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Arbeitsmarkt

Scholz sieht Vollbeschäftigung "am Horizont"

Bundesarbeitsminister Scholz glaubt, dass in Deutschland binnen eines Jahrzehntes Vollbeschäftigung zu erreichen sei. Allerdings muss dafür die Definition geändert werden.
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Arbeitsminister Olaf Scholz. Vollbeschäftigung neu definieren. - Foto: ddp
Kassel -  Für Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) ist eine Vollbeschäftigung in Deutschland bereits "am Horizont sichtbar". Während viele dies bislang als "Fantasterei" bewertet hätten, gäbe es heute die Chance, genügend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, sagte Scholz am Freitag auf der Bundeskonferenz der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Kassel. "In einer demokratischen Gesellschaft muss es das Ziel sein, sich für Vollbeschäftigung einzusetzen."

Scholz schränkte aber ein, dass der Begriff Vollbeschäftigung neu definiert werden und sich an den Vermittlungschancen orientieren müsse. "Schlimmer als arbeitslos zu sein ist es, arbeitslos zu bleiben. Für mich bedeutet Vollbeschäftigung, wenn jeder nach spätestens einem Jahr einen neuen Job findet", sagte Scholz.

DGB: Immer mehr Menschen leben in absoluter Armut

Der Schlüssel sei dabei die Arbeitsvermittlung. "Deshalb muss die Arbeitsvermittlung die beste Institution in Deutschland werden und die deutsche Arbeitsvermittlung muss die beste Arbeitsvermittlung der Welt sein." Jeder wisse, dass das heute nicht so sei. "Es ist aber machbar. Und das ist keine Jahrhundertaufgabe, aber ein Jahrzehnt wird es uns beschäftigen."

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, kritisierte auf dem Kongress, dass sich immer weniger Menschen von ihrem Arbeitseinkommen "einen bescheidenen Wohlstand leisten können". Zugleich gebe es immer mehr Menschen, die in "absoluter Armut leben", auch wenn sie arbeiteten.

Dies sei "der eigentliche Skandal dieses Landes", fügte Sommer hinzu. Zugleich wandte er sich entschieden gegen überzogene Managergehälter. Die Menschen im Lande fänden sich nicht mehr mit der "Perversität" ab, dass zehntausende Manager in der Praxis der Meinung seien, sie seien "das 150-Fache eines normalen Arbeiters wert". (stb/ddp)
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Kommentare [ 9 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 18.4.2008 17:54 Uhr
Noch ein Hellseher
Na klar, früher hat man doch auch aus der ERDE eine Scheibe gemacht. Jetzt einfach Arbeitsmarkt neu definieren und alles ist Paletti. Ersteinmal Ende 2007 in Europa eine "Equal Pay" Vorgabe mit GB zusammen boykottieren und sich dann mit einem Mindestlohnvorhaben von 7,31 H für Zeitarbeitnehmer durch den Wahlkampf mogeln. Inzwischen gehen selbst polnische Maschinenbauunternehmer mit ihren Betrieben nach Deutschland, weil man da für 5 - 6 EUR/h beschäftigen kann. Oder polnische Spargelstecher bleiben daheim oder gehen nach GB arbeiten. Das finden wir toll Hr. Scholz. 6,5 Millionen Billiglöhner. Bei Angeblicher Vollbeschäftigung wären es dann 10 Millionen sein.
Das ist Soziademokratie der Agenda 2010.
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von raquette raquette ist gerade offline | 18.4.2008 19:07 Uhr
Um Gottes Willen
Wenn ein regierender Sozialdemokrat über Vollbeschäftigung orakelt, kann das übersetzt nur heissen, dass es ganz schlecht um den Arbeitsmarkt steht.
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von timchen timchen ist gerade offline | 18.4.2008 19:15 Uhr
wir sind doch schon auf dem besten Weg:
"In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen für sehr wenig Geld. Laut einer Studie stieg der Anteil der Geringverdiener in zehn Jahren von 15 auf 22,2 Prozent - und drei Viertel von ihnen sind gut ausgebildet. Gleichzeitig beobachteten die Forscher, dass die Billiglöhne weiter fallen"

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/niedriglohn4.html
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von detlef detlef ist gerade offline | 18.4.2008 19:41 Uhr
Stimmt @ raquette
Fast jeder vierte Arbeitnehmer arbeitet jetzt schon für Billiglöhne. Das sind 6,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland oder 22,2 Prozent. Diese Quote liegt nur noch knapp unter dem US-amerikanischen Niveau, das bei rund 25 Prozent Niedriglohnanteil liegt.
@ epunion.de kein Wunder also, dass die polnischen Spargelstecher daheim bleiben. Die (S)PD sollte sich nach einen anderen Namen umschauen.
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von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 18.4.2008 22:34 Uhr
Was nicht paßt., wird passend gemacht
Ein-Euro-Jobber ersetzen die Stellen im Grünflächenamt oder im Ordnungsamt, werden in Bussen und Bahnen für Sicherheit sorgen und die Straßen von Hundekot und Champagnerflaschen säubern. Drei-Euro-Jobberinnen frisieren die betuchten Kunden und gehen hinterher zum Arbeitsamt, um sich den Rest des Monatslohns vom Staat geben zu lassen. Anstatt die freie Wirtschaft mit Lohndumping zu subventionieren, sollte man so ehrlich sein und einen Bundesarbeitsdienst einführen, natürlich verpflichtend für alle, die nicht in Lohn und Brot sind. Als Belohung für die Teilnahme an diesem für Vollbeschäftigung sorgenden Ehrenamt könnte ich mir ein Foto von Sarrazins Hund vorstellen, für besonders Verdienstvolle auch handsigniert.
Wer in der Hierarchie des BAD aufsteigt, darf den Verkehr regeln und Patienten versorgen. Nimmt er erfolgreich an der Pflichtweiterbildung teil, darf er unterrichten und dozieren.
So wird unser Land ein starkes Land.
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von lindblom lindblom ist gerade offline | 19.4.2008 11:44 Uhr
hinterm Horizont gehts weiter
Manchmal sieht man am Horizont aber auch eine Fata-Morgana.

Klar ist Vollbeschäftigung möglich, wenn wir alle mehr oder minder umsonst arbeiten.......

Hauptsache eben: voll beschäftigt!
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von lindblom lindblom ist gerade offline | 19.4.2008 11:54 Uhr
kleiner deutscher Arbeitsminister ganz groß
"Die deutsche Arbeitsvermittlung muss die beste Arbeitsvermittlung der Welt sein!"

Packt ihn da der Größenwahn?

Es würde ja schon reichen, wenn unsere deutsche Arbeitsvermittlung genügend Jobs, von denen man auch in Deutschland erträglich leben kann, gut vermitteln würde. Sofern es diese Stellen in Deutschland dann gibt....

"Wir müssen die voll beschäftigsten Deutschen der Welt sein!" wäre dann mein Schlachtruf für unsere "besten deutschen Politiker der Welt".

PS: in unserem kleinen nördlichen Nachbarland Dänemark gibt es übrigens fast Vollbeschäftigung, einen enormen Arbeitskräftemangel, und das trotz Mindestlohn und guter Bezahlung! Die hatten aber auch noch nie den Anspruch die "Besten der Welt" zu sein.....
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von mm1 mm1 ist gerade offline | 19.4.2008 17:43 Uhr
Minister Scholz orakelt
Vollbeschäftigung ist möglich, wenn man nur lange und oft genug die Arbeitslosenstatistik manipuliert. Schon jetzt werden 1-Euro-Jobber, Praktikanten, Qulifizierer und Trainings-
maßnahme-Teilnehmer rausgerechnet. Auch alle deren Partner/in
etwas über dem Regelsatz bekommen. Außerdem muss man nur weiter auf die Einflüsterer hören, dann entwickeln wir uns in den nächsten Jahren vom ehemaligen Hochlohnland zum Entwicklungsland. Vom Volk der Dichter und Denker, der Tüftler zu Tagelöhnern. Schöne neue globalisierte Welt. Amerika läßt grüßen. Nehmen wir noch die Sozialversicherungsleistungen nach und nach zurück, dann haben wir bald keine Sorgen auf dem Arbeitsmarkt, weil dann nur noch die Eliten da sind.
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von uc2007 uc2007 ist gerade offline | 28.4.2008 21:14 Uhr
Vollbeschäftigung für 1 Euro???
Ich weiß ja nicht, welchen Horizont Herr Scholz von seinem Sessel aus sieht, oder ob er nur morgens versehentlich die Aspirin mit was anderem verwechselt hat ...

http://www.handelsblatt.com/News/printpage.aspx?_p=200050&_t=ftprint&_b=1422958

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