Politik : Deutschlandtrend: Das Vertrauen in die Opposition wächst

Für den Deutschlandtrend hat Infratest dimap

Für den Deutschlandtrend hat Infratest dimap vom 24. bis 29. Januar 1300 Personen befragt.

Das Kabinett Schröder hat bei der Bevölkerung in den zurückliegenden Wochen weiter an Ansehen verloren. Nur noch 29 Prozent des Bundesbürger sind mit den Leistungen der Bundesregierung zufrieden. Die größten Versäumnisse werden in der Arbeitsmarktpolitik gesehen: Lediglich 16 Prozent sind der Meinung, dass dort genug getan wurde. Die steigende Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik geht mit einem wachsenden Vertrauen in die CDU/CSU-Opposition einher: 35 Prozent der Bundesbürger, zehn Prozent mehr als noch im November, sind der Auffassung, dass ein Regierungswechsel in Berlin eine bessere Politik nach sich ziehen würde. Die Mehrzahl von 49 Prozent glaubt hingegen nicht, dass die CDU/CSU in der Lage wäre, die aktuellen Probleme besser zu bewältigen.

Eine eindeutige Wechselstimmung ist acht Monate vor der Wahl nicht zu beobachten. In der Frage, welche Partei die nächste Bundesregierung anführen soll, sind die Deutschen gespalten. 46 Prozent sprechen sich für eine Regierung unter erneuter SPD-Führung aus, 44 Prozent votieren für einen politischen Wechsel in Berlin.

Die schlechte Bilanz für die Bundesregierung schlägt sich in der politischen Stimmung zu Lasten der SPD nieder: Wenn bereits am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD nur noch auf 36 Prozent der Stimmen und verlöre damit im Vergleich zum Jahresbeginn zwei Prozent. Die Union könnte sich dagegen um zwei Punkte auf 41 Prozent verbessern und kann ihren Vorsprung auf die SPD ausbauen. Während die Liberalen ihren Stimmenanteil mit acht Prozent ebenso wie die PDS mit sieben Prozent konstant halten können, würden die Grünen mit einem Plus von einen Punkt auf jetzt sechs Prozent wieder Anschluss finden.

Fast alle abgefragten Politiker haben mit einem Ansehensverlust zu kämpfen. Eine Ausnahme ist CDU-Chefin Angela Merkel, die nach ihrem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur der Union einen deutlichen Popularitätsschub erfährt: Mit 58 Prozent Zustimmung und einem Plus von sechs Punkten seit Anfang Januar liegt sie nun sogar vor Bundeskanzler Gerhard Schröder (55 Prozent) und CSU-Chef Stoiber (51 Prozent). Edmund Stoiber kann bei der hypothetischen Direktwahlfrage den Vorsprung von Schröder auf sieben Punkte halbieren: Für Schröder votieren nun 48 für Stoiber 41 Prozent. Im Vergleich gilt der Amtsinhaber als sympathischer, Stoiber als kompetenter, vor allem in den Bereichen Wirtschafts- und Steuerpolitik sowie beim Thema Zuwanderung.

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