Politik : Deutschsyrer in Damaskus in Haft

Kiel - Der am 23. August in Syrien nach einem Familienbesuch verhaftete Ismail Abdi befindet sich in einem Gefängnis in der Nähe von Damaskus. Das hat die Menschenrechtsorganisation KurdWatch herausgefunden, nachdem es wochenlang kein Lebenszeichen des Deutschsyrers, der inzwischen in Kiel lebt, gegeben hatte. Das Auswärtige Amt kann hingegen bislang keinerlei Informationen bestätigen, wie ein Sprecher in Berlin sagte. Auf alle, auch „hochrangigen Bemühungen“ habe es keine Antwort der verantwortlichen syrischen Stellen gegeben.

Nach mehreren Tagen Isolationshaft beim Sicherheitsdienst hat Abdi erstmals Besuch von seinem Bruder bekommen. Inzwischen hat er auch einen Anwalt. Seine Angehörigen sagen, es gehe ihm schlecht. Als Asthmatiker benötige er dringend Medikamente. Dem Vernehmen nach wirft man ihm Mitgliedschaft in einer nicht genehmigten politischen Organisation und „Falschaussage im Ausland“ vor. Abdis Tochter Farah ist nicht gut auf das Auswärtige Amt zu sprechen. „Offenbar gibt es in Deutschland eine Staatsbürgerschaft erster und zweiter Klasse.“ Auch Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen, kritisiert die vermeintliche Passivität des Auswärtigen Amtes.1997 flüchtete Abdi als Oppositioneller nach Deutschland. Seit 2006 ist er auch deutscher Staatsbürger. dhan

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