Mit dem Ehrenkreuz sollen Soldaten für Taten geehrt werden, die insbesondere bei Auslandseinsätzen "weit über das normale Maß der Pflichterfüllung hinausgehen".
Berlin - Die Bundeswehr bekommt einen Tapferkeitsorden. Und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) kann gar nicht oft genug betonen, dass es nicht darum gehe, das Eiserne Kreuz wieder aufleben zu lassen, das mehr als 130 Jahre lang im deutschen Militär Tradition war. Genau das nämlich hatte im Frühstadium der Diskussion um Bezeichnung und Aussehen einer neuen Medaille Ernst-Reinhard Beck (CDU), Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr, vorgeschlagen.
Er wisse, „dass unter diesem Zeichen viel Angst und Schrecken über die Völker gekommen sei“, hatte Beck gesagt, Das Eiserne Kreuz diente im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Auszeichnung für „Helden“ und wird von vielen Kriegsopfern mit den Schrecken der Hitler-Diktatur identifiziert. Es prange aber als Hoheitszeichen auch jetzt an allen Flugzeugen, Schiffen und Panzern des deutschen Militärs, argumentierte Beck weiter – und sei bei den Auslandseinsätzen zwischen Balkan und Hindukusch zu einem „Zeichen der Hilfe und Solidarität“ geworden. Nun – Jung entschied sich dennoch dagegen. Das neue Ehrenkreuz heißt nicht Eisernes Kreuz. Es erinnert aber in seiner Form daran. Auf den ersten Blick gleicht es dem Goldenen Ehrenkreuz, dem bislang höchsten Orden mit einem kleinen Bundesadler in der Mitte, ergänzt jedoch mit einem doppelten Eichenlaub auf der Bandschnalle.
Die Geschichte der Orden reicht weit zurück. Schon in der römischen Antike und bei den Rittern konnte man „herausragende kriegerische Leistungen“ an Brustpanzern und Rüstungen ablesen. In den großen europäischen Monarchien der Neuzeit waren Orden Auszeichnungen nur für adlige Offiziere. Niedrige Ränge wurden mit Ehrenkreuzen und Medaillen belohnt. In Deutschland änderte sich diese Tradition am Anfang des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der Befreiungskriege gegen Napoleon. Preußen verlieh als erster Staat Orden ohne Ansehen von Stand und Dienstgrad an Offiziere und Unteroffiziere – eben das Eiserne Kreuz. Es wurde von dem Künstler Karl Friedrich Schinkel kreiert und 1813 das erste Mal vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. verliehen. Mit Wilhelm II., dem preußischen König und deutschen Kaiser in Personalunion, avancierte das Eiserne Kreuz 1914 erstmalig zum Hoheitszeichen für deutsche Militäreinheiten. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges änderten die Nazis den Orden ihrer Ideologie entsprechend – sie ersetzten das Eichenlaub durch ein Hakenkreuz und das schwarz-weiße Band durch ein schwarz-weiß-rotes.
Die Anfänge der Bundeswehr waren durch das „Dritte Reich“ belastet, deshalb gab es in der Bundesrepublik Deutschland in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg keine rein militärischen Orden mehr.
Michael Schmidt
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 06.07.2009)
Kommentare [ 13 ] Kommentar hinzufügen »
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=http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Heusinger] Der erste Generalinspekteur der Bundeswehr
Soviel dazu, wer in der Bundesrepublik so alles ausgezeichnet wurde. Verzeihung, aber den vielen Opfern des 2.Weltkrieges gegenüber finde ich das schon geschmacklos.
Haben wir früher, viel früher irgendwann schon einmal gehört?
Achso - "Die Anfänge der Bundeswehr waren durch das Dritte Reich belastet, deshalb gab es in der Bundesrepublik Deutschland in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg keine rein militärischen Orden mehr".
Jetzt haben wir ja wieder Krieg "der zwar nicht Krieg heißen darf", aber die Orden schon. Auf den ersten Blick gleicht es dem Goldenen Ehrenkreuz, dem bislang höchsten Orden mit einem kleinen Bundesadler in der Mitte...,
Also wer sagt's denn , nur mit einem "kleinen Bundesadler" drin - dann können ja alle beruhigt damit ins Bett gehen.
Z.B. für Schulen, den Nahverkehr, kaputte Strassen.
Was das "Eiserne Kreuz" mit dem Dritten Reich zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Das hat so viel mit dem Dritten Reich zu tun, wie z. B. die Reichsbahn, d. h. es gab das, aber es gab das eben vorher auch schon.
Einen Tapferkeitsorden finde ich prinzipiell gut, weil Tapferkeitsorden bedeuten, dass z. B. jemand unter Einsatz seines eigenen Lebens das Leben anderer gerettet hat. Ich kann nicht verstehen, wieso sowas nun wieder zu diesen seltsamen ritualisierten Alt-68er-Debatten führt, wo man immer den Eindruck hat, die Leute wären irgendwo in den frühen 1980ern hängengeblieben, wo es weniger um sachorientierte, effiziente Problemlösung ging, sondern darum, ideologische Schlachten auszufechten.
Der Schutz des Opiumanbaus in Afghanistan durch US- und Bundeswehr-Truppen, damit der >Krieg gegen den Terror< weiter gehen kann, hat natürlich auch einen Sinn.
Ob dieser Sinn jedoch auch von den Müttern der gefallenen und verstümmelten Soldaten so gesehen wird, kann bezweifelt werden.
Es bedarf eines geordneten Rückzugs, bevor noch mehr Schaden entsteht. Am besten in beiden Fällen!
Unsere FDJ-Sekretärin ist halt kriegsgeil. War sie ja schon im Jahre 2003. Heulte in Washington rum, Herr Schröder in den IRAK nicht einziehen wollte. Und als FDJ-Sekretärin hat sie ja auch schon begeistert für Waffen (sollten gegen den US Imperalismus eingesetzt werden) Geld gesammelt. Sie denkt sich wahrscheinlich, sie könne alles wie ihr Ziehvater alles aussitzen und nebenbei diese Republik ruinieren. Unsere Kanzlerin ein absoluter Wendehals. [b][/b]
Der Name machts.
im Interesse eines höflichen und angemessenen Umganges würde ich Sie bitten, Ihren Ton gegenüber der Deutschen Bundeskanzlerin zu ändern.
Auch Sie möchten sicher nicht wie der letzte Dreck behandelt werden.
MfG cz284
Warum soll man das verdrängen? So große Meisterleistungen als Bundeskanzlerin hat sie auch noch nicht gezeigt und ein neues Eisernes Kreuz für den Krieg in Afghanistan ist auch das Letzte, was man als politische Großtat werten könnte.
Zur Gestaltung: eher Geschmackssache. Etwas weniger wäre mehr gewesen und hätte eine Abstufung erlaubt. Denn was kriegt einer, der das Ding schon hat und wieder auffällt?
Übrigens: Was kriegt er, was seine Angehörigen, wenn er dabei zu Tode kommt? Und sind Tote "Gefallene"?
Wenn schon richtiger Krieg, dann auch richtige Orden.
Dieser Eiertanz unserer Verantwortlichen ist ein Schlag ins Gesicht derer, die ihre Haut zu Markte tragen.