[Kommentare: 20]

Koalition

Wehrpflicht: Kein Ersatz

Schwarz-Gelb will die Wehrpflicht und den Zivildienst von neun auf sechs Monate verkürzen. Reicht dieser Zeitraum für einen sinnvollen Einsatz überhaupt noch aus, und was wären die Alternativen?
Anzeige
Bild vergrößern
Das Argument, das bis heute die Wehrpflicht politisch begründet, ist eine Reaktion auf die leidvollen Erfahrungen der Dominanz des deutschen Militärwesens bis 1945. Eingebettet in das Konzept des Bürgers in Uniform, verhindert demnach der Wehrpflichtige, das dass Militär wieder zu einem Staat im Staate wird. Seit ihrer Gründung hat sich die politische und militärische Führung bemüht, die Bundeswehr und ihre geistigen und moralischen Grundlagen zu zivilisieren. Als es noch galt, die Freiheit gegen einen Gegner aus dem Osten zu verteidigen, und jeder aufgerufen war, seinen Beitrag zu leisten, war der Bürger in Uniform das tragende Konzept. Seit sich die Bundeswehr zu einer Armee im Einsatz gewandelt hat, die im Rahmen der Vereinten Nationen und der Nato weltweit eingesetzt wird, ist ein neuer Soldatentypus gefragt: der Freiwillige, der bereit ist, im Namen der deutschen Politik überall seinen Auftrag auszuführen.



Wozu dann noch eine Wehrpflicht?

Anders als die meisten europäischen Staaten, die ihre Wehrpflicht gegen eine Berufsarmee getauscht haben, hält Deutschland daran fest. Von den rund 250 000 Soldaten der Bundeswehr sind indes lediglich rund 30 000 Wehrpflichtige. Die große Mehrheit sind längst Zeit- und Berufssoldaten. Darin eingeschlossen sind die „freiwillig länger Dienenden“ – Wehrpflichtige, die ihre Dienstzeit auf bis zu 23 Monate verlängert haben. Es handelt sich also eher um eine Berufs- und Freiwilligenarmee mit angeschlossener Wehrpflichtabteilung.

Praktisch einsetzen kann man die Wehrpflichtigen schon heute kaum. Nach der dreimonatigen Grundausbildung und daran anschließenden weiteren speziellen Ausbildungen ist die Dienstzeit zu kurz. Zumal es sich bis dahin nur um das Erlernen von Grundfertigkeiten handelt, auf die weitere Ausbildungen und Übungen erst aufbauen. So bleiben nach vier bis sechs Monaten Ausbildung nur Handlangertätigkeiten und Beschäftigungsprogramme. Das macht den Soldaten schon heute nur zum Statisten in der Truppe.

Mit der Reduzierung auf eine sechsmonatige Dienstzeit würde die Entlassung des Soldaten praktisch nach Abschluss seiner ersten Ausbildungen erfolgen, wie man es aus Milizsystemen kennt. Das Festhalten an einer Wehrpflicht, die der Truppe eigentlich nur noch eine Last ist, hat aus militärischer Perspektive nur einen Grund: Es geht um die Nachwuchsgewinnung, um die Anwerbung von freiwillig Längerdienenden und Zeitsoldaten.



Erfüllt die Wehrpflicht diesen Zweck?

Tatsächlich gewinnt die Bundeswehr etwa 40 Prozent aller Längerdienenden und Zeitsoldaten über die Wehrpflicht. Diese hätten sich womöglich ohne die Erfahrungen des Wehrdienstes nicht dafür entschieden. Als besonders wertvoll erweist sich dabei die Herkunft der Wehrpflichtigen aus allen sozialen Schichten. Anders als Berufsarmeen, die in Zeiten einer florierenden Wirtschaft Schwierigkeiten haben, geeigneten Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt anzuwerben, gelingt es der Bundeswehr mittels der Wehrpflicht, auch Abiturienten und junge Männer aus den höheren und mittleren sozialen Schichten zu gewinnen.



Plant die Bundeswehr für eine Zeit ohne Wehrpflicht?

Der Führung ist bewusst, dass die Wehrpflicht auf ewig nicht zu halten ist. Nach Kräften bemüht man sich, den Dienst in der Truppe attraktiver zu machen. Neue Laufbahnverordnungen wurden erlassen, die den Unteroffizieren und Mannschaften einen schnelleren Aufstieg ermöglichen. Das macht zwar eine Verpflichtung in der Bundeswehr attraktiver, mindert aber den Wert der Unteroffiziere und Feldwebel, da nun die Erfahrung fehlt. Auch wurden berufliche Aus- und Weiterbildungen während der Dienstzeit eingeführt, die auf Kosten der militärischen Effizienz gehen. Ein Zeitsoldat, der sich in einer Ausbildung befindet, ist überdies wenig brauchbar für einen geregelten Dienstbetrieb. Neben den obligatorischen militärischen Lehrgängen und eventuellen Auslandseinsätzen wird der Soldat auch durch die zivilen Ausbildungsblöcke für viele Monate aus seinem Stammtruppenteil gerissen.



Was bedeutet der Koalitionsbeschluss für den Zivildienst?

Den „Anfang vom Ende“, glaubt man dem Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider. In der kurzen Dienstzeit seien die Organisationen nicht mehr in der Lage, „Zivildienstleistende noch vernünftig einzusetzen“. Im Rettungsdienst etwa dauere schon die Ausbildung drei Monate. „Da bringen sechs Monate dann gar nichts mehr.“ Auch in der Pflege, in Kindergärten oder der Behindertenarbeit könne es den Menschen nicht zugemutet werden, „alle halbe Jahre die Bezugspersonen zu wechseln“. Beim Roten Kreuz rechnet man ebenfalls mit einem „Aus für den Zivildienst“. Nutzen und Aufwand der Ausbildung stünden womöglich in keinem Verhältnis mehr, sagt eine Sprecherin. Lebenshilfe-Chef Robert Antretter erwartet „dramatische Einbrüche“ bei der Behindertenbetreuung. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fürchtet, die Schulung von Zivildienstleistenden für die Pflege rechne sich nicht mehr. Und auch das Deutsche Jugendherbergswerk erwägt den Verzicht der bisherigen Helfer.

Andere reagieren gelassener. Einrichtungen und Dienste seien nicht gefährdet, betont Caritas-Präsident Peter Neher. Zwar werde es in Dienststellen mit „sehr anspruchsvollen Tätigkeiten“ weniger Einsatzmöglichkeiten geben. Doch auch sechs Monate Zivildienst ermöglichten „Lernerfahrungen, die jungen Männern wichtige Impulse geben können“. Und in der Diakonie, die von allen Verbänden die meisten Zivildienstleistenden beschäftigt, ärgert man sich sogar über den Protest. Das „Riesengeschrei“ habe es bisher bei jeder Zivildienstverkürzung gegeben, sagt Sprecher Wolfgang Buff. Wer so jammere, müsse sich fragen lassen, ob er seine Zivildienstler nicht falsch einsetze. „Schließlich handelt es sich um einen Ersatzdienst, der nicht erfunden worden ist, um soziale Dienstleistungen zu sichern.“

Bei der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer nähren die Reaktionen den Verdacht, dass soziale Dienstleister „ihre Zivis offensichtlich nicht für zusätzliche, sondern für Regelaufgaben eingesetzt haben“. Dies sei dann aber ein Verstoß gegen die vom Gesetzgeber geforderte „arbeitsmarktpolitische Neutralität“ des Zivildienstes.



Gibt es Alternativen zum Zivildienst?

Von der Möglichkeit, für fehlende Zivildienstleistende ordentlich ausgebildetes und bezahltes Personal einzustellen, redet aus Kostengründen kaum einer. Die Verbände fordern jedoch eine bessere Förderung von Freiwilligendiensten. Als Lockmittel kann sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Bildungsgutscheine oder geringere Studiengebühren vorstellen. Womöglich ist das aber gar nicht nötig. Für das Freiwillige Soziale Jahr etwa, mit dem sich die Zeit bis zum Studien- oder Ausbildungsbeginn überbrücken lässt, gibt es weit mehr Bewerber als offene Stellen. Nur stellen Bund und Länder dafür bislang zu wenig Geld zur Verfügung. Die durch die Zivildienstverkürzung frei werdenden Mittel müssten komplett in solche Stellen fließen, fordern die Verbände. So könne sich die Verkürzung sogar als hilfreich erweisen, sagt Diakoniesprecher Buff. „Man hat dann keine Zwangsverpflichteten mehr, sondern nur noch motivierte Menschen.“

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 04.11.2009)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Manipulierter Fußball:

Da kommt noch mehr, wetten?
Manipulation beim Fußball ist wie Doping. Beides verdirbt die Idee des Spiels. Ob sich alle an die Regeln halten und am Ende die beste Leistung zum Sieg führt, kann der Zuschauer nicht mehr wissen. Wie viele Spieler wohl an diesem Wochenende verdächtigt werden, denen der Ball unglücklich über den Fuß rutscht?

Untersuchungsausschuss:

Spreedreieck-Affäre: Strieder rechnet mit Nachfolgern ab
Ex-Bausenator Strieder will beim Spreedreieck frühzeitig gewarnt haben. Nachbarn des Areals klagen erneut.

Kommentare [ 20 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von don_alfredo don_alfredo ist gerade offline | 3.11.2009 20:25 Uhr
Die CDU
hatte schon in den 1960er Jahren Wahlplakate, auf denen die Abschaffung der Wehrpflicht gefordert wurde.
Sonderlich weit voran ist man bis heute nicht gekommen.
Comment
von nielas.aran nielas.aran ist gerade offline | 3.11.2009 21:25 Uhr
Ich hab...
... ja immernoch den Verdacht das es gar nicht um die Wehrpflicht geht sondern eher um die Zivis, die eine Subvention für den sozialen Bereich sind.

Alternativen gibt es finde ich zwei. Entweder machen wir eine reine Berufsarmee und schaffen die Wehrpflicht ab. Oder wir weiten die Sache aus und machen es wie in der Schweiz.
Comment
von TOSHIBA TOSHIBA ist gerade offline | 3.11.2009 21:53 Uhr
Umstrukturierung der Bundeswehr
Man wird den Wehrdienst umstrukturieren. Wehrpflichtige werden keine technische Ausbildung mehr erhalten, keinen Sanitätsdienst mehr machen, nicht mehr als Kraftfahrer tätig sein, kein Funker mehr sein, kein Krad fahrender Erkunder mehr und kein ''Büromuckel'' im Vorzimmer vom Kp-Chef. Sondern der einfache Wehrpflichtige wird 6 Monate Kampfausbildung erhalten. Das hat den Vorteil, dass diejenigen, die die Wehrpflicht einfach über sich ergehen lassen, weil sie sich gar keine Gedanken machen, so richtig merken werden, was es heißt Soldat zu sein. Kein Laumeier mehr beim Bund! Schlau, wer - wenn er nicht verweigert! - sich auf 2 Jahre Verpflichtet, ordentlich Geld kassiert und sich seine Verwendung aussuchen kann. Die Abschaffung der Wehrpflicht ist damit organisatorisch auch schon vorbereitet und hinterher nur noch reine Formsache. Was auch vernünftig ist.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade online | 3.11.2009 22:16 Uhr
Was kommen wird
1. Berufsarmee, weil sich auch Längerdienende nicht gern in Afghanistan erschießen lassen wollen.

2. Soziales Pflichtjahr bei gleichzeitiger Studienplatz- bzw. Ausbildungsplatzgarantie.
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 3.11.2009 22:57 Uhr
@klaus
"Soziales Pflichtjahr bei gleichzeitiger (...) Ausbildungsplatzgarantie." Hm, wie wollen Sie denn die Ausbildungsplätze garantieren? Das funktioniert nicht und würde auch am Ende nicht viel Sinn machen. Außerdem würde es am Ende zu einem quasi-Zwang zu einem sozialen Jahr führen, kann dies wirklich gewollt sein?
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade online | 3.11.2009 23:21 Uhr
@zacha
Ich muß hier gar nichts garantieren. Das wird eine künstliche Blase im ÖBS werden. Die Jungen und Mädchen erhalten ihre Ausbildung und stellen sich dann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die Alternative wäre eine bunte Schar tausender neuer Altenpfleger oder Hilfsschwestern mit marktüblicher Bezahlung. Und an diesem Punkt müßte ich Sie fragen: Woher nehmen Sie das Geld? Wenn die Dienste nicht zusammenbrechen sollen, wird man auf eine ebenso kostengünstige Pflichtlösung kommen müssen. Aus eigener Anschauung weiß ich, daß die Arbeit im Krankenhaus für Nichtidealisten nicht unbedingt der Renner ist, wenn Sie wissen, was ich meine.
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 4.11.2009 12:39 Uhr
@klaus_weiss
Sie meinten doch Aussbildungsplatz garantie, also doch Ausbildung dann NACH dem sozialen Jahr? Oder meinen Sie eine Ausbildung innerhlab des sozialen Jahrs? Da sehe ich gerade keinen großen Unterschied dann zu einer normalen Ausbildung, außer das sie dann wohl von jemand anderem bezahlt werden würde. Reagieren Sie bitte nicht beleidigt, ich verstehe nur nicht ganz was Sie meinen und/oder wie Sie dies realisitsch umsetzen wollen würden.

Zu den "neuer Altenpfleger oder Hilfsschwestern mit marktüblicher Bezahlung", falls dies nötig wäre hätten die Träger ohnehin bereits gegen den Grundsatz des Ersatzdienstes verstoßen, der Arbeitsmarktneutral lediglich zusätzliche Leistungen erbringen sollte, jedoch nicht ohnehin zu erbringende Leistungen von regulären Arbeitnehmenr übernehmen sollte (siehe Artikel). Daher ist dieses Argument äußerst labil, da zwar realitätsnah, aber eigentlich auf Beibehaltung eines Missbrauchs beruhend.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade online | 4.11.2009 16:07 Uhr
@zacha
Die jungen Damen und Herren leisten ihr soziales Pflichtjahr, anschließend wird im staatlichen Ausbildungssektor ein Ausbildungsplatz garantiert werden. Andernfalls wären die Ausbildungsplätze Zwangsausbildungsplätze, weil sie sich nach den Fachbereichen innerhalb des sozialen Jahres richten müßten. Ich denke, das wird man so machen. Sehen Sie: Im Zweifelsfalle können die Kliniken und Heime mit einer Kostenerhöhung ohnegleichen drohen, was jede Regierung an den Rand des Aufhörens bringen würde. Eine Regierung, die Tariflöhne von 3,70 Euro pro Stunde zuläßt, wird hier schon ein Auge zudrücken können. Das Mißbrauchsargument hatten wir bei HIV auch; kennen Sie heute noch Gärtner im Grünflächenamt? Das machen alles 1-Euro-Tagelöhner, MAE-Kräfte.
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 4.11.2009 17:13 Uhr
@klaus_weiss
Da es verpflichtend wäre, müsste auch allen ein Ausbildungsplatz angeboten werden, umd das staatlich zu ermöglichen müsste der Staat in allen Bereichen wirtschaftlich aktiv sein und um die benötigte Menge anzubieten müsste der Staat eigentlich die gesamte Wirtschaft kontrollieren (auch jetzt sind die Ausbildungsplätze ja knapp). Oder wie wollen Sie diese Millionen an Plätzen anders im "staatlichen Ausbildungssektor" bereitstellen? Und wie sollte dann die Privatwirtschafft noch an Auszubildende kommen, so sie denn will?

Mir scheint das nicht bis zu Ende durchdacht zu sein, aber ich bin interessiert ob ich da nicht etwas übersehe.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade online | 4.11.2009 18:35 Uhr
@zacha
Um Himmels willen, das ist kein Vorschlag, sondern über den Daumen gepeilt das, was den Herren wohl einfallen wird, also wenn Sie so wollen: meine Projektion plus ein wenig Zynismus plus Erfahrung mit der Regierung am Ende der DDR.

Wenn der Zivildienst zusammenbricht, bricht das Pflegesystem (hier im weitesten Sinne gebraucht) zusammen. Also muß Ersatz her. Ich glaube nicht, daß die Damen und Herren in den Regierungen von Bund und Ländern dann zur fröhlichen Gehaltserhöhung schreiten werden, nur um den Beruf des Altenpflegers oder Rettungssanitäters usw. attraktiv zu machen. Dann bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten. Sollen die realisiert werden können, müssen unsere Großkopfeten etwas anbieten. Am billigsten sind ein paar Plätze mehr an den Oberstufenzentren -- berufsvorbereitende Kurse gibt es da eh schon, und mit relativ oder absolut schrumpfendem Lehrerangebot kann man durch Stundentafelkürzungen umgehen :-).

Wenn Sie so wollen, ist meine Variante eine projizierte Kombination aus Hilflosigkeit, Klientelpolitik (unten sparen, oben Steuern schenken) und Zynismus auf seiten der Politiker. :-D
Comment
von yoda yoda ist gerade offline | 4.11.2009 0:52 Uhr
Stichwort Nachwuchsgewinnung
Auf den ersten Blick erscheint dieses Argument stimmig. In der Praxis ist es jedoch oft umgekehrt. Da die Bundeswehr gerade in strukturschwachen Gebieten oft als der einzig mögliche Arbeitgeber gilt, der nach der Schule eine mehrjährige Beschäftigungsdauer in Aussicht stellen kann, wird der Grundwehrdienst eher als eine Art Einsteiger-Praktikum gern bedient. Zumal die Zugangsvoraussetzungen eher körperlicher Natur sind, das Geld stimmt und die Alternative ohnehin nur Hartz IV lautet. Dass die jungen Erwachsenen dann nach 4 oder 8 Jahren Verpflichtung ohne verwertbaren Beruf ins Zivilleben entlassen werden, ist die Kehrseite der Medaille. Aber das ist den wenigsten bewusst.
Comment
von BRDMatrix BRDMatrix ist gerade offline | 4.11.2009 1:35 Uhr
Ja, alles weg an sozialem Kitsch.
Wofür, wozu. Alte und Kranke, wer braucht die denn, sind wir doch mal ehrlich. Die Jugend soll früh ausgebildet werden und ins erfolgreiche Berufsleben hinein. Je früher, desto besser. Doch nicht ein Jahr lang irgendwelche Schmarotzer füttern. Wir brauchen einen Aufschwung, wir brauchen Binnennachfrage, Konjunktur und Properität. Produktivität und Wachstum. Wir brauchen 80 Millionen Westerwelles! Männer und Frauen.
Comment
von il_grande_cuny il_grande_cuny ist gerade offline | 4.11.2009 14:55 Uhr
Umkehren!


Zitat von TSP

Anders als Berufsarmeen, die in Zeiten einer florierenden Wirtschaft Schwierigkeiten haben, geeigneten Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt anzuwerben, gelingt es der Bundeswehr mittels der Wehrpflicht, auch Abiturienten und junge Männer aus den höheren und mittleren sozialen Schichten zu gewinnen.


Ich erinnere mich noch an meinen Wehrdienst. Da erzählte mir ein Oberfeldwebel, dass in solchen Zeiten in Großbritannien auch schon gezielt Straftäter, die kurz vor der Entlassung aus dem Knast standen, rekrutiert wurden. Die Frage ist: Will man das?

Warum nicht also das ganze System umkehren? 12 Monate sozialen Dienst für alle (Männer UND Frauen). Das würde unserer sich demographisch wandelnden Gesellschaft nutzen und das Gesundheitssystem stützen (Müßte man mal Phips Rösler fragen...). Wehrdienst könnte dann eine Variante dieses Dienstes sein. Niemand müßte verweigern und wir müßten uns auch nicht mehr um 'Wehrgerchtigkeit' sorgen.

Is aber nur so'ne Idee...
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 4.11.2009 16:20 Uhr
@il_grande_cury
So als moderne Variante des Frondienstes? Zwangsarbeit zum (sozialen) Wohle des Volkes? Klingt für mich nicht sonderlich erstrebenswert.
Comment
von il_grande_cuny il_grande_cuny ist gerade offline | 4.11.2009 19:07 Uhr
@ zachaFrondienst?
'Frondienst'? - Mehr fällt Ihnen nicht zu diesem Vorschlag ein?

Ich sähe in einer solchen Konstruktion eher ein die Generationen verbindendes Potential. Dazu käme, dass gesellschaftliches Engagement gelebt werden und der Gemeinschaft ein Dienst erwiesen würde.

Wie wäre es mit einem etwas konstuktiverem Beitrag ihrerseits? Ich bin gespannt...
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 4.11.2009 23:05 Uhr
@il_gfrande_curry
Also wenn ich das ganz nüchtern ansehe wäre ein verpflichtendes soziales Jahr eine Verpflichtung zu Arbeit, also eigentlich Zwangsarbeit. Da ist für mich das Bild von Frondienst schon nicht gerade weit weg. Mit welchem Recht sollen alle Menschen zu einem Jahr faktischer Zwangsarbeit, wie man es auch immer nennt, verpflichet werden? Wie soll das den Generationen verbinden, wenn die eine Generation ein ganzes Jahr für eine Aufwandsenschtädigung unfreiwillig für die andere arbeiten muss? Was hat das mit einer Gemeinschaft zu tun?

Sicherlich, bei einigen würde es funktionieren, daher hat das freiwillige soziale Jahr ja auch sein Gutes. Aber das verpflichtende, da sieht es ganz ganz anders aus. Da werden sie nicht alle Menschen so formen das sie denen gleichen, die es bereits jetzt freiwillig machen. Sondern Sie würden genau das Gegenteil erreichen. Also eher einen Graben reißen und das auch noch mit einem Lebensjahr aller jungen Leute bezahlen. Schlechte Idee.
Comment
von jakob jakob ist gerade offline | 4.11.2009 14:59 Uhr
Mein Vorschlag:
Umwandlung der Bundeswehr in eine reine Berufsarmee und des Zivildienstes in einen einjähriger Pflichtdienst für alle Männer und Frauen in unserem Land.
Ich glaube, es würde den jungen Erwachsenen beiderlei Geschlechts gut tun, ein Jahr lang mit der Pflege bedürftiger Menschen und weiteren sozialen Aufgaben zu verbringen.
Comment
von jetbundle jetbundle ist gerade offline | 4.11.2009 15:18 Uhr
Marktwirtschaft...
Wie waere es denn die jungen Menschen in ihren wervollsten Jahren einfach ihrer Ausbildung/Studium/Beruf nachgehen zu lassen, und antstatt Pflichtdienst bezahlte Arbeitsplaetze im Sozialsektor und in der Bundeswehr zu schaffen?

Das waere am Ende fuer den Staat am guenstigsten und fuer die Menschen am besten. Wenn gewollt koennte man ja zusaetzlich nach Schweizer Modell mit einer allgemeinen 2-monatigen militaerischen Ausbildung (Sommerferien nach dem Abi) und darauf folgender 10 jaehriger Bereitschaft Geld verplaempern.
Comment
von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 4.11.2009 16:37 Uhr
Die wichtigste Neuerung wäre
die Kasernen der verschiedenen Länder so über den Globus zu verteilen das die Armeen keine Bedrohung mehr darstellen. (Von wegen Staat im Staat, Putsch und so.)
Wenn AMis, Russen Chinesen etc. in der gleichen Stadt jeder eine Kaserne haben können sie sich alle als Sieger fühlen. Nach und nach wird dann der Haushalt zusammengekürzt und die Kasernen unmerklich verlegt (= geschlossen). Bis wir kein Militär mehr auf dem Planeten haben.
Ist also gar nicht so schwer Weltfrieden zu schaffen.
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 4.11.2009 17:14 Uhr
@nyarlat
Ich hoffe die Komik war beabsichtigt, sonst wäre es traurig :)

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 43 - 10 = 


Anzeige
Weitere Themen

Lafontaine hat Krebsoperation gut überstanden Lesezeichen hinzufügen

Linke-Chef Oskar Lafontaine hat seine Krebsoperation nach Parteiangaben gut ... mehr...

Bafögsätze sollen steigen Lesezeichen hinzufügen

Die Bundesregierung will zum 1. Oktober 2010 das BAföG erhöhen. mehr...

Wenn Obama anruft Lesezeichen hinzufügen

Von Thomas Gack, Brüssel, und Albrecht Meier, Berlin
Der neue Ratspräsident Van Rompuy ahnt, dass er in der Europäischen Union nicht ... mehr...

Entsorgungsfragen Lesezeichen hinzufügen

Von Reimar Paul, Göttingen
Umweltschützer befürchten, das Bundesamt für Strahlenschutz könnte seinen ... mehr...

Von Nord-Wasiristan bis Berlin Lesezeichen hinzufügen

Von Frank Jansen, Erfurt
Geheimdienste fürchten Anschläge im Zusammenhang mit der ... mehr...
Fotostrecken

Franz Müntefering (20 Bilder)

Die Feierlichkeiten zum 9. November (19 Bilder)

Das neue Bundeskabinett (16 Bilder)

Die letzten Wochen der DDR (23 Bilder)

Schwarz-gelbe Koalitionsverhandlungen (10 Bilder)

Oskar Lafontaines politisches Leben (18 Bilder)
Mauerfall 1989 - Foto: dpa
Lesen Sie hier persönliche Geschichten aus dem Wendejahr