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Rechtsextremismus

Urteile wegen Buch-Verbrennung rechtskräftig

Wenige Tage vor einem geplanten neuen Prozess um die öffentliche Verbrennung eines Anne-Frank-Tagebuchs im sachsen-anhaltinischen Pretzien haben die vier Angeklagten ihre Berufung überraschend zurückgezogen.
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Magdeburg -  Die in erster Instanz ausgesprochenen Bewährungsstrafen seien damit rechtskräftig, teilte das Landgericht Magdeburg mit. Das Berufungsverfahren, das am kommenden Montag beginnen sollte, wurde abgesagt. Das Amtsgericht Schönebeck hatte am 8. März fünf damals 24- bis 29-Jährige wegen Volksverhetzung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener zu je neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Einer der fünf Männer hatte seine Berufung schon früher zurückgezogen.

Das Tagebuch der Anne Frank gilt als Symbol und Dokument für den Holocaust. Das jüdische Mädchen schildert darin das Leben, Hoffen und Bangen in einem Amsterdamer Hinterhaus, in dem sich seine Familie und einige Freunde von 1942 bis 1944 vor dem Naziterror versteckten. Anne Frank starb kurz vor Kriegsende im März 1945 im Alter von 15 Jahren im KZ Bergen-Belsen an Typhus.

Die Buchverbrennung im Rahmen einer "Sonnenwendfeier" hatte im Juni 2006 bundesweit Empörung ausgelöst. An der von einem Verein mit rechtsextremem Hintergrund veranstalteten Feier hatten rund 70 Menschen teilgenommen. Laut Urteil gruppierten sich einige Männer mit Fackeln um das Feuer, machten rechtsextreme Sprüche und verbrannten zunächst eine US-Flagge und dann ein Exemplar des weltberühmten Tagebuchs. Für Aufsehen hatten in dem Fall auch die schleppenden Ermittlungen gesorgt. Die anfangs mit dem Fall betrauten Polizisten kannten das Tagebuch nicht. (mit dpa)
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