DGB-Chef Reiner Hoffmann : „Nichtstun treibt die Leute in Richtung Rechtspopulismus“

Dem DGB gehen die Rentenpläne von Arbeitsministerin Nahles nicht weit genug. Gewerkschaftschef Hoffmann fordert ein Rentenniveau von 50 Prozent.

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Seit Mai 2014 ist Reiner Hoffmann Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Seit Mai 2014 ist Reiner Hoffmann Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Rentenpläne von Arbeitsministerin Andrea Nahles grundsätzlich begrüßt, fordert aber ein deutlich höheres Rentenniveau als die SPD-Politikerin.

DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte dem Tagesspiegel: „Langfristig streben wir ein gesetzliches Rentenniveau von 50 Prozent an, also oberhalb der von Frau Nahles avisierten Ziellinie.“ Nach Nahles Vorstellungen soll es eine sogenannte doppelte Haltelinie geben. Demnach sollen die Beiträge bis 2045 nicht über 25 Prozent steigen und das Niveau nicht unter 46 Prozent sinken.

Hoffmann sagte dazu: „Grundsätzlich ist es richtig, dass wir eine doppelte Haltelinie festschreiben. Die sollte jedoch nicht bei 46 Prozent liegen, sondern bei dem heutigen Rentenniveau von rund 48 Prozent.“

"Wir müssen mit dem Unfug aufhören, Frauen schlechter zu bezahlen als Männer"

Wenn das Rentenniveau weiter so sinke, wie es gesetzlich festgeschrieben sei, führe das zu einem Vertrauensverlust in die sozialen Sicherungssysteme. „Nichtstun treibt die Leute in Richtung Rechtspopulismus“, sagte Hoffmann.
Zur Finanzierung eines höheren Rentenniveaus sagte Hoffmann: „Wenn wir mit dem Unfug aufhören würden, Frauen deutlich schlechter zu bezahlen als Männer, würden auch die Beitragseinnahmen steigen. Und wenn wir endlich den Niedriglohnsektor in Deutschland trocken legen würden, wäre das auch ein Beitrag zur Stabilisierung des Rentenniveaus.“

Hoffmann forderte außerdem „rasche Lösungen“ bei den Konzepten für Geringverdiener. „Das ist dringend notwendig, um die dort drohende Altersarmut zu verhindern“, sagte der DGB-Chef. Das Berechnen der Modelle sollte sich nicht in die Länge ziehen, forderte er.

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