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Aktionswochen gegen Antisemitismus

Mehr rechtsextreme Straftaten

Um 8,9 Prozent haben die rechtsextremen Straftaten zugenommen. Deshalb will die Polizei jetzt stärker gegen den Vertrieb rechtsextremer Musik und Neonazi-Devotionalien vorgehen. Das hat der BKA-Präsident bei der Eröffnung zu den bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus angekündigt.
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Berlin  -  Die registrierten Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund haben nach vorläufigen Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) zwischen Januar und September 2008 um 8,9 Prozent auf rund 15.280 zugenommen. In den ersten neun Monaten des Vorjahres waren es 13.853 gewesen, wie BKA-Präsident Jörg Ziercke am Dienstag bei der Eröffnung bundesweiter Aktionswochen gegen Antisemitismus erläuterte. Nach Zierckes Worten erfassten die Behörden im ersten Halbjahr 2008 unter anderem 41 Gewalttaten antisemitischer Schläger und damit 17 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Laut Ziercke gehen die deutschen Strafverfolger mittlerweile mit mehr Aufwand gegen den Vertrieb von verbotener rechtsextremer Musik und Neonazi-Devotionalien über Auktionsplattformen im Internet vor. So habe sich etwa das Auktionshaus eBay bereiterklärt, an einer Überprüfung seiner Plattform auf "durchgerutschte" rechtsextreme CDs und Angebote aus der Neonazi-Ecke mitzuwirken. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Wagner, appellierte in diesem Zusammenhang an die Videoplattform YouTube, Selbstverantwortung zu zeigen und immer wieder auftauchende rassistische und antisemitische Videos aus dem Netz zu nehmen.

Aktionswochen gegen Antisemitismus


Für die kurz vor dem 70. Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 begonnenen Aktionswochen sind etwa 400 Veranstaltungen in 150 Orten in allen Bundesländern geplant. Dazu zählen Schulprojekte, Vorträge, Ausstellungen und Konzerte. 160 Organisationen seien an der zum fünften Mal veranstalteten Veranstaltungsreihe beteiligt, sagte die Vorsitzende der federführenden Berliner Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane. Die vor zehn Jahren gegründete Stiftung setzt sich gegen Rassismus und für eine Stärkung der Zivilgesellschaft ein. (bai/dpa)
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Kommentare [ 9 ] Kommentar hinzufügen »

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von bluitgen bluitgen ist gerade offline | 5.11.2008 17:09 Uhr
Wird der Angriff auf
einen Bus mit jüdischen Schülern, die dabei gerufenen antisemitischen Beleidigungen und das Bewerfen der Businsassen mit brennenden Gegenständen in Tateinheit mit Nötigung im Strassenverkehr mitgezählt?

Leider war diese antisemitische Attacke dem TSP nur eine dürre Polizeimeldung wert. Kein selbst recherchierter Artikel, kein Kommentar. Zumindest anlässlich der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus hätte ich mehr Engagement erwartet!
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von p.petersen p.petersen ist gerade offline | 5.11.2008 18:15 Uhr
Jepp, …
… der Dreizeiler war in der Tat recht dünn. Ich hatte es so verstanden, dass ein „antisemitischer Zwischenfall“ nicht zweifelsfrei nachgewiesen war und darum soviel Zurückhaltung geübt wurde, hoffte aber auf einen noch kommende Beitrag. Schaun wa mal…
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von freidenker freidenker ist gerade offline | 5.11.2008 18:04 Uhr
zweierlei Arten von Antisemitismus
Wenn man - wie es oft geschieht - antisemitische Straftaten automatisch den rechtsextremistischen Straftaten zuordnet, dann gilt es zwischen zwei Arten von Antisemitismus zu unterscheiden:

a) der Antisemitismus kleiner rechtsextremer Zirkel (z.B. NPD)

b) der Antisemitismus von großen Teilen der arabischen
Migranten, besonders der jugendlichen.

Rein quantitativ sind die Aktionen islamischer Fundamentalisten oder arabischer Nationalisten zuletzt zahlreicher geworden.
Auch der jüngste Anschlag in Berlin (Bus am Ku´damm) geht auf das Konto arabischer Migranten.

In der öffentlichen Diskussion wird diese bekannte Tatsache aber als unbequem eingestuft und zu wenig problematisiert.

Insofern müssen die o. g. Zahlen über die Zunahme rechtsextremer Straftaten differenziert gesehen werden.

Der parallel dazu existierende Antisemitismus Ewiggestriger soll damit natürlich nicht verharmlost werden.
Er tritt allerdings z. Z. weniger militant in Erscheinung.
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von hades hades ist gerade offline | 5.11.2008 19:17 Uhr
Ja liebe Redaktion, ich habe mich auch gewundert
Das die Attacke auf den Rabbi und seine Schüler nicht weiter verfolgt wurde vom TSP.

WELT ONLINE: Rabbi beleidigt - Polizei fasst Verdächtigen

Am Montag Nachmittag gegen 17.45 Uhr spürten Polizeibeamte nun einen "dringend tatverdächtigen" Mann auf - ein 18 Jahre alter Deutscher mit Migrationshintergrund. Die Beamten suchten den Mann in seiner Wohnung in Wedding auf. Er wurde zu,m Erkennungsdienst mitgenommen, wo seine Personalien festgestellt wurden. Er wurde auch zu den Vorwürfen angehört. Das Auto, mit dem der Mann sowie sein Mittäter bei dem Vorfall am Sonntag fuhren, wurde sichergestellt.

Der Rabbiner war am Sonntag früh gegen 0.45 Uhr mit acht Schülern in einem Kleinbus gefahren, als er in der Lietzenburger Straße/Ecke Schlüterstraße von einem anderen Auto ausgebremst und zum Zurücksetzen genötigt wurde. Fahrer und Beifahrer des Wagens riefen nach Angaben der Polizei mehrfach volksverhetzende Beleidigungen aus dem Autofenster. Dann fuhren sie weg. Auch der Rabbiner entfernte sich schnell vom Ort des Geschehens und alarmierte anschließend die Polizei.

LINK:

http://www.welt.de/berlin/article2669759/
Rabbi-beleidigt-Polizei-fasst-Verdaechtigen.html
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von unbekannt | 5.11.2008 19:30 Uhr
@bluitgen
Der Angriff auf den Rabbiner und seine Schüler ging von zwei Libanesen aus, die geständig sind. Das war im Tagesspiegel leider auch nicht zu lesen.
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von lw lw ist gerade offline | 5.11.2008 20:38 Uhr
nicht verharmlosen
Gegen diese musikalischen und devotionalen Gewalttaten muß mit voller Härte der Gesetze und der Polizei vorgegangen werden. Im Kampf gegen Rechts darf man diese Straftaten nicht verharmlosen. Eine nochmalige Aufstockung der finanziellen Mittel in diesem Kampf wäre das Gebot der Stunde.
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von 09we 09we ist gerade offline | 5.11.2008 23:36 Uhr
Das Gebot der Stunde wäre
innerhalb der Familie darüber zu Reden und sich eine Meinung zu bilden. Diese Meinung weiter nach außen zu tragen, an Verwandte,Freunde etc.
Ich lebe in einem von mir errichteten 3-Generationen Haus. Wir vertreten eine gemeinsam erarbeitet Meinung nach innen und vor allem nach außen.
Rechts (z.B. CDU) ist ok, rechtsaußen (NPD und Konsorten) muß offensiv bekämpft werden, ist die Devise.
Die Jungen müssen von den älteren aufgeklärt werden. Vor allem, wenn wie bei uns, ein indirekt jüdischer Hintergrund existiert.
Aber, wo gibt es in der Grßstadt wie Berlin, noch Großamillien unter einem Dach ?!
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von commentator commentator ist gerade offline | 6.11.2008 0:31 Uhr
@ lw
"Eine nochmalige Aufstockung der finanziellen Mittel in diesem Kampf wäre das Gebot der Stunde."

Oder das Zusammengehen der in diesem Zusammenhang relevanten gesellschaftlichen Kräfte. Die CDU glaubt gegenwärtig, genau das Gegenteil praktizieren zu müssen.

Von Interesse in diesem Zusammenhang übrigens auch die Headline des Tagesspiegels "Armutsforscher: Finanzkrise stärkt rechte Szene".

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von kritiker_01 kritiker_01 ist gerade offline | 6.11.2008 14:19 Uhr
Zu erst einmal muss genauer definiert werden ......
was denn "rechts" eigendlich ist. Mir werden einfach zu viele Dinge/Taten/Sachen/Aussagen in die "rechte" Ecke gestellt. Welche aber bei näherem Hinsehen/Nachdenken/etc. eigendlich mit "rechts" nicht viel zu tun haben. Auch wird durch die Medien desöfteren zu schnell suggeriert das es sich um "rechte" Taten handelt. Der Vorfall mit dem Rabbiner ist hierfür ein gutes Beispiel. Denn wie sich im Nachhinein rausstellte kam der Vorfall aus einer ganz anderen Ecke. Auch werden durch die Medien bestimmte Parteien als rechts abgestempelt, obwohl das mehr als fragwürdig ist. Beispiel die Pro Parteien. Nur weil diese Parteien gewissen Dingen kritisch gegenüber stehen, stellt man sie in die rechte Ecke. Das ist aber zu einfach und zu billig. Vielleicht sollten die Mainstream Medien einfach mal "beide" Augen aufmachen und sachlich berichten, anstatt das "linke" Auge geschlossen zu halten. Denn "Extremisten" finden sich sowohl in der "rechten", wie in der "linken" Ecke. Aber da im Sinne der PC nicht sein darf, was doch ist ................. Werden die Mainstream Medien auch weiterhin alles "nieder" schreiben was der PC entgegen steht. Sachliche Berichterstattung = Fehlanzeige. Dumm nur das sich der interessierte Leser auch über das Internet informieren kann und somit Dinge zu lesen bekommt die er in den Qualitätsmedien vergeblich sucht. Irgend wann werden auch die Qualitätsmedien nicht mehr umhin können und beginnen wieder sachlich zu berichten, anstatt "Partei" zu ergreifen.

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