Die SPD zieht Konsequenzen aus der Dienstwagendebatte: Ulla Schmidt wird Frank-Walter Steinmeiers Schattenkabinett vorerst nicht angehören. Schmidt selbst glaubt, dass eine Prüfung des Falls sie entlasten wird.
Als Konsequenz aus der Dienstwagen-Affäre wird Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vorerst nicht dem Wahlkampfteam der SPD angehören. „Wir sind übereingekommen, dass sie so lange nicht Mitglied dieses Teams sein wird, ehe diese Vorwürfe nicht vollständig aufgeklärt sind“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in Potsdam. Die nötigen Unterlagen zur Klärung der Vorwürfe seien dem Bundesrechnungshof zugegangen. Wenn der Ministerin korrektes Verhalten bescheinigt werde, könne sie noch zu Steinmeiers Team stoßen, hieß es in der Partei.
Die Ministerin wies am Abend den Vorwurf zurück, ihren Dienstwagen in ihrem Spanien-Urlaub unberechtigt benutzt zu haben, und sprach von einer Kampagne. Der sparsame Umgang mit Steuergeldern sei für sie eine Selbstverständlichkeit. Zwar sei es gut, dass die Bürger „als Steuerzahler ein wachsames Auge darauf haben“, dass sich Politiker regelgerecht verhielten. Sie sei aber „absolut sicher“, dass Haushaltsausschuss und die Rechnungsprüfer ihre Auffassung bestätigten.
Besetzung des Schattenkabinetts in Teilen schon bekannt
Steinmeier will an diesem Donnerstag nach einer zweitägigen Klausur der engeren SPD-Führung in Potsdam sein Kompetenzteam vorstellen. Ursprünglich sollten diesem Team alle SPD-Bundesminister angehören. Schmidts Dienstwagen- Nutzung im Urlaub hatte jedoch den Wahlkampfauftakt belastet. Die Fragen waren aufgetaucht, nachdem ihr die Limousine in Spanien gestohlen worden war. Die Ministerin flog am Mittwochnachmittag aus ihrem Urlaubsort zurück nach Berlin. Nach einem persönlichen Gespräch mit Steinmeier im Ministerium wurde bekannt, dass sie dem Team vorerst nicht angehören soll.
Der Kandidat habe sich aktiv um eine Klärung des Problems bemüht, hieß es aus Steinmeiers Umgebung. Er habe auf einem Verfahren bestanden, dass deutlich mache, dass es entgegen Schmidts anfänglicher Darstellung noch Klärungsbedarf gebe. Die Ministerin dagegen betonte, dass sie es gewesen sei, die dem Kandidaten angeboten habe, zunächst auf ihre Mitgliedschaft im Team zu verzichten. Sie werde „alles tun, damit diese Kampagne nicht den Wahlkampf der SPD beeinträchtigt“, sagte Schmidt.
Obwohl Steinmeier sein Team erst heute vorstellen wollte, wurde die Besetzung in Teilen schon bekannt. So soll SPD-Vize Andrea Nahles für Bildungspolitik zuständig sein. Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann soll sich um Innenpolitik kümmern. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten, wurde für Verteidigung, die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, für Familienpolitik besetzt. Zur Überraschung mancher erschien auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Carola Reimann, bei der Klausur. Schmidt dagegen nahm nicht daran teil. Steinmeier nahm seine Kabinettskollegin aber in Schutz. Sie sei erfahren und erfolgreich und habe im Kampf gegen Lobbygruppen viele nützliche Reformen in die Wege geleitet.
Gestohlener Dienstwagen wieder da
Unterdessen ist der gestohlene Dienstwagen wieder aufgetaucht. Wichtiger sei ihr aber, dass ihr Fahrer und sein Sohn den Einbruch unbeschadet überstanden hätten, sagte Schmidt. Um an die Autoschlüssel zu gelangen, sei der Chauffeur offenbar mit Nervengas betäubt worden. Schmidt hatte den Wagen mit Fahrer für zwei dienstliche Termine kommen lassen und ihn auch privat genutzt. Sie hatte erklärt, die privaten Fahrten abzurechnen und zu versteuern. Ihr Ministerium bezifferte die Kosten für die Spanienfahrt des Wagens samt Fahrer auf 3200 Euro.
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Berggeist
Beggeist
Georg Schramm: ,,Es gab eine Zeit, da verdienten die Chefärzte genug, die Oberärzte und sonstige Ärzte auch. Die Krankenschwestern und Pfleger konnten gut ausgestattet ihrer Arbeit nachgehen. Und die Patienten wurden optimal versorgt. Dann wurde Horst Seehofer Gesundheitsminister.''
Dann gab es ein Update des Artikels.
Alles eine Frage des Maßstabs. Da Steinmeier sowieso die Wahl nicht gewinnt, ist es auch irgendwo egal.
Und nun soll nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei der Fahrer auch noch betäubt worden sein.
Hat da wer an der Uhr gedreht ?
Fest steht doch, wenn sie weg ist, haben so einige Lobbyisten ein besseres Spiel.
Nach dem letzten Update hier soll der Fahrer mit Nervengas bei dem Einbruch betäubt worden sein, das meinte ich. Ob da nicht doch mehr dahinter steckt als mann uns so bekannt gibt?
Es mag ja gesetzlich geregelt sein, daß sie das Auto 2000 km kommen lassen durfte, um vor Ort 70km offiziel zurückzulegen. Es wäre schon schlimm genug, wenn unsere Vorlksvertreter derartige Gesetze, die den Mißbrauch geradezu anbieten, verabschiedet haben.
Und weiter, was machte der Fahrer? Welche Aufgaben hatte er? Denn Frau Schmidt fuhr ja angeblich privat mit einem Kleinstauto. Hatte er Bereitschaftsdient im Liegestuhl am Meer, oder im Appartement. Wie wurden die Kosten für seinen Sohn abgerechnet?
Ich bin mir ziemlich sicher, daß das alles nicht so korrekt auseinandergehalten wurde, weil man es ja schon seit Jahren so machte, und niemand etwas gesagt hat. Ich gehe davon aus, daß die Tage von Frau Schmidt gezählt sind.
Macht korrumpiert eben doch die meisten.
Weil Steinmeier offensichtlich hierzu nicht die Entscheidungskraft aufbringt, sondern sich hinter dem Ergebnis Dritter versteckt, lässt er eine profilierte tapfere Politikerinnen im Regen stehen, die auch vor der Ärzte- und Pharmalobby nie einknickte und ein Gesundheitssystem auf den Weg gebracht hat, dass nur von denen bekämpft wird, die Schmarotzer des alte Systems waren, oder sich gefügig, was die Inhalte des Gesundheitssystems betrifft, von Teilen der Presse hat in die Irre führen lassen.
Ich prognostiziere, dass, wenn sich die FDP zur Abschaffung des Gesundheitssystems durchsetzen sollte, dem Grunde nach nur Teile der Ärzteschaft und der Pharmaindustrie frohlocken können. Sie werden ihre Pfründe behalten auf Kosten des Allgemeinwohls. Der im Mainstream angesiedelte Otto Normalverbraucher wird es an erhöhten Beitragssätzen und Selbstbeteiligungen bei der Krankenversorgung schmerzlich zu spüren bekommen. Aber das ist dann „selbst verschuldete Unmündigkeit“ (Kant).
Laut TSP wurde heute schon mal der Deckel angehoben : "Auch wenn Steinmeier sein Team erst an diesem Donnerstag vorstellen wollte, wurde die Besetzung in Teilen schon vorher bekannt. So soll die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles für Bildungspolitik zuständig sein. Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann soll sich um Innenpolitik kümmern. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Ulrike Merten, soll den Bereich Verteidigungspolitik übernehmen, die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, für Familienpolitik zuständig sein."
Mein Gott, Walter!!!
Also, Politik und Politiker machen wirklich keine Freude mehr. Ich sehne mich nach Politikern wie Helmut Schmidt usw. zurück.
Glaubt hier wirklich jemand im Ernst, dass die Ministerin für ein paar kurze Spritztouren, ihren Chauffeur mit einer ein paar Tausend Kilometer weiten Strecke tyrannisiert?
Da sie ein gutes kollegiales Verhältnis zu ihrem Chauffeur hat, wird sie ihm einen Gefallen haben tun wollen. Einen Urlaub in dieser Gegend mit seinem Sohn kann er sich bei dem heutigen Lohngefüge kaum leisten. Selbst Minister haben noch menschliche Züge.
Über die paar Euro regt sich alle Welt auf, während Steinbrück Hunderte von Milliarden den Banken in den systemrelevanten Rachen wirft, die obendrein noch nicht mal vorhanden sind, sondern erst von den folgenden Generationen eingetrieben werden.
Und Steinmeyer hat erst recht nicht die Nase zu rümpfen. Statt seines unglaubwürdigen Wahlkampf-Politblablas hätte er die Gelegenheit für überzeugenden Wahlkampf nutzen sollen, als es darum ging, sich bei der EU-Tagung für den Datenschutz bezüglich der Kontenbewegungen einzusetzen.
Da sie ein gutes kollegiales Verhältnis zu ihrem Chauffeur hat, wird sie ihm einen Gefallen haben tun wollen.
Ganz besonders beeindruckt bin ich von ihrem menschlichen Einfühlungsvermögen. Weiter so
Besser kann man es nicht sagen.
Aber so.... nach dem System ; "heiße Kartoffeln lassen wir fallen", das erzeugt bei beim ein - ich muß es so sagen - abstoßendes Gefühl bei dieser Partei.
(Viele Minister fahren mit ihren Dienstwagen in den Urlaub und das ist ja rechtlich an sich nicht zu beanstanden, weil so geregelt und nun einmal erlaubt).
Unsouverän die Reaktion von Steinmeier- geschuldet allein der Angst vor der Wahl!!Er zeigt sich als gelehriger Schüler vom Basta! Kanzler. Was nicht passt muß raus.
Etwas mehr Rückhalt hätte ich mir von der SPD für ihre Ulla schon gewünscht.Es geht hier kaum um Recht, eher um Moral und um den Zeitpunkt dazu. Eher gewinnt man den Eindruck, daß es für die SPD der willkommen-bequeme Weg ist, ihre glücklose Ministerin endlich loszuwerden!
Aber egal,auch dieses "neue", verjüngte und verweiblichte Wahlkampfteam wird nicht überzeugen.Und das ist gut so! Diese SPD wird viele Jahre brauchen um wieder zu sich zu kommen.