[Kommentare: 23]

Nach Protesten

Amazon beendet Kooperation mit NPD

Der öffentliche Druck hat offenbar gewirkt. Nach heftigen Protesten und der Boykottdrohung prominenter Politiker wirft das Internet-Versandhaus Amazon die NPD-Website „Nationales Netztagebuch“ aus dem Partnerprogramm des Konzerns.
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 „Wir schließen die Website von der weiteren Teilnahme am Amazon.de-Partnerprogramm aus und haben den Websitebetreiber über unsere Entscheidung informiert“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Montag dem Tagesspiegel mit. Die Links würden in den nächsten Tagen entfernt. Über das Programm konnte die NPD in Form von „Werbekostenerstattung“ mitverdienen, wenn Käufer den Link vom Nationalen Netztagebuch zu Amazon anklickten, um dann rechtsextreme Literatur oder auch unverdächtige Produkte zu erwerben.

Die dubiose Geschäftsbeziehung rief in den demokratischen Parteien Empörung hervor. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD), der Chef der Grünenfraktion, Volker Ratzmann, sowie Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) drohten vergangene Woche mit einem Aufruf zum Kaufboykott, sollte Amazon die NPD im Partnerprogramm belassen. Auch in CDU und FDP wurde die Firma kritisiert. Amazon erklärte die Trennung von der NPD-Website nun als Ergebnis einer „Überprüfung“. Die Website entspreche nicht den Teilnahmebedingungen des Programms. Sie schließen rassistische Inhalte aus. Ähnlich hatte indes bereits im Mai der Brandenburger Verfassungsschutz gegenüber Amazon argumentiert, jedoch ohne Erfolg. Warum der Konzern seine Meinung erst jetzt ändert, sagte er nicht. Offen bleibt zudem, ob Amazon angesichts der schon länger zu hörenden Kritik am Angebot rechtsextremer Literatur tätig wird.

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Kommentare [ 23 ] Kommentar hinzufügen »

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von unbekannt | 8.6.2009 15:09 Uhr
Warum der Konzern seine Meinung erst jetzt ändert, sagte er nicht
Ist doch mehr als offensichtlich, die "Gesinnungspolizei" hat wieder zugeschlagen und droht mit Boykott.
Es sind rein monetäre Gründe und Amazon beugt sich dem "Aufstand der aufrechten Demokraten" die sonst gerne die Augen verschließen, wenn es um andere gleich- und ähnlich gelagerte Themen geht.
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von southcross southcross ist gerade offline | 8.6.2009 16:48 Uhr
Ach Mexico:
Die NPD ist so sehr NO GO, so widerlich, so eklig, idiotisch, so... Daran gibts doch nichts zu deuteln. Doch auch nicht von Ihnen, oder?

Diese Partei gehört in den Orkus und auf den Müllhaufen der Geschichte.

Danke Amazon, spät aber richtig!
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von ws ws ist gerade offline | 8.6.2009 18:25 Uhr
Amazon reagiert
@southcross: Es ist doch [...] ob die NPD auf den Müll gehört. Aber da sie nicht verboten ist kann jeder mit Ihr Geschäfte machen. Oh moment, ich vergaß Geschäfte mit der NPD haben ja ein Geschmäckle. Da kommen sofort wieder unser Politiker (fast immer dfie selben) aus Ihren Löchern gekrochen und schreien nach Verbot und Boykott. Wehe jemand würde zum Boykott einer solchen Partnerschaft mit den Linken aufrufen. Der Staatsanwalt wartet schon darauf. Ich empfehle allen ma den Artikel aus der Welt von vorigen Freitag/Samstag, die haben mal vorgerechnet das wenn 200 Personen über diesen Link bei amazon ein Buch a 15 Eur im Monat kaufen, würde die NPD davon 5-7% bekommen, d.h. ganze 180 Eur im mOnat. Vorallem im Tagesspiegel tat man so als würde sich die NPD mit diesen geschäften sanieren. Amazon knickt offensichtlich genauso ein wie Ebay. dauert bestimmt nicht lange dann werden sie in vorauseilendem Gehorsam ihre AGB`s so anpassen wie Ebay. Ein Hoch auf unsere heißgeliebte Demokratie.

[Editiert, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. /Die Community-Moderation]
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von jwl jwl ist gerade offline | 8.6.2009 15:50 Uhr
Politischer Druck???
Ich wage zu bezweifeln, daß es Herrn Momper & Co. zu verdanken ist, daß Amazon nun wenigstens diesen Teilschritt unternommen hat. Vielmehr dürften zahlreiche direkte Kundenbeschwerden (ergo konkreter drohender finanzieller Schaden) dazu geführt haben. Auf die Idee kommt der Schreiberling leider nicht...
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von auguste auguste ist gerade offline | 8.6.2009 15:55 Uhr
Angewandte Praxis
So kann Demokratie auch funktionieren. Super, die Freude über das Reagieren von Amazon ist sehr groß!!
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von hw8 hw8 ist gerade offline | 8.6.2009 16:26 Uhr
Demokratie
Das ist halt gelebte Demokratie. In China könnte so etwas nicht passieren.

Schade, Amazon war immer mein Lieblingshändler im Internet...
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von hansjoachim44 hansjoachim44 ist gerade offline | 8.6.2009 16:28 Uhr
Bis dahin dann, Amazon
Ich habe gerade mal nachgesehen. In den letzten 4 Jahren habe ich exakt 108 Artikel bei Amazon gekauft und war mit dem Service derart zufrieden, daß ich vielen Freunden und Bekannten diese bequeme Art des Stöberns und Amazon insbesondere empfohlen habe.

Was ich aber auf gar keinen Fall machen werde, ist einen Buchhändler zu unterstützen, der meint, politische Statements wie dieses hier abgeben zu müssen. Schließlich werden diverse linksextreme Seiten weiterhin an diesem Partnerprogramm teilnehmen, oder habe ich etwas überlesen? Es scheint offenbar überhaupt Problem darzustellen, wenn Kommunisten und ihre Widergänger, deren Leichenberg dem nationalsozialistischen in nichts nachsteht, weiterhin ihre Taschen auf diese Art und Weise füllen.

Ich werde jedenfalls in Zukunft woanders bestellen, was zwar schade, aber notwendig ist. Bye Amazon.
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von zweifel zweifel ist gerade offline | 8.6.2009 17:00 Uhr
Eine Verlinkung mit einer rassistische Webseite...
...muss einfach den Teilnahmebedingungen entsprechend gelöscht werden.
Ansonsten ist Amazon frei, mit der NPD, der MLP oder wem auch immer zusammenzuarbeiten.
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von southcross southcross ist gerade offline | 8.6.2009 17:23 Uhr
hansjoachim44:
Na, das hat jetzt Geschmack ;-)

Einer, der sich von Amazon distanziert, weil Amazon nichts mit Nazis am Hut haben möchte.

Aber ok. Muss wohl auch Leute in der entgegengesetzten Spur geben ;-)

Nur eines hätte ich gerne gewußt. Welche "linksextreme Seite" ist ihnen denn bekannt, die sich in einem solchem Partnerprogramm findet? Ich rätsele schon, aber mir fällt keine ein ;-)

Ich bin gespannt auf Ihre Tipps ;-)
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von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 9.6.2009 8:21 Uhr
weil Faschismus keine Meinung,
sondern ein Verbrechen ist, sei die Frage gestattet:
Ist hansjoachim44 tatsächlich gewillt, mit Verbrechern Geschäfte zu tätigen?
Macht er sich dadurch nicht auch zum Verbrecher?

@ws
Ihre (vermuteten) 180 Euro/Monat für Nazis wären 180 Euro zuviel.

Kein Fußbreit, kein Cent den Faschisten
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von ws ws ist gerade offline | 9.6.2009 9:40 Uhr
Faschisten
@Jogi; Was haben die Italiener denn nun schon wieder verbrochen ? (sie sprechen von Faschisten) Fakt ist, ist die Npd verboten ? NEIN; Darf man daher Legal mit Ihr geschäft machen ? JA

Wenn Sie daran etwas ändern wollen lassen sie die Partei verbieten. Aber solange sie es nicht ist, haben Politiker schon überhaupt nicht zum Boykott aufzurufen. Wie gasagt da es sowas schon mal gab finde ich solche Worte aus dem Munde von Politikern egal welcher colour Sehr sehr gefährlich.
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von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 9.6.2009 12:07 Uhr
dieses scheindemokratische Gelaber ist unerträglich
nur weil die Innenminister ihre Verfassungsschutz-Leute (wieso eigentlich schutz?) nicht aus dem Vorstand der NPD (und/oder anderen Nazi-Organisationen) abziehen und deshalb nicht verboten werden dürfen, sind sie legitim?

Umgekehrt würde ein Schuh draus:
Dem sog. Verfassungs'schutz' sollte verboten werden, die Politik der NPD aktiv mitzugestalten.

Alles andere ist Blendwerk für Nichtdenker.
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von zweifel zweifel ist gerade offline | 9.6.2009 9:50 Uhr
Frage


Zitat von Tagesspiegel

Offen bleibt zudem, ob Amazon angesichts der schon länger zu hörenden Kritik am Angebot rechtsextremer Literatur tätig wird.



Verfassungsfeindliche Literatur anzubieten, ist doch wohl in Deutschland verboten - oder? Und mit einer .de-Domäne untersteht man dem deutschen Gesetz.
Wie gesagt - noch ist die NPD eine zugelassene Partei; allerdings bin ich der Meinung, dass jemand, der sich Literatur über die "Judenfrage" oder Rudolf Hess über eine NPD-Link bestellt, sich wohl nur an Schlagworten in dieser Literatur berauschen und/oder seine vorgefasste Meinung bestätigt wissen will.
Ich möchte mich natürlich umfassend informieren; diese Themen sind zu komplex, als dass sie nur aus einem Blickwinkel betrachtet werden könnten. Ich lehne es aber ab, die rote Brille ab- und dafür eine braune Brille aufzusetzen.
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von yqpy yqpy ist gerade offline | 9.6.2009 12:33 Uhr
Strafbarkeit
Hallo,

rein juristisch sind verfassungsfeindliche Schriften/Ansichten nicht per se kriminell. Erst wenn sie bestimmte Straftatbestände wie z.B. Volksverhetzung erfüllen.

Genau das ist das Problem im aktuellen Fall:
Rein juristisch ist die Kooperation zwischen Amazon und NPD wasserdicht. Moralisch gesehen sicherlich anrüchig, aber wer Meinungsfreiheit (im GG ziemlich weit vorn) nicht nur als Worthülse sondern als grundlegendes, jedem Menschen zustehendes Prinzip versteht, der akzeptiert, dass es einen großen Deutungsspielraum gibt. Und somit wird es auch weiterhin links- und rechtsextremistische sowie anarchistische- einfach verquere Literatur in deutschen Händlerregalen geben. Über diese Deutungen und Geschichtsbilder kann dann trefflich gestritten und diskutiert werden.

Die aktuelle Kampagne gegen Amazon ist für mich jedenfalls befremdlich- denn die Wahl der Mittel (Pranger und Boykott) erinnert stark an Dagewesenes und verwässern weiter den Unterschied zwischen beiden Lagern.

yqpy
Comment
von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 9.6.2009 14:16 Uhr
Über diese Deutungen und Geschichtsbilder kann dann trefflich gestritten und diskutiert werden.
eben genau nicht!
Linke (und ebenda die Kommunisten) waren die Ersten, die von den Nazis ermordet wurden.
Deshalb ist dieser Vergleich links gleichbedeutend rechts nicht nur geschichtlich falsch sondern dient lediglich dazu, heutige Nazis zu verharmlosen.
Comment
von yqpy yqpy ist gerade offline | 9.6.2009 15:22 Uhr
Geschichtsdeutung
Eben genau doch!

Ihre Unterstellungen zielen ins Leere. Falls Sie glauben, dass in den letzten 60 Jahren BRD-Geschichte der rassenideologische Mord der Jahre 33-45 weitergeführt wurde, dann verharmlosen Sie einerseits die Verbrechen der Nazis und stilisieren andererseits eine Opferrolle der Linken, die heute so nicht existiert.

Grundlage des modernen Rechsstaates ist Rechtssicherheit und Gleichheit vor dem Gesetz - auch wenn das immer öfter schwer fällt zu akzeptieren. Sie können und dürfen nicht fordern, dass den einen Menschen Meinungsfreiheit zusteht, den anderen aber nicht. Wenn Sie dies doch tun, dann öffnen Sie genau jene Büchse der Pandora, die Sie eigentlich geschlossen sehen wollen. Denn die nächsten Schritte dieser Aufhebung der Grundrechte können Sie sich ausmalen. Idem Sie das Neonazi-Problem in den Untergrund drängen, verhindern Sie die konkrete Auseinandersetzung, die notwendig ist, um eine Wende in den Köpfen über Alternativen aufzuzeigen.

Und zum Vergleich zwischen links- und rechtsextremen Vorstellungen empfehle ich die Biographie von Horst Mahler. Sehr aufschlussreich.
Comment
von yogi1954 yogi1954 ist gerade offline | 9.6.2009 18:07 Uhr
ICH
lese KEINE Nazi"literatur" !

ICH NICHT!
Comment
von blumentopfche blumentopfche ist gerade offline | 9.6.2009 10:49 Uhr
das wird ja immer doller,
erst wird dargestellt, amazon mache geschäfte mit nationalisten , jetzt wird dort auch noch rechtsextreme literatur angeboten?? was ist das eigentlich?

das ganze ist wohl einer dieser berühmten nebenkriegsschauplätze, um von den tatsächlichen problemen unseres landes abzulenken.

kommt jetzt der berühmte satz: "wehret den anfängen" ?
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von zweifel zweifel ist gerade offline | 9.6.2009 16:32 Uhr
@yogi1954
Das Opfer ist nicht immer besser als der Täter - manchmal ist der Täter nur mächtiger.
Comment
von metua metua ist gerade offline | 10.6.2009 10:12 Uhr
Was wäre es für eine Demokratie
wenn die Demokraten nicht zum Boykott aufrufen würden?

Gerade weil es keinen rechtlichen Weg gibt, muss man an die Moral der Amazon-Betreiber appelieren.

Gruß
Met
Comment
von Laechler Laechler ist gerade offline | 10.6.2009 14:10 Uhr
Zensur
Ich habe nichts anderes erwartet.In einer Zeit,wo eine sogenannte Linke(Mauermörderpartei/vom BvG für legitim entschieden)in den höchsten Volksvertretungen tätig sein darf,kann es natürlich nicht sein,das eine oppositionelle Partei,noch dazu die NPD,sich in der Öffentlichkeit betätigt.
Ich nenne dies:-Diktatorische Zensur-.
Amazon wurde auf erpresserische weise geradezu genötigt,ihre Geschäftsbeziehung diesbezüglich aufzukündigen.
Wenn das unter freiheitlicher Demokratie zu verstehen ist,dann -Gute Nacht Deutschland-.

Karsten Bäselt
Comment
von Pobbes Pobbes ist gerade offline | 19.6.2009 10:33 Uhr
Links entfernt und die Verbindung zur NDP gekappt.
Es ist doch mal wieder ein wunder der deutschen Sprache, dass mensch "Links" kappt und damit den weg ins ultra-rechte Lager erschwert; LoL

Bravo Amazon, spät aber richtig reagiert. Nazis gehören in den Lokus der Geschichte !!!
Comment
von Amina012 Amina012 ist gerade offline | 12.10.2009 22:08 Uhr
hätte nicht gedacht....
.... dass amazon mit der NPD zu tun hat.
schade, für mich ist das ein grund dort nicht mehr zu kaufen, obwohl ich immer sehr zufrieden mit dem service war

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