DFB-Pokal in Dresden : Pegida-Gründer Achim Exner schützte Team von Jürgen Klopp

Beim Pokalspiel von Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden Anfang März war Pegida-Mitbegründer Achim Exner mitverantwortlich für die Sicherheit des Bundesligisten. Trainer Jürgen Klopp hatte sich zuvor gegen die islamfeindliche Bewegung ausgesprochen.

Beim Gastspiel von Borussia Dortmund in Dresden Anfang März war einer der Pegida-Mitgründer für die Sicherheit des BVB-Teams zuständig. Nach Informationen der Wochenzeitung "Die Zeit" war Achim Exner, Dresdner Security-Mann und bis vor wenigen Wochen einer der führenden Köpfe der Pegida-Bewegung, mitverantwortlich für den Schutz der BVB-Stars, etwa im Hotel und auf dem Trainingsplatz.

Vor der Reise nach Dresden hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp mehrfach seine Abneigung Pegida gegenüber zum Ausdruck gebracht. Dresden sei eine „wunderwunderschöne Stadt“, die aber ständig „durch irgendwelche komischen Dinge in Verruf" gerate. „Ich weiß gar nicht, ob da Pegida noch rumrennt oder nicht. Ich hoffe, nicht!“, so Klopp auf einer Pressekonferenz vor der Abreise.

Auf "Zeit"-Nachfrage distanzierte sich der Verein von Exner. „Wir wussten vorab selbstverständlich nicht, dass einer der Pegida-Gründer Teil dieses Sicherheitsdienstes ist“, sagt Sascha Fligge, Kommunikationsdirektor von Borussia Dortmund. „Hätten wir es gewusst, hätten wir spontan Geschichte-Nachhilfeunterricht angeboten und das Reisebüro gebeten, ein anderes Unternehmen zu beauftragen“, so Fligge. Nach "Zeit"-Informationen sind dem Reisebüro des BVB mehrere Dresdner Security-Dienstleister empfohlen worden, von denen einer beauftragt wurde. Dieser hat demnach Exner beschäftigt.

Der Pegida-Mitgründer, der auf zahlreichen Videos und Fotos, die die Dortmunder Mannschaft in Dresden zeigen, am Rande zu sehen ist, bestätigt gegenüber der "Zeit" sein Engagement für den BVB. „Ich habe die Bewachung des BVB organisiert und durchgeführt“, so Exner. Er habe auch Spieler wie Mats Hummels geschützt, wenn diese von Fans mit Autogrammwunsch umringt waren. Er habe etwa auch dem Trainer, Jürgen Klopp, im Rahmen eines Rundgangs den Dresdner Neumarkt gezeigt, auf dem oft die Pegida-Kundgebung stattfinde. Offenbart habe er sich den BVB-Vertretern gegenüber nicht. Die Arbeit für den Verein sei „ein ganz normaler Job“ für ihn gewesen, so Exner, der vor Jahren eine Zeit lang als Sicherheitschef von Dynamo Dresden arbeitete. Vor wenigen Wochen trat Exner im Richtungsstreit aus dem Pegida-Organisationsteam aus. (tgs)

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