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Rechtsextremismus

Hakenkreuze auf dem Handy

Im Dessauer Obdachlosenmord-Prozess wird es für die Angeklagten eng. Eine Polizistin hat ausgesagt und kann das Erlebte nur schwer in sachliche Worte kleiden.
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Dessau - Die Stimme klingt sachlich, doch das Entsetzen ist nicht zu überhören. „Das Opfer lag mit dem Kopf zur Bank“, sagt die Polizistin, „das Gesicht war total verunstaltet, man konnte kaum Nase und Augen erkennen“. In der Höhe des Kopfes habe ein Abfallbehälter gelegen und ringsum „viel Müll und Scherben“. Die Beamtin war mit einem Kollegen als Erste am Tatort, sie stellte den Tod des misshandelten Mannes fest. „Ich habe den Puls gefühlt, aber keinen festgestellt“, sagt sie, „da war für mich klar: Er ist weg“. Die beiden Angeklagten hätten mit Blut an den Händen in der Nähe gestanden. Die Polizistin reißt sich zusammen, aber dann bricht es aus ihr heraus, „das Bild wird man gar nicht richtig los“.

Es ist der dritte Tag im Dessauer Mordprozess, die beiden mutmaßlich rechts extremen Angeklagten reagieren nicht auf die Aussage der Beamtin. Thomas F.(34) und Sebastian K. (24) sitzen da im Saal 18 des Landgerichts, als hätten sie mit dem grässlichen Tod des 50-jährigen Hans-Joachim S. nichts zu tun.

Weitere Polizeizeugen berichten denn auch, dass die beiden vor und nach der Festnahme in der Nacht zum 1. August 2008 im Dessauer Stadtpark gesagt haben, „wir wollten nur helfen“. Die Staatsanwaltschaft hingegen spricht von Mord durch massive Gewalt, begangen aus Verachtung für das auf der Parkbank liegende, ärmlich aussehende Opfer. Der Vorsitzende Richter der 6. Großen Strafkammer hat bereits angedeutet, es könn te bei Sebastian K. angesichts seiner Vorstrafen auch eine besondere Schwere der Schuld gegeben sein. Das würde im Fall einer Verurteilung zu lebenslanger Haft etwa 18 Jahre Gefängnis bedeuten. Ein solcher Schuldspruch ist in Pro zessen gegen rechtsextreme Gewalttäter selten.

An der Gesinnung der beiden Angeklagten ist kaum noch ein Zweifel möglich. Ein Polizist berichtet, auf den Handys der beiden seien Dateien mit rechtsextremer Musik und Hakenkreuzen gefunden worden. Ein weiterer Beamter erinnert sich, der festgenommene Sebastian K. habe mit seiner Thor-Steinar-Kleidung geprahlt und getönt, „das könnt ihr euch nicht leisten“. Am vorletzten Prozesstag hat bereits die Mutter von Sebastian K. über rechts extreme Aktivitäten ihres Sohnes berichtet. Die Freundin von Thomas F. sagte, im Sommer 2008 „war er beim Aussteigen aus der rechten Szene“. Es bleibt allerdings fraglich, ob die Indizien reichen, um den Angeklagten ein rechtsextremes Tatmotiv nachzuweisen. Frank Jansen

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 14.02.2009)
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Kommentare [ 1 ] Kommentar hinzufügen »

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von unbekannt | 14.2.2009 18:12 Uhr
Menschenverachtende Totschläger
gehören für lange Zeit (15 bis 30) Jahre in eine Zelle. Widerholungstäter lebenslänglich, und zwar wörtlich. Sie sind eine große Gefahr für andere Menschen und sollten so schnell wie nur möglich eingebuchtet werden. Ihr Verhalten und ihre Äußerungen im Gefängnis sollten lückenlos protokolliert werden, damit sich Gutachter zur gegebenen Zeit ein Bild ihrer "Einstellung" machen können. Sie sollten eine zweite Chance erhalten können, die Hürden dafür aber sehr hoch sein.
Sie sollten nicht als "böse" und "schlecht" verdammt und abgeurteilt werden, aber die Gesellschaft kann sie nicht in der Freiheit lassen. Und wann kommt endlich eine ekektronische Fußfessel, die es Vorbestraften erschwert, weitere Straftaten zu begehen??

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