast trotziger Spruch: "Wir sind auch dabei".
ZEIT Online
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen?
» Informieren | » Login
Aus anderen Ressorts
Meinung »
Manipulierter Fußball:
Da kommt noch mehr, wetten?Manipulation beim Fußball ist wie Doping. Beides verdirbt die Idee des Spiels. Ob sich alle an die Regeln halten und am Ende die beste Leistung zum Sieg führt, kann der Zuschauer nicht mehr wissen. Wie viele Spieler wohl an diesem Wochenende verdächtigt werden, denen der Ball unglücklich über den Fuß rutscht?
Mon BERLIN:
Nachmittags, in einem LichtspielhausBerlin »
Untersuchungsausschuss:
Spreedreieck-Affäre: Strieder rechnet mit Nachfolgern abEx-Bausenator Strieder will beim Spreedreieck frühzeitig gewarnt haben. Nachbarn des Areals klagen erneut.


Kommentare [ 49 ] Kommentar hinzufügen »
allerdings,
viel Programm hat der nicht...
wer eine multikulti-gesellschaft will, musss ich später nicht beklagen, wenn die gruppen ihre eigenen vertreter wählen.
vieleicht gibt es bald auch eine bolschewiki , wer weiß?
werten.Die hieraus resultierende Mischung aus Politverweigerung und Proteststimmen kann uns innenpoltische Verwerfungen bringen - wobei ich mir das deutsche Erscheinungsbild nach aussen gar nicht erst ausmalen möchte.
"Deutsche Freunde in Spanien" gründen wollte, erbob sich unter den einheimischen Mallorquinern lauter Protest.
"Erst kaufen uns die Deutschen Landhäuser und Grundstücke weg - jetzt wollen sie uns sogar in die Politik reinreden", hieß es.
Der deutsche Unternehmer Horst Abel blieb zunächst bei seinem Vorhaben, gab es später aber wegen der anhaltenden Proteste auf.
Die Nicht-Integration neuer Volksgruppen in die einheimische Gesellschaft zeigt sich auch in solchen Parteigründungen, bzw. Gründungsversuchen. Je mehr multikulturelle Illusionsblasen zerplatzen, desto deutlicher werden die wachsenden Probleme.
Balkanisierung erscheint mir kein attraktives gesellschaftspolitisches Ziel.
Auch Deutsche müssen dieser Entwicklung deutlich widersprechen.
Eine völkisch-türkisch-islamische politische Gruppierung ist eine nicht hinnehmbare Desintegrationsmaßnahme. Sie konterkariert, sabotiert, jegliche Integration in die deutsche Gesellschaft.
Der Name ist Programm.
Die Frage ist nur: ist das jetzt "gelungene Integration" oder "Verfestigung der Parallelgesellschaft".
Das ist normal.
Die Eingrenzung einer Partei auf lediglich eine ethnische Zuwanderergruppe stellt aber etwas qualitativ vollkommen Neues dar.
(Der einzige Vergleich aus der deutschen Geschichte, der mir dazu spontan einfällt, ist die katholische Zentrums-Partei der Jahre ca. 1880 bis 1933.)
So etwas ist nicht gut und demonstriert so etwas wie:
"Wir wollen jetzt für uns mitbestimmen, denn Ihr könnt oder wollt unsere Interesen nicht beachten. Außerdem sind wir sind anders als ihr und wollen auch anders bleiben!"
Ein unerfreulicher Ansatz, der Abgrenzung, Selbstausgrenzung, Misstrauen und überhaupt das Gegenteil von Integration spiegelt.
Diese Aussage gilt auch, wenn diese Partei bedeutungslos bleibt - was zu hoffen ist.
aber letztlich ist die CSU ebenfalls 'ne ethnisch, regionale Partei.
Auch die PDS war bis zum Zusammenchluss mit der WASG eine Regionalpartei für Leute mit einer ähnlichen Sozialisation...
Die Anführungsstriche stehen für den Unterschied, der von jener Bevölkerungsgruppe genau so gewollt ist.
die allerdings mit beiden Beinen auf der FDGO sthen muss.
Der Knackpunkt nämlich ist,
dass Ihr a priori UNTERSTELLT,
die würden nicht angemessene oder nicht auf dem Boden der Verfassung stehende Forderungen haben.
Da aber liebe Leute,
fahrt Ihr das Teil in die Grütze,
entweder die sind "sauber" oder eben nicht.
Das ist die einzige zus tellende Frage
ach so eliza,
das Winken mit dem CSU-Parteiproramm taugt nicht,
ich geh' mal davon aus,
dass bei einer imaginierten "Partei der Türkischstämmigen" auch Deutsche Mitglieder werden kann,
so wie auch eliza dem SSW beitreten kann, ohne Dänin zu sein.
weiteres in meiner Antwort auf undercover...
Ein Kriterium für die Nationale Minderheit ist nämlich deren Leben in angestammten Siedlungsgebieten. Dies trifft auf die Neusiedler aus dem Nahen Osten und Kleinasien nicht zu.
Ansonsten haben die Türken mit deutscher Staatsangehörigkeit natürlich die gleichen Rechte wie jeder andere Bürger dieses Staates. Das heisst aber nicht, dass die Mehrheit der deutschen Bürger die Verweigerung von Integration und die jetzt sogar organisatorisch erfolgende Desintegration der Türken für gut und richtig halten muss.
nach 50 Jahren, nach 100, oder doch erst nach 200?
Was machen wir mit Russen, Holländern oder Hugenotten?
Sind die schon genehm lange hier,
und überhaupt,
was haben dann die Russland-Deutschen hier zu suchen?
Sicher haben wir klare Forderungen an das Verfassungsgemäße ihres Verhaltens, einschließlich darauf, welchen Status sie Frauen zuerkennen,
der Rest geht auch einen josse einfach nichts an...
den ja hier im Forum viele Foristen als Banner vor sich her tragen:
sie fühlen sich von den etablieren Parteien nicht ausreichend vertreten!
Und nu???
Und nochmal,
was das für Sprengpotenzial hat, wenn sich da die "Falschen" zusammenschließen, ist mir sicher nicht verborgen geblieben,
nur,
diese Kommentatoren wollen den Betreffenden ein Grundrecht unseres Staates absprechen,
nicht mehr,
aber leider auch nicht weniger...
Aber die Partei (das wird sie früher oder später werden) wird Farbe bekennen müssen. Das führt zu klaren Verhältnissen. Man könnte auch sagen: zu klaren Fronten.
Insofern find ich es gut, dass es nun eine politische Vertretung der Türken gibt.
(Und ich bin sicher, früher oder später wird es innerhalb von ABI heftige Diskussionen geben, zwischen den Gründern und zuströmenden nationalistischen Türken.)
Schmunzeln musste ich bei der Formulierung, dass man auch "von Spaniern, Griechen, Italienern und Deutschen" gewählt werden möchte. Ist das noch Ernst oder schon Karneval?
P.S.
Dass Ihnen nach Ihrem jüngsten tagelangen erbitterten Disput mit ehrbewussten türkischen Lesern (zur Armenierfrage) beim Thema "türkische Partei" nichts anderes einfällt, als mich hier ein wenig zu berichtigen - das verwundert mich etwas ...
oder schon auf türkisch geschrieben ?
dass das prinzipiell auch in unserem Lande siehe zumindest SSW denkbat und möglich ist,
ob das nun ausgerechnet von der türkischen Community so 'ne richtig gute Idee ist, mag ich ernsthaft bezweifeln, aber das hatte ich auch nicht gesagt,
Gruß
dali
Das Land ist bereits untergegangen...
- wenn Migranten Wählergemeinschaften oder Parteien gründen und sich eventuell schon bald integrationsresistente Parallelgesellschaften zu nutze machen, und
- wenn deren Stimmenanteile so prosperieren wie ihr Anteil in der Bevölkerung?
Was wird aus den linken Parteien, welche bisher versuchen, durch das forcieren von Einbürgerungen neue Wählerschichten zu akquirieren?
Bspw. läßt ein Blick in das Programm der Islamischen Partei Dänemarks (Dansk Muslim Partim) schlimmes erahnen.
Under... beanstandet im Kern seiner Aussage, dass hier deutsche Staatsbürger ihr Koalitionsrecht wahrnehmen, ja er sprichtes ihnen ab und fordert so offen zum Bruch des GG auf.
So geht's natürlich nicht,
jeder deutsche Staatsbürger hat das Recht, Parteien zu gründen, deren Grundsätze in weltanschaulichen aber religiösen aber auch ethnischen Thematiken zu finden sind.
auch sind derartige Bestrebungen, insbesondere im kommunalen Bereich zu unterstützen, wenn
ja wenn,
davon auszugehen ist, dass deren Progammatik innerhalb der FDGO beheimatet sind.
Das ist das entscheidende Problem,
ist der Fuchs erst im Stall, ist schlecht im Wald Fallenstellen, was wir ja schmerzhaft an der NPD erleben müssen.
Einen anderen Aspekt find' ich aber noch viel spannender:
ausgerechnet hier toben die Massen durch die Kommentare, die fröhlich darüber schwadronieren,
dass sie sich durch unsere Parteien nicht (mehr) vertreten fühlen, folglich gar nicht erst wählen gehen.
Die Türkischstämmigen aber sollen in Parteien eintreten, von denen sich viele Deutsche NICHT vertreten fühlen?
Man sollte sich erst mal anseehen, mit welcher Progammatik und welchen Forderungen sie auftreten bzw. wie sie sich darstellen,
danach ist immer noch genügend Zeit, Alarm zu schlagen...
Der SSW macht in erster Linie Politik für Deutsche und wird auch von vielen Deutschen gewählt. Die (guten) dänischen Schulen im nördlichen SH werden auch von vielen deutschen Schülern besucht, obwohl neben Schulgeld für die Aufnahme wenigstens ein Elternteil die dänische Sprache erlernen muss. Ein hoher Anteil an dänischen Schülern und Unterricht auf dänisch scheinen nicht abzuschrecken. Wenn das mit den Türken ebenso klappt, dann müsste gerade in Berlin ja alles Bestens sein.
Das ist selbstgemachte Ausgrenzung. Niemand sagt: Wir wollen euch nicht haben. Diese Leute aber sagen: Wir wollen nicht zu euch gehören.
Ihr seid herzlich eingeladen politisch mitzumachen. Aber hört auf euch nur über eure Eigenschaft "Migrant" zu definieren.
ATpl~Ecommon~Scontent.html)
Die zweitgrößte türkische Behörde DITIB führt hier ohnehin schon lange ihr Eigenleben, der Bau in Ehrenfeld ist da von ganz besonderem Prestige, besonders wegen der zentralen Lage und demonstrativen Größe.
FAZ.NET 03.02.09: "Der große Bruder wird's schon richten": "[...] Laut „Hürriyet“ klagten türkische Eltern: „Damit die Kinder in die Krippe aufgenommen werden, sprechen wir mit ihnen Deutsch. Aber dann können sie kein Türkisch und vergessen die Kultur. Wir halten uns daran, was Erdogan gesagt hat, Integration ja, Assimilation nein. Aber wie soll das gehen?“ Sie beklagen sich darüber, nicht mehr in Ruhe Mädchen aus ihren Heimatdörfern mit ihren Söhnen hier verheiraten zu können. Der Report stellt ja nicht nur fest, dass die türkischen Migranten die am schlechtesten integrierte Gruppe sind, sondern auch, dass dreiundneunzig Prozent der Türken Ehepartner aus ihrer Gruppe suchen, sie also unter sich heiraten und unter sich bleiben und anderes mehr." [...]
Es geht langfristig um Autonomie nach Muster der Dänen oder Sorben, dann allerdings hätte ich gerne einmal geklärt, ob Deutschland auch noch weiterhin dann für die Kosten der faktischen Kolonialisierung aufkommen soll und muss, oder sich auch selbsttragende Finanzkonzepte einstellen, etwa Ankara dann für Teile seiner millionenstarke Minderheit, einem Staat im Staate, aufkommt.
Die Hugenotten oder die Ruhrpolen haben sich auch nach einiger Zeit assimiliert.
In den USA, in Kanada oder Australien ist Assimilation die vom Aufnahmeland gewünschte Variante.
Warum in Deutschland diese unbegründete Scheu??
Für manche Leute im linken Spektrum ist es sogar geradezu ein Tabu.
Wieso eigentlich???
Die Scheu, den Begriff Assimilation in die Debatte einzuführen, schwächt die deutsche Posotion und ist ein Fehler.
es gibt integrierte Chisesen, die Mehrzahl ist es nicht,
es gibts integrierte Chicanos, die meisten sind es nicht.
Selbst die Polen in Chcago sind noch heute zu einem nicht unerheblichen Teil unter sich und sprechen auch nicht sonderlich gut englisch.
Ich könnte da noch 'ne ziemlich lange Liste draus machen,
aber darum geht es gar nicht.
Das Problem ist,
das Erdogan und Konsorten immer wieder versucht, die Türken, die "Gefahr laufen" zu sehr nach deutschen (zivilen) Vorgaben zu leben und so einerseits "seinem" Machtbereich entzogen sein könnten,
oder,
was für Leute wie ihn noch schlimmer wäre,
dieses Gedankengut dann auch noch in die Türkei zu tragen.
Zugespitzt bedeutet dies:
Erdogan nutzt sein Landsleute hier nicht nur aus,
sondern er benutzt sie, um restaurative Kräfte in der Türkei zu stärken.
Dies aber sollte von uns verhindert werden.
Allerdings,
wenn uns nichts besseres zu tun haben,
als auch sie in ihren Vorurteilen zu bestärken,
wird eine solche wünschenwerte Entwicklung nicht beschleunigt werden...
Ich meinte nur, dass die Assimilation in viel höherem Maße als in Europa eine politische Zielvorstellung ist.
Schon vor Jahrzehnten gab es dazu das berühmte Wort vom "Melting Pot". Diese Zielvorstellung wurde, so weit ich weiß, niemals wirklich aufgegeben. (Die Frage ist bloß, inwieweit sie heute noch funktioniert bzw. von den Behörden eingefordert wird.)
2. Was Sie über Erdogan schreiben, sehe ich ebenso!
Er soll sich aber hier nicht in unsere Internas einmischen.
Oder wie Frau Merkel so schön sagte: Sie ist auch die Kanzlerin der hier lebenden Türken!
3. Nun gibt es bei uns beiden aber einen Dissens:
Warum sollten wir uns denn scheuen, Assimilation zu fordern nur weil Erdogan davor warnt??? Da sehe ich keinen Grund.
Es kann uns doch völlig egal sein, was er dann sagt!!
(Die Wahrheit ist doch, dass er es nicht nur als Botschaft an seine Landsleute so gesagt hat, sondern auch deshalb, weil er weiß, wie sensibel die Linksliberalen in Deutschland auf dieses Wort reagieren ... !!)
Die Frage ist ganz einfach, welche politische Zielvorstellung hier und heute für uns besser ist.
Dass die Scheu, über dieses Thema überhaupt einmal grundsätzlicher nachzudenken, auch mit dem Alter der Diskutanten und der Vergangenheit zu tun hat, das hat
@ hades ja schon gut gesagt.
Wir sollten uns da aber keinen Denkverboten beugen!
Alles ändert sich - auch die Haltung gegenüber dieser Frage.
(Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung verstand und versteht unter Integration ohnehin nichts anderes als Assimilation!)
Kein Japaner, gar ein Schwarzer heiratet eine Chinesin, kein Ire 'ne Italienerin und kein aus Polen Stammender 'ne Mormonin.
Na und der Gedanke, ein Junge aus Massachusetts heiratet 'ne "Chica" gehört auh nicht unbedingt zu den hohen Wahrscheinlichkeiten.
Selbst eine Kanadierin bekommt epileptische Anfälle allein bei dem Gedanken, einen US-boy zu heiraten.
Gehen wir aber frei...s wichtigste Frage an,
Assemilation vs. Integration
da aber werde ich das Gefühl nicht los,
dass die Begriffe verschwimmen:
wenn frei... unter Assimilation versteht, ein Türke solle das essen wie wir, unsere Feste feiern oder unseren (nicht vorhandenen) "Familiensinn" übernehmen sollten,
wären das nicht nur unberechtigte Forderungen im Verhältnis zu unserer Verfassung, das wäre dann wirklich Kulturbolschewismus, wie wir ihn wahrscheinlich gemeinsam nicht schätzen.
Wenn frei.. aber mit diesem Begriff meint,
Türken sollten UNSERE demokratischen Spielregeln befolgen,
auch zivile Regeln unsere Sozietät achten(also auch ihre Frauen entsprechend zu behandeln),
und sich noch weit mehr am BIP beteiligen als bisher,
so steht das
nicht nur meinen Begriff von "Integration" sehr nahe,
der eben den Kulturbegriff von Rechstgegenständen abtrennt.
wenn man allerdings wie hades mit Erdogan
unter Assimilation die Autonomisierung der Community unter Alimentierung durch den türkischen Staat versteht,
handelt sich nicht nur gesellschaftlich noch problematischere Verhältnisse als heute ein,
er geht auch an jeder Realität vorbei,
denn unser (interner) gesellschaftliches Problem ist die Überalterung.
Wenn wir es aber verabsäumen die Potenziale der "Unterschicht"-Kinder im Allgemeinen, der Miranten im Speziellen zu nutzen,
wird dies zwangsläufig zur Verarmung unseres Landes führen...
zum "melting pot": Konsens mit Ihren Ausführungen.
Allerdings haben Sie es vermieden, direkt auf meine Argumentation eingegangen, dass Assimilation in den angelsächsischen Ländern mehr als hier eine off. Zielvorstellung ist ...
zu Ihrem Hauptpunkt (Verständnis von Integration und Assimilation):
Nun, ich meine schon, dass eine Art Verfassungspatriotismus auf türk. Seite nicht reicht. Sie wissen ja, dass ich Leitkultur nicht nur im verfassungsrechtlichen Sinne betrachte.
Ich will nun nicht die Kochtöpfe gucken, aber [b]den Weg, den Hugenotten und Ruhrpolen zurückgelegt haben - den sollen, ja müssen die türkischen Einwanderer auch zurücklegen [/b]... ! Und wenn wir das nicht einfordern, dann bekommen wir ein echtes Problem.
3. Dass es wichtig ist, dass Bildungspotenzial der türk. Schüler zu erschließen, das sehe ich auch so.
Allerdings möchte ich, dass sie dann im Grunde zu deutschen Schülern geworden sind ... vom Denken, Fühlen und Sprechen. Verstehen Sie?!
Sonst nutzt uns das auch nicht viel ...
4. Kurz: Assimilation hat mit Verschmelzung zu tun und mit der Aufgabe der angestammten Kultur - jedenfalls soweit sie sich von der Kultur der aufnehmenden Gesellschaft unterscheidet.
Doch, genau das meine ich!
denn ich fürchte, dass frei...s Vorstellungen da noch immer sehr wohlwollend sind AUCH, was Frauenrechte und Kider betrifft.
Bleiben wir also bei unseren Türken.
Da ber wird es für freidenker langsam eng:
er will eine über sämtlichen Verfassungsgebote hinaus ein auch kulturelle Assimilation.
Da aber ist freidenker nicht zu folgen,
denn auch in unserem Land leben z.B. und vor dem Krieg eine vielfache Zahl von Juden ebenfalls nach völlig anderen Maßstäben, insbesondere die Orthodoxen (diese überigens auch stets mit sehr vielen Kindern, auch in unserem Land).
Sollen die jetzt auch (mal wieder!!!) assimiliert" werden,
wenn aber nein,
warum nicht?
Sichert ihnen unsere historische Schuld zu, was wir anderen verweigern?
Oder liegt es doch daran, dass diese nicht unerheblich zu unserem BIP beitragen?
Wenn aber letzteres der Fall ist,
beißt sich die Katze in den Schwanz,
dann dann müssten wir nach besten Kräften uns bemühen auch die Teile der türkischen Community, bei der die berufliche Tätigkeiten nicht unbedingt im zentralen Blickwinkel steht (um es mal vorsichtig zu formulieren), an die Hand zu nehmen und sie dazu zu bringen.
Dieses "an die Hand nehmen",
darf durchaus wörtlich genommen werden und sich schon auf die Kinder- und Mütterbetreuung vom frühest möglichen Zeitpunkt an erstrecken.
Zugegeben,
es gibt da die eine oder andere "verlorenen Generation", an der wir noch unsere Freude haben werden,
dennoch müssen wir HEUTE anfangen die Zustände zu ändern,
und aufhören über bestehende Verhältnisse zu jammern...
Eine nich allzu stressige Arbeitswoche wünscht
dali
Ich bin Pragmatiker – die Leute sind hier und werden auch nicht mehr gehen, also lasst uns reden und danach an den politischen Pokerstisch setzen und sagen, was wollt Ihr und was wollen wir. Darüber genauso sollte man sich hierzulande so langsam mal Klarheit verschaffen, was wir denn eigentlich wollen und wie. Am besten sieht man dabei übrigens ohne ideologische Brille und redet dabei deutlich genau und unmissverständlich gerade raus.
die können ja dann berechtigt behaupten,
dass wir jegliches Engagement oder sich Einbringen niederbüglen.
Das ist Trick und Fehler an der Sachen,
mit solchen Arguentationen schafft man nur noch mehr Solidarität, statt die Verkrustungen aufzubrechen.
Nett finde ich auch den Hinweis auf den sozialen Status,
denn wenn wir uns auf die türkische Community musst auch Du Dir sagen lassen,
wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen,
die dann auch noch heirateten und Kinder bekamen.
Noch immer interessierten wir uns nicht für sie.
wir hatten ja auch noch nicht gemerkt,
dass (Anfang der 80er) der Arbeitsmarkt sich veränderte und immer mehr von arbeitslos wurde. Dann kamm man auch noch gerade hier in Berlin auf die Idee, sie mit wohnungspolitischen Gesetzen aufeinander zu sperren.
Das war ja alles ihre Schuld.
Wir merkten auch nicht, dass in den Schulen ein viel größerer Aufwand als der damals getriebene, notwendig gewesen wäre, um (schulische) Mängel zu beheben.
Obendrein ließen wir es zu und merkten natürlich auch nicht,
dass da eine Heiratspolitik sich einnistete, die immer wieder junge Analphabetinnen hier zu Müttern werden ließ.
wir haben uns ja auch vor die Väter geworfen, die ihre durchaus ausgebildeten Töchter zurück in die Türkei gebracht wurden ins Archaische.
Dann plötzlich, Mitte bis Ende der 90er, stellten wir fest,
auweia,
das ist ja völlig aus dem Ruder gelaufen.
Statt aber nun wenigstens jetzt Unterstützeung (da mein' ich keine finanzielle) zu bieten,
die Spreu vom Weizen zu trennen,
wird den Rattenfängern Vorschub geleistet.
Wenn wir nicht versuchen diesen Kreis zu durchbrechen,
arbeiten wir nur denen in die Hände und schaffen eine große Konfrontation,
obwohl,
manchen hier wäre das ja wohl durchaus Recht...
"statt die Verkrustungen aufzubrechen." - Jetzt noch, nachdem man das 20 Jahre und nach gutmenschlicher wie konservativ ignoranter Blindheit wie Blödheit einfach so vor sich hin köcheln lassen hat. Die Kruste kriegst Du kaum noch ab, oder willst Du etwa scheuern?
"wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen," Gähn ja und auch viele... und von überall her @dali, alltägliches Kopfzerbrechen versuchen aber nur manche...
"dass (Anfang der 80er) der Arbeitsmarkt sich veränderte und immer mehr von arbeitslos wurde." - Die Kinder aber dieser Generation sind noch vergleichsweise gut integriert, merkst was?
"Dann kamm man auch noch gerade hier in Berlin auf die Idee, sie mit wohnungspolitischen Gesetzen aufeinander zu sperren." - Ja sicher wa, dass man auch gerne in der Nähe von Familie, Clan, Region wohnt, kommt Dir nicht in den Sinn? Ich kannte mal die jeweilige türk. Region zum jeweiligen Kreuzberger U-Bahnhof...
"Wir merkten auch nicht, dass in den Schulen ein viel größerer Aufwand als der damals getriebene, notwendig gewesen wäre, um (schulische) Mängel zu beheben." – Du meinst, Ihr habt so manches nicht gemerkt... so manches – das sind die "blühenden Landschaften" der Linken.
"Dann plötzlich, Mitte bis Ende der 90er, stellten wir fest,
auweia,
das ist ja völlig aus dem Ruder gelaufen." – War erst vor ein paar Jahren, dass man dies überhaupt feststellen dürfte...
"Wenn wir nicht versuchen diesen Kreis zu durchbrechen," – Versuchs mal, viel Spaß dann noch dabei... :-)